Vom Sinn oder Unsinn einer Ayurveda- Massage

Mai 11th, 2009 · 3 Kommentare

Ich war neulich mit einigen Freunden Tango Argentino tanzen – war auch echt prima wir lernten dabei auch einige nette Mädels kennen…

In der Pause entspann sich ein Gespräch über unsere Berufe. Die Mädels erklärten zuerst Sie seien Therapeutinen – so nach und nach ist dann rausgekommen, daß es sich hier um Ayurveda – Massage Therapeutinen mit doch recht – äh – zumindest ungewöhnlichen Ansätzen zur Ayurveda Massage handelte.

Na, beim Tango bzw. Tango Argentino wundert mich ja nun nichts mehr und der Merkwürdigkeitsfaktor einiger weiblicher (und oft auch männlicher) Tango- Tänzer ist ja hinlänglich bekannt… – aber wie dem auch sei – ich wurde also neugierig worum es sich bei der Ajurveda Massage nun handelt.

Nachfolgend gebe ich also mal die mir zuteil gewordenen Erklärungen wieder:

Man erkärte mir, daß Ayuveda eines der ältesten medizinischen Systeme der Welt sei. Ayurveda umfaßt das Leben in seiner Gesamtheit: Geist, Körper, Verhalten und die Umwelt des Menschen werden als verschiedene, sich gegenseitig beeinflussende Aspekte einer Ganzheit betrachtet. Wörtlich übersetzt bedeutet Ayurveda „Wissen vom Leben” (Ayus = Leben, Veda = Wissen). So weit – so gut

Ayurveda, die angebliche „Lehre um ein langes Leben“ versucht den Menschen ganzheitlich (Geist, Körper, Verhalten und die Umwelt) zu betrachten. Der Begriff setz sich zusammen Ayus = Leben und Veda = Wissen.

Hm, ich erinnerte mich allerdings über einige stark giftige Ayurvedamedikamente gelesen zu haben – allerdings hielt ich lieber dem Mund und hörte weiter zu.

Ayurveda ist Bestandteil der vier Vedas (heiligen Schriften des Hinduismus). Die konstruktionsleitende Vorstellung ist hier, daß sich die kosmische Ordnung des Universums im Menschlichen Körper widerspiegle. Beide seien aus den fünf Elementen Äther, Erde, Luft, Feuer und Wasser zusammengesetzt. Über diese Elemente bestimmten drei energetische Regelsysteme (Doshas) die Funktion des Organismus.

Energie SOS oooo…

Angeblich regelt Vata (Luft/Äther) die Atmung, den Bewegungsablauf und die Funktion der Nerven, Pitta (Feuer/Wasser) ist angeblich für Stoffwechsel als auch für die Verdauung maßgeblich, Kapha (Wasser/Erde) sei für das Immunsystem verantwortlich.

Ups –mythische Urelemente?

Postuliert wird nun, daß das Verhältnis dieser Energie- Regelsysteme (welche sich im ganzen Universum finden – und – damit auch im Menschen) das Wohlbefinden und die körperliche Verfassung eines Menschen beeinflussen. Ungleichgewichte und Störungen in diesen Regelsystemen sind nun vorgeblich für Krankheiten und deren Symptome als auch für die Ablagerung von Ama (giftiger Schlacke) verantwortlich. Dem Behandelnden soll es durch eine Pulsdiagnose (Nadivigyan) möglich sein das energetische System des Patienten festzustellen.

Für mich amüsant ist nun , daß in dieser Sichtweise das für einen Patienten „richtige“ energetische Verhältnis, aus seinem astrologischen Horoskop ableitbar sein soll. Hierdurch sei es dem Massierenden möglich, die notwendigen Maßnamen zur energetische Reinigung und Ableitung der angesammelten Schlacken zu ergreifen

Dazu wird der gesamte Körper unter Verwendung von speziell auf den Patienten abgestimmten ätherischen bzw. Kräuterölen massiert. Dabei werden Streichmassagen, Druckmassagen, Kreismassagen etc. verwendet. .

Nach der Behandlung fließt die Energie wieder richtig – der Patient ist (oftmals gleich) geheilt.

Äh – ja, sehr fundiert…

Eine Massage ayurvedischer Art bewirkt angeblich eine Harmonisierung der Körperenergien, soll die Zellerneuerung wie auch die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen, streßbedingte und auch vegetative Beschwerden lindern, Stoffwechselprodukte- und Gifte abführen – also den Körper reinigen. Das Wohlbefinden soll zu einer vitalisierenden ganzheitlichen Gesundung und einem Wohlbefinden von Körper und Seele führen. Auch soll die ayurveda Massage der Gesundheitsvorsorge nutzen, eine Stärkung des Immunsystems bewirken als auch der Entspannung und Wellness nutzen.

Über den Wellness- Aspekt mag eine positive Wirkung erzielbar sein – allerdings lassen sich viele der aufgestellten Behauptungen nicht mit Evidenz belegen.

Wellness ok, frei nach dem Motto: „Wenn´s hilft…“! Dies hätte ich nun nicht einwerfen sollen, man strafte mich gleich mit einem mitleidigen Blick – ich outete mich halt als „Uneingeweihter“ Also war ich nun wider ruhig.

Aber ob es sonst Sinn macht?

Bezeichnend fand ich ja auch, daß die Ausbildung doch recht unkompliziert zu absolvieren ist.

Die Grundausbildung schafft man glatt in einer Woche, die „Innere“ hat man auch in einer Woche verstanden und umfassend ausgebildet ist man schon in einem Monat.

Gut, für die natürlich extrem wichtigen und super ausgebildeten und praxiserfahrenen Lehrer muß man natürlich schon etwas „investieren“ (so um die 4000 – 5000 € im Monat), aber man bekommt ja ein Wissen vermittelt, was so nicht jeder hat. Auch kann ja nicht jeder die „Spiritualität“ in dem Schüler erwecken…

Ich hatte mit Interesse zugehört, aber zog es nun doch vor lieber weiter zu tanzen…

Wie gesagt, beim Tango Argentino wundere ich mich nun schon lange nicht mehr über die Leute….

Imressionen:

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Tags: Allgemein · Skuriles vom Tango

3 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 droog // Jan 12, 2009 at 12:55

    ja, ja, schon schräge Vögel diese Tango-Tänzer… ;)

  • 2 andi // Jan 13, 2009 at 12:24

    Hi Admiral, schönet Ding! Du bist nicht zu beneiden… Dann doch lieber geistliches in flüssiger Form…

  • 3 Strammer Max // Jan 13, 2009 at 13:26

    LOL! Man merkt, Dir fehlt das “Urvertauen” ;-)

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