Ich gebe zu, ein klein wenig süchtig bin ich. Laufe ich nicht, schiebt mich meine Frau meist raus, damit ich meine zunehmend schlechter werdende Laune kompensiere. Jedoch ist der Herbst und Winter aufgrund der fehlenden Helligkeit nicht wirklich angenehm und der innere Schweinehund ist präsent.

Traditionell laufe ich am Wochenende um 6.15 Uhr los. Um 7.00 Uhr treffe ich dann Astrid im Grunewald am Schlachtensee, um diesen mit ihr zu umrunden. Gäbe es sie nicht, würde ich beim Warten auf die 3-4 Satelliten meiner Laufuhr vor der Tür umdrehen und wieder im Bett verschwinden. Bin ich jedoch einmal im Grunewald angekommen, ist der Kopf frei und genieße die Ruhe. Auch die Stirnlampe stört mich dann nicht mehr. Ich treffe immer die gleichen Leute, eine Dame mit Hund, seit Jahren einen netten Herren, der allein oder in weiblicher Begleitung gehend die Seen umrundet, dann gibt es noch den einzelnen Herren, der immer zwischen Grunewaldsee und Krumme Lanke meinen Weg kreuzt. Wildschweine gibt es selten – somit abzählbar wenige, die ähnlich verrückt sind – außer Astrid.

Mittwochs ziehe ich dann Jörn seit einigen Jahren durch den Grunewald. Angefangen haben wir mit 10-12km, mittlerweile laufen wir vom Büro aus in den Grunewald und von dort nach Hause, so daß 25-28km keine Seltenheit mehr sind. Am Schlachtensee gibt es dann eine Pause, um den Flüssigkeitsmangel mit einem Radler zu kompensieren. Der Bierstand an der Fischerhütte hat mittlerweile geschlossen, so daß wir dieser Woche erstmalig die Weinstube dort testen durften – vielen Dank für die Aufnahme. Ich gebe zu, nach 20km sind wir auch nicht mehr so frisch für ein Restaurant.

Damit bin ich aber aktuell mit 2 Läufen bei ca. 50km/Woche angekommen. Mehr ist im Winter nicht mehr drin. Der Sonntag zählte früher immer zu meinem Laufpensum – derzeit schaffe ich es jedoch nicht mehr. Die 3-4 Minuten, die ich auf die Bereitschaft meiner Uhr warten muß, sind grausam, kein Mensch auf der Strasse und einfach duster. Allein die Vorstellung daran. Warum soll ich da los rennen. Somit bleibe ich am Sonntag im Bett und warte sehnsüchtig auf den kommenden Frühling.

Im kommenden Jahr stehen Harzquerung (52km) sowie der Rennsteiglauf (73km) erneut an. Somit gibt es Grund genug, dann wieder mit Lust und Freude 3-4 Runden pro Woche durch Berlin zu drehen. Einen weiteren Höhepunkt für das Jahr 2013 suche ich noch. Biel habe ich aus Kostengründen fallen gelassen. Reizen würde mich der Ottonenlauf, die Müritz oder Thüringen.