Der Zauber von Valdemossa

Ich möchte von einem der Ferienorte berichten, der mich bislang am meisten beeindruckt hat. Dieser Ort befindet sich auf Mallorca. Mallorca ist die größte Insel des spanischen Archipels der Balearen. Und das am häufigsten assoziierte Wort mit dem Eiland ist- Ballermann. Man muss kein Mallorca Insider sein, um zu wissen, dass Mallorca noch so unendlich viel mehr zu bieten als nur seinen Abschnitt der Südküste mit den teutonisch dominierten Zentren des Massentourismus in El Arenal und Cala Ratjada. Diese Amusement-Kommunen haben auch vollkommen ihre Berechtigung- falls du dich in einer intensiven Phase von Fußballmannschaftsfahrten oder Kegelclubmitgliedschaften befindest.

Valdemossa

Sollte dich allerdings das Verlangen nach Landschaft und Natur, nach Menschen und Kultur packen, dann meide den Südwesten und den Osten der Insel. Komm in den Norden Mallorcas, komm nach Valldemossa :-) Valldemossa ist von der Inselhauptstadt Palma gut zu erreichen. Von dort aus sind es nur 20 Kilometer in die gebirgigeren Regionen Mallorcas, wo die Gemeinde mit ihren romantisch eingebettet inmitten einer idyllischen Karstlandschaft liegt. Echt malerisch wie die Häuser einem Prototyp südeuropäischer Architektur gleich sich an den Serpentinen der Hänge schmiegen. Allein diesen Anblick im dämmernden Abendrot zu erleben war für mich schon unbeschreiblich.

Neben dem tollen Klima- hier ist es aufgrund der montanen Lage nicht ganz so heiß wie im restlichen Mallorca- gab es für mich noch einen zweiten Anlass den Ort aufzusuchen. Der weltbekannte Komponist Frederic Chopin überwinterte hier einst für zwei Monate mit der fast ebenso populären Schriftstellerin George Sand. Als dann im Januar 1839 sein Tuberkulose-Leiden wieder in verstärktem Maße ausbrach, sah sich das Liebespaar gezwungen wieder abzureisen. Für George Sand waren diese acht Wochen aber genug Inspiration um die erlebten Eindrücke in ihrem Roman “Ein Winter auf Mallorca” schriftlich zu verewigen. Während dieser Phase wohnten Chopin und Sand in der heute noch existierenden Kartäuse von Valldemossa. Dieses Kloster wurde über 700 Jahren erbaut und dokumentiert in seinem gut erhaltenen Zustand noch sehr lebendig das damalige Zeitalter, welches stark unter dem Einfluss der damals soeben noch herrschenden Mauren stand. Der Kartause angeschlossen sind mehrere hoch interessante Museen, wo ich unter anderem diverse Gegenstände aus Chopins Bestand bewundern durfte. Spontan hatte ich mit meiner Freundin noch eine Woche drangehangen und so ist aus dem Ausflugsziel ein ganzer unvergesslicher Kurzurlaub geworden. Und Zeit ist das, was du draus machst!

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