Der Bärchenkrieg

Januar 21st, 2010 · 3 Kommentare

Irgendwie verstehe ich ja so manchmal die Welt scheinbar falsch…

Zum Glück befinde ich mich da ja in guter Gesellschaft mit der Majorität der Bevölkerung…

Meiner Gewohnheit folgend, nehme ich zu meinem Morgenkaffee immer die Spiegel-Online-Seite „zu mir“…

Was lese ich da also : „Bärenkampf in der Pfalz“

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,671570,00.html, 14.01.2010, 7:30 Uhr.

Worum geht es?

Eine ehemals arbeitslos gewordene Frau Schleich kommt auf die Idee, aus Ihrer Liebe zur Handarbeit einen Beruf zu machen – statt mit Hartz IV zu versauern. Ne prima Idee – wie ich finde.

Sie fertigt also in Handarbeit sehr liebevoll und kunstvoll gestaltete Teddybären. Diese jeweils als Einzelanfertigung. Natürlich ergibt eine derartige handwerkliche Produktionsweise nur einen kleinen Output und dementsprechend auch nur einen recht bescheidenen Jahresgewinn. Aber wie ich finde, dennoch eine sehr lobenswerte Eigeninitiative (eben statt Hartz IV)!

Da es sich ja um sehr individuell gestaltete Teddys handelt, hat sie sich die Marke „Schleichbären“ schützen lassen – klar, ist ja “Ihr” Name und zeigt auch “Ihr” Produkt an!

Ich denke dies versteht irgendwie jeder…

Nun gibt es aber eine Firma, die produziert in Masse maschinell hergestellten „Plastikramsch“: Sogenannte naturgetreue Tierfiguren aus Hartgummi, die in Tunesien bemalt werden, die sogenannten Schleichtiere.

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,671570,00.html, 14.01.2010, 7:30 Uhr.

Meiner Meinung nach sind diese Produkte im Vergleich zu den von Frau Schleich Hergestellten Teddys – einfach nur „GROTTENHÄSSLICH“…

Da nun Frau Schleich die Marke anmeldete (was die Firma Schleich wohl aus Blödheit versäumte…) werden -nachdem finanzieller Drohungen und Erpressungsversuche nicht fruchteten – schnell mal fadenscheinige Argumente kreiert, um sich selber die Markenrechte einzuverleiben. Angeblich kennt die „Welt“ ja die Produkte der Firma als „Schleichtiere“ beispielsweise also Schleichsaurier, Schleichpferde, Schleich-was-weiß-ich-Tier und halt auch als „Schleichbären“….

Komisch, ich kennen keines dieser abgrundhäßlichen Plastik – Pardon – „Fremdarbeiter –billiglohnerstellten-`Gummi` Monster.

Ich glaube ich würde gar nicht auf die Idee kommen diese zu kaufen, auch assoziiere ich mit diesen höchstens „Chinabilligschrott“ nicht aber eine namhafte Firma aus Deutschland.

Die Vorgehensweise, Frau Schleich mit einer Klage im Streitwert von 250.000 € zu überziehen spricht ja eigentlich Bände…

Ich vermute dahinter ja was ganz anderes:

Vermutlich haben auch andere Mitmenschen festgestellt wie geschmacklich gelungen die kleinen Gummimonster wirklich sind…

Der daraus resultierende Absatzknick (Nachfrageeinbruch) wird dann natürlich unbedingt auf die „Schleichbären“ von Frau Schleich zurück zu führen sein – ist doch klar – oder etwa nicht?

Ich für meinen subjektiven Geschmack finde jedenfalls die Teddys von Frau Schleich super und den Plastikschrott der Firma Schleich nur blöde!

Da kann man echt nur hoffen, daß die Gerichte die Teddys von Frau Schleich als schützenswertes Gut ansehen (im Sinne eines jeweils individuell erstellten „Werkes“) und den Massenramsch der Firma Schleich als auch eben solchen ansehen…

Bei mir geht deren Kampagne jedenfalls voll nach hinten los – nun finde ich deren Erzeugnisse erst recht grauenvoll…

Naja die Welt hat ja auch keine anderen Sorgen – da kann man ja ruhig einmal den Kreativen das Wasser abgraben (wenn es bei einem selber nicht dazu reicht)…

Notfalls auch mit der Geldkeule…

Explizit: Ich bin kein Kommunist – falls mich jetzt einer in diese Ecke stellen will!

Nein, sondern sogar Dipl. Kfm.! Nur – ich bin für fairen Wettbewerb! Wenn auch eine andere Person eine gute Idee hat – warum nicht?

Wettbewerb erhöht das Geschäft (man muß es halt nur verstehen…)!

