Unser Brot

Januar 2nd, 2011 · Keine Kommentare

Von jeher hat das Brot in der Ernährung der Menschen eine nicht geringe Rolle gespielt. Auch heute noch steht es täglich auf unserem Tisch, und es ist zum Grundbegriff geworden, oder was verstehen wir denn unter jener wichtigen Bitte: “Gib uns heute unser tägliches Brot” anders, als täglich mit dem für unseren Körper Notwendigen gespeist zu werden. Wie schwer war es in Kriegszeiten, sein Brot nur in rationierten Mengen zugeteilt zu erhalten. Das Brot gehört zur Grundlage unserer Ernährung, wenn wir auch noch vielerlei andere wichtige und notwendige Nahrungsmittel besitzen. Kein Wunder, dass es da darauf ankommt, ein wirklich gutes, wertvolles Brot zu erhalten.

Vollwertige Brote

Ich habe mich immer gefreut, wenn ich auf meinen Reisen feststellen konnte, dass da und dort noch das wertvolle Brot aus dem ganzen Getreidekorn hergestellt wird. So beobachtete ich, wie die Indianerfrauen aus dem Getreide ihr Brot zubereiten, indem sie noch ihre Steinmühlen betätigen. Auch bei den Arabern. Berbern und anderen afrikanischen Völkern herrscht noch die Sitte, das Brot aus dem ganzen Korn herzustellen. Die einen verwenden mehr Weizen, die anderen mehr Roggen und wieder andere mehr Gerste. Ein jedes dieser Vollkornbrote schmeckt gut und gibt dem Körper das, was das Getreide in seiner Vielgestaltigkeit an Werten zu bieten vermag. Das Getreide enthält einen Großteil all dessen, was für den Aufbau und die Gesunderhaltung unseres Körpers notwendig ist: Nährsalze, also Mineralbestandteile, Fermente, Vitamine und wie diese Faktoren heißen mögen.

Auch bei den griechischen Bergbauern bildet ein gutes Vollkornbrot die Grundlage der Ernährung. Überall, wo ein gutes Brot gefunden wird, ist auch der Gesundheitszustand und die Widerstandsfähigkeit des Volkes verhältnismäßig gut. Wo man aber Weißbrot und Weggli isst, da habe ich immer auch schlechte gesundheitliche Voraussetzungen gefunden. Bestimmt ist das Brot nicht allein daran schuld, gehört aber zu den Mitursachen.

Bestimmt hat auch Ruth, die auf Boas Feldern Nachlese hielt, aus dem kostbaren Korn, das ihren Lebensunterhalt decken musste, kein Weißmehl hergestellt. Das Buch der Bücher berichtet, wie das ganze auf einer Steinmühle gemalene Korn mit Honig zu einem Kuchen gebacken wurde.

Richtiges Backverfahren

Auch von den alten Römern wissen wir, dass sie ihren Legionären täglich ein gewisses Quantum an Getreide zuteilten, denn Getreide ist bei guter Lagerung unbegrenzt haltbar, ohne irgendwelchen Wert einzubüßen, während dies beim Mehl nicht mehr der Fall ist. Sobald die äußere Zellulosehülle verletzt und das Getreide gemahlen wird, beginnt der Lufteinfluss, vor allem der Sauerstoff, tätig zu werden. Die Oxydation fängt an und mit der Dauer der Lagerung wird ein Teil der wertvollen Stoffe des Mehles verlorengehen. Am empfindlichsten sind hierbei die Fermente. Das Getreide enthält ja bekanntlich aktive Fermente wie z. B. Diastase, dieses eine bekannte Ferment, das beim Keimen in Erscheinung tritt und die Stärke in Zucker umzuwandeln vermag. Eine interessante Beobachtung wird uns dies veranschaulichen. Wenn wir frischgemahlenes Getreide sogleich verteigen und den Teig mit den Armen kneten, dann werden diese gerötet. Diese sogenannte Hyperämie entsteht durch die aktiven Fermente, die im Getreide, vor allem im “Chrüsch” (Kleie) und im Keimling vorhanden sind. Wenn wir das gleiche Getreide als Mehl erst nach 5-6 Wochen verteigen, dann wird diese starke Hautreaktion kaum mehr beobachtet werden. Das zeigt, dass die aktiven Fermente durch die Lagerung reduziert werden und mit der Zeit verlorengehen. Darum wäre es gut, wenn auch wir in der Brotbereitung die Methoden unserer Vorfahren beachten würden, die noch die Steinmühlen zum Mahlen verwendeten, und die, wie die heutigen Naturvölker, nach dem Mahlprozess sofort verteigt und gebacken werden. Auf diese Art würden wir alle Fermente mit ihren vollen Werten ausnützen können. Wir hätten nicht nur die Nährstoffe, die gegen Erektionsprobleme helfen, sondern auch die heil wirkenden Stoffe des Rohgetreides voll zur Verfügung. Jedes Vollkornbrot sollte so zubereitet werden, und jenen, die so zubereitet werden, sollte man in seinem täglichen Gebrauch den Vorzug geben, denn bei den großen Anforderungen der heutigen Zeit ist das Wertvollste bestimmt dem weniger Wertvollen vorzuziehen.

