Mein Senf zur Bundestagswahl 2013

Was wollen wir Deutschen eigentlich?

Die Wahlplakate werden abgehängt, die Stände in den Innenstädten werden abgebaut und das abendliche Fernsehprogramm ist nicht mehr gespickt von Gesprächsrunden oder TV-Duellen. Was bedeutet das? Wir haben den Wahlkampf überstanden! Wie viele andere von euch bin ich auch am Sonntag losgegangen, um meine Stimme abzugeben, um abends gebannt vorm TV zu sitzen und auf die ersten Zahlen zu warten. Und was war dort auf den Bildschirm nach den ersten Hochrechnungen zu erkennen? CDU/CSU weit vor ihren größten Konkurrenten, der SPD. Soweit nicht überraschend, nicht mal die SPD-Anhänger selbst haben beim Endspurt an dem Sieg ihrer Partei, mit dem dazugehörigen Spitzenkandidaten Peer Steinbrück, geglaubt. Doch, dass die CDU/CSU an der absoluten Mehrheit kratzte hat mich persönlich sehr verwundert. Wo sind die Menschen geblieben, die in diversen Wählerfragerunden Frau Merkel auf Themen wie Mindestlohn, Pflegereform und Rente angesprochen und kritisiert haben? In der letzten Legislaturperiode hat unsere Bundeskanzlerin viel Kritik eingesteckt, doch davon ist nun bei der Wahl wenig zu spüren gewesen. Was passiert, wenn man sich den Wünschen der Wähler stellt, mussten die Grünen schmerzlich erfahren. Einmal beim Parteitag das “böse” Wort “Steuererhöhung” in den Mund genommen, schon sanken die Umfragezahlen und das tatsächliche Wahlergebnis entsprach auch nicht gerade den Vorstellungen der Verantwortlichen (Die Grünen befanden sich sogar hinter der Linken). Das es sich hierbei um Steuererhöhungen für Vielverdiener handelte, die viele von uns forderten, kam dabei gar nicht mehr zur Sprache. Ich glaube Jürgen Trittin bereut es zurzeit, dass er an diesen Tag das Thema als “Schwerpunkt” bezeichnet hat. Denn im Wahlprogramm der SPD ist eine Steuererhöhung für gut situierte Mitbürger auch enthalten, es wurde aber nicht so in den Vordergrund gerückt.
Für ihr Verhalten im Wahlkampf bekam auch eine andere Partei am Sonntag die Rechnung: Die FDP. Das erste mal seit der Gründung der Bundesrepublik sind die Liberalen nicht im Bundestag vertreten. Die plötzlich aufgestellte “Zweitstimmen”-Kampagne stellte sich im nach hinein als Todesstoß heraus. Bei vielen Wählern kam dieser Schritt nicht gut an. Vielleicht ist damit auch der Anstieg der CDU/CSU Wähler zu erklären (Experten nennen das “Wählerwanderung”).
Viele andere, die sowieso genervt waren von dem Hin und her im Wahlkampf, nutzen am Sonntag wahrscheinlich die Möglichkeit und wählten die AfD. Jedenfalls führen Experten das als Grund für das doch überraschende Abschneiden der Partei zurück. Es reichte zwar nicht ganz für den Einzug, aber bestimmt haben viele von euch auch gedacht: “In den Umfragen sind sie hoch, aber wenn es nachher ernst wird wählt die keiner”.

Nun ist der Wahlkampf also vorbei, die Stimmen sind ausgezählt und Frau Merkel sucht sich einen Koalitionspartner. Der Wunschpartner FDP steht ja nun nicht mehr zur Debatte. Nun müssen doch die nicht unbedingt gewünschten Parteien wie SPD und GRÜNE angesprochen werden.
Der Bürger sollte wählen und er hat gewählt. Nun ist Frau Merkel am Zug.

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