Living with, in, from and for the Internet

Hessen, zwischen Westerwald und Rothaargebirge. Runde 500 Kilometerchen trennen mich gerade vom snafu-Office in der Berliner Knesebeckstraße, aber die Verständigung klappt bestens. Die eMail, auf die ich soeben reagiert habe, schlug vor zwanzig Minuten auf, und die Frage nach künftigen Planungen und Vorhaben war schnell beantwortet.

Lesen => Schreiben => Senden => Fertig!

Ich weiß, ich weiß, ich beschreibe nichts wirklich Neues. So ein Vorgang gehört mittlerweile zum Alltag für Millionen Menschen in aller Welt. Und meine 500 Kilometerchen sind ein Katzensprung im Vergleich zu Teleworkern, die beispielsweise an der amerikanischen Ostküste die Beine in den Ozean baumeln lassen, während sie mit ihrem Firmenkontakt an der Westküste oder am Kap der Guten Hoffnung kommunizieren.

Und bei so großen Entfernungen geht es sogar schneller als unterhielte man sich von Mund zu Ohr, also so wie es früher als normal gegolten hat und für die meisten Menschen wohl auch immer noch ist. Mit nahezu Lichtgeschwindigkeit werden die Signale übertragen; dagegen ist die Schallgeschwindigkeit eine Schneckenpost.

Ja – und ich weiß auch, dass der Dauerbeschuss meines biologischen Denkorgans mit Bits&Bytes aus dem riesigen Ozean der im Internet vorhandenen Nachrichten ein Problem sein kann, weil Multitasking schneller blöd im Kopf macht als Marihuana wie heute ein FAZ-Kommentar süffisant feststellt.

Und trotzdem:
Seit es dieses Internet für alle gibt, also seit etwa 15 Jahren und damit auch ungefähr so lange wie es snafu gibt, hat sich doch fast alles in meinem Leben verändert: die Kommunikation, das Einkaufen, die Unterhaltung, das Planen und Buchen von Reisen – und so weiter und so fort …

Blöd geworden bin ich deswegen meiner eigenen Einschätzung nach aber keineswegs, und das liegt sicher daran, dass ich es in diesen vielen Jahren leidlich gelernt habe, den Dauerbeschuss zu filtern und – das ist vielleicht noch wichtiger – sogar selbst dazu beizutragen, dass sich der Informationspool weiter füllt.  Zum Beispiel durch diesen BlogBeitrag.

Anders ausgedrückt:
Einiges davon, was ich aufnehme, wird verdaut und transformiert wieder ausgeschieden – ob es sich dabei um Blut, Schweiß, Tränen oder sonstwas handelt, kann und will ich nicht entscheiden. Das überlasse ich gern meinen werten Lesern.

Und damit komme ich erstmal zum Schluss mit dieser Beschreibung eines Phänomens, das sicher noch zahlreiche Auswirkungen und Aspekte hat, die in diesem kleinen Anriss nicht einmal ansatzweise berücksichtigt werden können.

Wer hier ergänzen möchte, ist dazu herzlich eingeladen.
Auf dass Datenmenge und Dauerbeschuss wachsen und wuchern mögen …

Ein Kommentar

  1. ChaosCat sagt:

    Theorie & Praxis… Ich habe einen freien Tag, sitze mit meinem Notebook auf der Couch und müsste mich jetzt eigentlich mit meiner Steuererklärung befassen. Tja, wenn ich meine Unterlagen gestern nicht im Büro vergessen hätte, könnte ich das jetzt auch angehen.

    Dabei sitze ich – wie mein Vorschreiber – nicht einmal 500 km von meinen Unterlagen entfernt, sondern nur knapp 9 km. Aber da hilft die beste Technik nicht weiter, wenn die eigenen Unzulänglichkeiten einem die Pläne durchkreuzen.

    Soso, und Multitasking macht blöde. Ich werde daran denken, wenn ich beim Bügeln mal wieder fernsehe. Ich kann ja auch ein paar Vokabeln Isländisch dabei lernen. Macht mich das dann schlauer oder blöder? Theoretisch oder praktisch?

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