Polizeipräsident Klaus Kandt setzt auf einen stärkeren Kontakt der Beamten mit den Bürgern in der Bundeshauptstadt. “Ich will, dass wir für die Menschen erkennbar und ansprechbar sind”, sagte Kandt in einer ersten Bilanz anlässlich seiner 100 Tage im Amt. So spiele die Ansprechbarkeit der Polizei an Brennpunkten eine wichtige Rolle. Mobile Kontaktstellen etwa am Alexanderplatz oder am Bahnhof Zoo in Kooperation mit der Bundespolizei sollen ein Zeichen setzen.

Zudem will Kandt mit einer Fahrradstaffel mehr Präsenz auf der Straße zeigen. Die Planungen dazu seien aber noch nicht abgeschlossen. “Ich kann mir vorstellen, dass 20 Polizisten und Pede-lecs ein guter Einstieg sein könnten”, sagte der 52-Jährige. Pede-lecs sind Elektrofahrräder. Der gebürtige Schwabe setzt bei der Werbung um neue Mitarbeiter gezielt auf Menschen mit Migrationshintergrund. “Die erforderlichen Einstellungszahlen können wir nur erreichen, wenn wir noch mehr als bisher Bewerber mit Immigrationshintergrund für die Polizei Berlin begeistern.”

Zum Stand der Vorkehrungen für die oftmals von Krawallen begleiteten Versammlungen zum 1. Mai machte Kandt keine Angaben. “Es sind noch nicht alle Demonstrationen angemeldet, die an dem Tag zu erwarten sind. Daher ist in der Planung und Vorbereitung noch einiges zu tun.”

Polizei-Einsätze wegen Zwangsräumungen wie jüngst in Kreuzberg werde es nicht geben, kündigte Kandt an. “Ich glaube nicht, dass es vermehrt zu solchen Einsätzen kommt. Die Zeit der Hausbesetzungen ist vorbei und mit der heutigen Lage nicht vergleichbar.” Der Einsatz der Polizei war seinerzeit heftig kritisiert worden.