Wertgutscheine statt Bargeld: Oberhavel diskriminiert Flüchtlinge

Juni 9th, 2011 · Keine Kommentare

In Hennigsdorf bei Berlin (Landkreis OHV) werden Flüchtlinge mit Gutscheinen zum Einkaufen geschickt, wobei auch dies nur in einigen Geschäften möglich ist. Zudem verfallen die Gutscheine schon nach kurzer Zeit. Ein  unwürdiges System, das Menschen ausgrenzt, die in diesem Land Zuflucht gesucht haben.

Oberhavel gehört zu den letzten fünf Landkreisen in Brandenburg, die Flüchtlingen die Auszahlung der – ohnehin weit unter dem Hartz IV-Satz liegenden – Leistungen in Bargeld verweigert. Auf Grund eines faktischen Arbeits- und Ausbildungsverbotes für die meisten Flüchtlinge sind sie aber auf diese Leistungen  angewiesen. Zuletzt hatte der Nachbarlandkreis Barnim im Mai die diskriminierenden Gutscheine abgeschafft. Auch Brandenburgs Landesregierung befürwortet eine Umstellung auf Bargeld, hat aber keine Weisungsbefugnis. Der brandenburgische Landtag hatte am 14. April beschlossen, im Bundestag darauf hinzuwirken, Sachleistungen gänzlich abzuschaffen. Berlin und einige andere Bundesländer geben schon länger nur noch Bargeld aus.

Seit Anfang Juni boykottieren BewohnerInnen des Flüchtlingsheims in Hennigsdorf die Gutscheine. Ein Kreis von UnterstützerInnen steht ihnen zur Seite.

Die Versorgung der Flüchtlinge während des Boykotts erfolgt über Spenden. Dazu ist ein Konto eingerichtet: Förderverein des Brandenburgischen Flüchtlingsrats, Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam, Konto Nr. 350 1010 000, BLZ: 160 500 00. Für Nachfragen: 0176/44 56 77 67.

Artikel in der MAZ: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/b…

Flüchtlingsrat Brandenburg: http://www.fluechtlingsrat-brandenburg.d…

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