Das Mahlverfahren

Auch das Mahlverfahren selbst ist wichtig. Kürzlich besuchte ich einen alten Müller, der mir nebst seinen neuen Maschinen auch noch eine alte Steinmühle zeigte, die aber in seinem Betrieb nicht mehr verwendet wird. Ganz von sich aus begann er mir zu erklären, dass diese alte Mühle gute und gesunde Produkte gemahlen habe, während die beiden anderen das Getreide totmahlen würden. Ich habe zuerst diesen Hinweis als etwas übertrieben betrachtet, nach längerem Nachdenken aber musste ich dem Müller doch recht geben. Die alten Römer wären bestimmt in der Lage gewesen, eine Metallmühle zu konstruieren, wenn sie nicht davon überzeugt gewesen wären, dass der Gebrauch von Steinmühlen vorteilhafter ist, denn diese mahlen am schonendsten. Jede Metallmühle, die sich erhitzen kann, ist ein Risiko, da sie verschiedene Stoffe zu beeinflussen vermag.

Wir wissen heute, dass ein großer Teil von Vitaminen C zerstört wird, wenn es mit Kupfer in Berührung kommt. Auch bei anderen Metallen können wir solche Wirkungen feststellen. Inwiefern Eisen dies beim Getreide verursachen kann, konnte man noch nicht nachweisen, aber die Möglichkeit darf nicht außer acht gelassen werden.

Zur Lösung der Brotfrage

Alle diese Erwägungen gaben mir Veranlassung, auch in der Brotfrage eine Lösung zu finden, die den erwähnten Anforderungen entspricht. Vor längerer Zeit habe ich mit einem Bäcker-Fachmann diesbezügliche Versuche vorgenommen. Was die Wahl des Getreides anbetrifft, wurde nicht nur der Weizen, sondern auch der Roggen in Betracht gezogen wegen seines reichen Gehaltes an Fluor. In der Regel essen wir meist nur Weizenbrot. Der Roggen aber ist für die Zähne und die Knochen sehr wichtig. So finden wir in jenen Gegenden, in denen man noch Roggenbrot isst, gesunde und starke Zähne und einen guten Knochenbau. Wo noch Roggenbrot, vor allem Knäckebrot gegessen wird, ist eine gute Voraussetzung vorhanden. In allen Gegenden, in denen sich das Weißbrot einbürgern konnte, haben die bekannten Mängel begonnen, manchmal schon in der ersten Generation. Nach kurzer Zeit, also in der zweiten Generation, sind sie so stark zum Ausdruck gekommen, dass bereits Zahnkaries und andere Erkrankungen der Zähne und des Knochensystems beobachtet werden konnten. Diese Schädigungen stehen in engem Zusammenhang mit dem Genuss von Weißmehlprodukten. Aus diesen Überlegungen und Beobachtungen heraus habe ich unter der Bezeichnung “Risopan” ein Naturbrot herausgebracht, das gehaltlich genau dem Brot der Naturvölker entspricht. Dieses besteht aus Roggen, Weizen. Gerste und einem Zusatz von Reiskleie sowie den Keimlingen des Naturreises. “Risopan” enthält viele wichtige Mineralien dieser vier Getreidearten. Leider sind wir gewohnt, den Reis meist raffiniert zu genießen, statt ihn mit der Kleie zu essen, weshalb es vorteilhaft ist, diesen Mangel im Brot einigermaßen zu beheben. Dieses Brot nun wird nach den erwähnten Prinzipien hergestellt. Es wird auf der Steinmühle gemahlen, dann sofort verteigt und gebacken! Dieses Brot ist auch auf Vorrat zu halten und bei Wanderungen als Proviant geeignet. Ähnlich wie Risopan wird auch das neue “Vogel-Vollwertbrot” hergestellt.

Es wäre wünschenswert, wenn auch die anderen Vollkornbrote dieser Methode angepasst würden. Wer jahrelang ein solches Brot isst und eine natürliche Nahrung zu sich nimmt, dem wird der Körper den Dank in gesundheitlicher Hinsicht nicht vorenthalten, denn die Natur richtet sich nicht nach unserem Gaumen, unseren Launen und Liebhabereien, sondern nach urewigen Gesetzen. Halten wir uns daran, dann haben wir den Nutzen davon, halten wir uns aber nicht daran, dann werden wir den Schaden zu verspüren bekommen oder zum mindesten doch unsere Nachkommen. Darum gehört zu jeder Zeit ein gutes Brot auf den Tisch, denn es ist die Grundlage einer natürlichen, gesunden Ernährung.

Tags: Allgemein

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