Anlässlich des Sommers, in dem sich viele Berliner mit noch mehr Wasser als sonst aus der Leitung erfrischen, hatten die Berliner Wasserbetriebe zu einer Besichtigungstour eingeladen. Am 28. Juni ging es zu den Brunnen des Wasserwerks Tegel.

Bei der ersten Station hört nur ein Teil der Journalisten zu, wenn Brunnen-Manager Volker Jordan erklärt, wie in drei Becken im Waldgebiet zwischen Bernauer Straße und Tegeler See Wasser versickert und von winzigen Mikroorganismen von Stoffen gereinigt wird, die Menschen ungern im Trinkwasser finden. Vor allem Fotografen achten lieber auf die Flugzeuge, die im Minutentakt von Tegel aus starten.

Die Nähe von Wasserwerk und Flughafen ist laut Stephan Natz, Sprecher der Wasserbetriebe, kein Problem. Schadstoffe würden nicht nachgewiesen und rechtlich ist die Nachbarschaft eindeutig: „Wir waren zuerst da”, sagt Natz. Schon 1877 wurde das Wasserwerk Tegel gegründet, als zweites nach dem 1856 an der Oberbaumbrücke errichteten Werk. Heute speist es bis zu 260 000 Kubikmeter ins Berliner Leitungsnetz ein.

Gefördert wird das Wasser aus 130 Vertikalbrunnen, die rund um den Tegeler See und auch auf den Inseln darin zu finden sind. Sie reichen bis zu 60 Meter in den Untergrund. Die Unterwasserpumpen liefern zwischen 50 und 150 Kubikmeter pro Stunde. Eine Besonderheit ist der Horizontalfilterbrun-nen auf der Insel Scharfenberg, der 16 Meter in den Untergrund reicht. Zwei Unterwassermotorpumpen fördern aus sternenförmig vom Schacht ausgehenden Rohren jeweils maximal 250 Kubikmeter Wasser pro Stunde.

Ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem schützt die Brunnen. Als Brunnen-Manager Jordan auf der unbewohnten Insel Baumwerder einen der Brunnen aufschraubt, ruft er in der Zentrale an: Die würde das Öffnen sofort registrieren und nachsehen lassen. Schließlich sollen keine Schadstoffe ins System gelangen.