Hach was bin ich froh schließe beide Äuglein zu vor der Uni Pseudo-Neu-Reform.

Nein mal im Ernst, ich bin wirklich absolut froh, daß ich vor doch schon etwas längerer Zeit studiert habe und damit noch ein Diplom incl. des minderwertigeren Masters in der Tasche habe! In meiner Profession stellt sich der Unterschied vom Diplom zum Bachelor/Master nun so dar:

Die Studieninhalte blieben weitestgehend gleich – nur daß die Uni diese nun etwas anders vermischt. Der Unterschied vom Bachelor zum Master konstituiert sich lediglich durch die Halbierung des Stoffes. Mit einem Bachelor hat man also nur ein halbes Diplom (nicht einmal eine grundständige Ausbildung – es fehlt halt nur die Hälfte – auch der Basics) – super gemacht!

Mit einem Master erst, erhält man dann (natürlich nicht jeder, denn hier wird natürlich “AUSGESIEBT”…) erst die Ausbildung, die man mit einem normalen Diplom sowieso erhalten hätte.

Na, das nenne ich doch einmal eine gut gemacht Reform! Wenn es nicht so traurig wäre, dann wäre es einfach nur zum lachen…

Auch finde ich amüsant, daß man nun auch schon die  Sprache zur Selektion der Studenten nuzt!

Natürlich, wie könnte es in Deutschland anders sein, hat man die Englisch gewählt (zumidest selektiert dies den “Ostblock” aus…)…

Hm, war mir nicht so, daß auch Studenten mit wenig finanziellen Mitteln nicht diskriminiert werden sollten? Da finde ich ja dann folgende Textpassage sehr aufschlußreich:

“Die Vielzahl an zu erbringenden Präsentationen und Hausarbeiten während des Semesters erweitert einerseits das eigene Wissen und die Fähigkeit wissenschaftlich zu arbeiten, setzt andererseits aber auch ein hohes Maß an Disziplin, Organisationsvermögen, Konzentration und die Bereitschaft zur Erbringung einer hohen Arbeitsleistung voraus. Im Semester einem Nebenjob nachzugehen, ist nur bedingt zu empfehlen. Auch Praktika sollten am besten vor dem Master absolviert werden.”

Quelle: http://www.wiwiss.fu-berlin.de/studium-lehre/master/m-m/erfahrungsbericht/index.html; 08.01.2010; 17:44 Uhr

Wie man sieht von Gleichstellung und Diskriminierungsfreiheit kann hier wohl nicht die Rede sein…

Hier zählt dann doch wohl eher die finanzielle Ausstattung der Klientel…

Die extreme Selektion und Zugangsbeschränkung der bisher allen Studenten zugänglichen Qualifikation wird – wie könnte es auch anders sein – natürlich nur positiv gesehen (in der eben genannten Quelle zu finden):  “…Arbeitsbedingungen sehr gut. Die intensive Betreuung der Professoren und die kleine Kursgröße sorgen für eine steile Lernkurve und eine außergewöhnliche Lernatmosphäre. Man erhält sehr detailliertes Feedback und hat durch die Interdis¬¬ziplinarität der Fächer und die daraus resultierenden Synergien die Chance, die eigene Leistung während des Semesters enorm zu steigern.”

Quelle: http://www.wiwiss.fu-berlin.de/studium-lehre/master/m-m/erfahrungsbericht/index.html; 08.01.2010; 17:44 Uhr

Auch die Selekltion per Sprache und Auslandsaufenthalt bleibt nicht unerwähnt:

“Der Master ist durch das integrierte Auslandssemester international ausgerichtet. Die Kurse werden in den ersten beiden Semestern zwar fast ausschließlich auf Deutsch abgehalten, die zu lesenden Artikel sind allerdings zum Großteil auf Englisch. Gute bis sehr gute Englischkenntnisse sind von daher unerlässlich.”

Quelle: http://www.wiwiss.fu-berlin.de/studium-lehre/master/m-m/erfahrungsbericht/index.html; 08.01.2010; 17:44 Uhr

Wie blind müssen unsere Bildungspolitiker nur sein…

Über den nur auf Unternehmen zugeschnittenen Studieninhalt wird ebenfalls nicht geschwiegen:

“Der Master of Science in Management and Marketing ist eine Mischung aus theoriegeleiteten Vorlesungen und praxisnahen Übungen. Die Kurse folgen alle dieser Zweiteilung, sind inhaltlich aber dennoch sehr unterschiedlich ausgestaltet. Während man z.B. in der Übung zum Strategischen Management in kleinen Teams Fallstudien bearbeitet und die Lösung im Rahmen einer Unternehmensberatungssimulation präsentiert, setzt man sich im praxisnahen Teil der Veranstaltung Käuferverhalten und Marketingkommunikation mit Journal-Artikeln auseinander, um Kursdiskussionen um wesentliche Erkenntnisse aus aktuellen Studien bereichern zu können.”

Quelle: http://www.wiwiss.fu-berlin.de/studium-lehre/master/m-m/erfahrungsbericht/index.html; 08.01.2010; 17:44 Uhr

Tja, ich glaube Geisteswissenschaft sieht anders aus…

Traurig!