Fazit:

Schleich dich Schleich (die Firma)!!!

Tags: Allgemein · Betriebswirtschaft · Hartz IV · Kunstgewerbe · Markenrecht · Wirtschaft

3 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Chriss // Jan 15, 2010 at 11:11

    Stand heute auch groß auf der ersten Seite der Tagespresse. Die Schleicher spinnen, verpassen ihre Rechte geltend zu machen und kommen jetzt im nachhinein.

  • 2 Klaus // Jan 15, 2010 at 11:16

    Stimmt!

    Siehe auch:
    http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0115/seite1/0036/index.html

  • 3 Monika Schleich // Jan 18, 2010 at 12:44

    Ganz, ganz lieben Dank für Ihren Blog!

    War für mich natürlich ein “Seelenstreichler”.

    Gestern hat sämtliche Presse bei mir angerufen. Am liebsten würde ich
    auswandern auf eine einsame Insel. Bin total fix und alle!

    Leider sind wir uns gestern nicht einig geworden und alles wurde vertagt auf
    den 12. März.
    Dabei wurde mir nahegelegt dass ich bis dann mir einen anderen Namen suchen
    soll, mit der Fa. Schleich ihn absprechen muß (denen ihr o.k. holen)
    ansonsten fällt der Richter ein Urteil zu meinen Ungunsten.
    Nach dem ersten Satz des Richters wußte ich, ich habe verloren. Es stand
    bereits alles fest.
    Man ist überhaupt nicht auf irgend ein Argument oder einen Vorschlag meines
    Anwaltes eingegangen.
    10 Jahre Schleichbären hat die auch nicht beeindruckt. Nächstes Jahr hätte
    ich 10 jähriges Jubiläum.
    Deren Vorschlag war “Monika?s Bären” soll ich in Zukunft sagen. So kennt
    mich niemand. 10 Jahre wären umsonst.
    Ja nicht einmal Schleich darf ich auf die Tatzen der Bären schreiben.
    Verwechslungsgefahr! Unsere “Produkte” wären “identisch”!
    Praktisch egal was nur nicht Schleich in Verbindung mit meinen Bären.
    Nun, so heiße ich eben!
    Jeder Künstler darf sein Werk signieren. Meinen ganzen Namen dürfte ich,
    aber wie klingt denn das: Monika Schleich?s Bären. Paßt auch auf keine
    Bärentatze.

    Das Argument der beiden Rechtsanwälte der Fa. Schleich war: es könnten
    Schadstoffe in meinen Bären stecken und dann würde man die mit der Fa.
    Schleich in Verbindung bringen was ihr schaden könnte. Hätte ich kleine
    Kinder, würde ich lieber einen meiner Teddys denen in den Arm legen als ein
    in China gefertigtes und bemaltes Plastikprodukt.
    Meine Bären sind eigentlich Künstlerbären für Sammler aber auch ein Kind
    bekäme keinen Schaden. Sogar die Glasaugen habe ich doppelt gesichert durch
    Ösen und ankleben.
    Außerdem verwende ich teure Mohairstoffe der Firma Schulte (deutsches
    Produkt) und reine Watte zum Stopfen.

    Außerdem hätten sie Angst dass meine Bären irgendwann von einer großen Firma
    aufgekauft werden und die der Fa. Schleich dann Probleme bereiten würde.
    Da müßte ich aber richtig stolz sein dass sie meine Bären soooo gut finden
    dass sie eine große Firma kaufen würde und sie Angst haben müssen.

    Mein Netz bricht schon zusammen weil ich hunderte von Mails bekomme aus der
    ganzen Welt.
    Menschen streiten sich bereits übelst in verschiedenen Blogs im Internet
    wegen dieser Geschichte.
    Ist das nicht irre was paar kuschelige Schleichbären ausgelöst haben?

    Meine Homepage ist nicht geblockt, allerdings durch hunderte von Zugriffe
    funktioniert sie wahrscheinlich ab und zu nicht mehr.
    So viel Werbung hätte ich gerne gehabt wegen meiner “schönen” Bären und
    nicht wegen dieser Geschichte.
    Geschadet hat es mir bis jetzt noch nicht aber auch nicht wirklich genutzt.
    Mehr als einen Bären die Woche kann ich auch jetzt nicht zum Leben erwecken
    und verkaufen.
    Auch hätte ich keine Vorteile wenn man meine Bären mit den Produkten der Fa.
    Schleich verwechseln würde. Für mich wäre es überhaupt nicht schmeichelhaft
    wenn meine Bären mit Plastiktieren, hergestellt in China verwechselt würden.

    Vielen, lieben Dank nochmals für Ihren Beistand.

    Liebe Grüße
    Monika Schleich und die noch Schleichbären

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