Archive for Mai, 2009

Sich nicht dem Negativen unterwerfen

Dienstag, Mai 26th, 2009

Nachdem es meine ehemalige Arbeitgeberin abgelehnt hat, mein Arbeitszeugnis deutlich zu verbessern, habe ich nun Klage vor dem Arbeitsgericht Hamburg eingereicht.

Klage auf Berichtigung und Verbesserung meines Arbeitszeugnisses
gegen Reisen und Service Agentur GmbH,
vertreten durch Geschäftsführerin Susanne Pollentzke

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erhebe ich K l a g e vor dem Arbeitsgericht H a m b u r g gegen meine Arbeitgeberin und verlange eine Verbesserung meines Arbeitszeugnisses, da ich mich nicht wahrheitsgemäß und wohlwollend beurteilt fühle und den Eindruck habe, dass meine Arbeitgeberin mir damit mein berufliches Fortkommen erschweren will.

Nachdem mir die Arbeitgeberin gekündigt hatte, verlangte ich für die Zeit des Beschäftigungsverhältnisses gemäß Par. 630 BGB ein berufsförderndes, qualifiziertes Arbeitszeugnis. Da ich das Arbeitszeugnis dringend benötigte, erschien mir die Festlegung einer Frist von 10 Tagen für angemessen.

Das Arbeitszeugnis, welches ich erst eine Woche nach Ablauf der Frist erhielt, attestiert mir lediglich knapp befriedigende Leistungen, welche die Untergrenze des Akzeptablen beschreiben und entspricht in keiner Weise der Wahrheit und dem Prinzip der wohlwollenden Beurteilung.

So wurde am Anfang des Zeugnisses die Beschäftigungsdauer falsch angegeben. Ich trat nicht am 01. Januar 2008, sondern erst am 01. Januar 2009 in das Unternehmen ein. An dieser Stelle sollte auch zwingend die genaue Berufsbezeichnung nicht fehlen, damit deutlich zu erkennen ist, dass ich als ‚Reiseverkehrskaufmann’ bei der Arbeitgeberin beschäftigt gewesen bin.

Die stichpunktartige Aufgabenbeschreibung ist völlig unzureichend und die von mir ausgeübten Tätigkeiten sind nicht vollständig beschrieben. So sind Nebensächlichkeiten, wie Telefonverkauf, hervorgehoben, es fehlen mindestens drei weitere wichtige Tätigkeitsbeschreibungen und die Computerreservierungssysteme, mit denen ich selbstständig gearbeitet habe, sind unvollständig.

Auch mit der danach folgenden Beschreibung und Beurteilung meiner Leistung und Führung während der gesamten Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen kann ich mich noch nicht zufrieden geben. Denn die Beurteilung der Arbeitsweise beschreibt, in der derzeitigen Formulierung, eine mangelhafte und erfolglose Leistung und entspricht damit nicht der Wirklichkeit. Weiterhin steckt auch in der Verhaltensbeurteilung der bös-kritische Hinweis auf Fehlverhalten in der Tatsache, dass mein Verhalten gegenüber Kunden bewusst weggelassen wurde.

Meiner Ansicht nach sollten auch mein Interesse und die Teilnahme an beruflichen Weiterbildungen, meine Flexibilität bezüglich der Arbeitszeiten, Beurteilungen zu meinem Fachwissen, meinen guten Sprachkenntnissen in Englisch und meiner selbstständigen Arbeitsweise erwähnt werden um eine gerechte Leistungsbeurteilung zu erzielen.

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass das Arbeitszeugnis sehr kühl, knapp und lieblos wirkt, nicht in vollem Umfang der Wahrheit entspricht und dem Prinzip der wohlwollenden Beurteilung absolut nicht gerecht wird.

Nachdem ich das Zeugnis erhalten hatte bemühte ich mich, mit Hilfe meines Anwalts, eine gütige, außergerichtliche Einigung zu erzielen. Wir teilten der Arbeitgeberin mit, dass ich eine Verbesserung des Arbeitszeugnisses anstrebe und fügten, um die Sache zu vereinfachen, einen Entwurf mit Verbesserungsvorschlägen bei. Die Arbeitgeberin lehnte allerdings eine deutliche Verbesserung meines Arbeitszeugnisses mit Schreiben vom 11.05.2009, mir zugegangen am 15.05.2009, ab.

Nach Aussage der Arbeitgeberin hätte sie das Zeugnis bereits wohlwollend formuliert und meine Leistungen besser bewertet, als sie tatsächlich gewesen sind. Dieser Behauptung widerspreche ich aus den genannten Gründen entschieden. Das Zeugnis wurde aufgrund von subjektiven Antipathiefaktoren aufseiten der Arbeitgeberin formuliert und schadet eindeutig meinem beruflichen Fortkommen.

Deshalb beantrage ich, dass die Arbeitgeberin dazu verurteilt wird, mir ein berufsförderndes, qualifiziertes und verbessertes Arbeitszeugnis zu erteilen und auszuhändigen hat.

Enttäuschung in der Arbeitswelt

Freitag, Mai 1st, 2009

Mit großen Hoffnungen begann ich am 01. Januar 2009 einen neuen Job als Reiseverkehrskaufmann. Doch die Enttäuschung ließ nicht lange auf sich warten. Am 31. März 2009 erhielt ich meine Kündigung innerhalb der Probezeit zum 15. April 2009 und das obwohl ich nach Kräften dazu beigetragen hatte, das Arbeitsverhältnis zu erhalten. Jetzt musste ich sogar einen Anwalt einschalten um mein Arbeitszeugnis zu verbessern.

Es fing alles traumhaft an: Ich hatte endlich einen Job gefunden, der meinen Vorstellung entsprach und in den ich mich mit Begeisterung reinhängen konnte. Aufgrund meiner beruflichen Unerfahrenheit war ich zunächst bereit, viel zu arbeiten und mich auch mit einem unterdurchschnittlichen Gehalt zufrieden zu geben. Mir ging es zunächst einmal darum, mich auszuprobieren, die ersten beruflichen Erfahrungen in einem Reisebüro zu sammeln und Gelerntes in die Praxis umzusetzen. Meiner Ansicht nach hat meine Arbeitgeberin diese Unerfahrenheit ausgenutzt um mein mittelmäßiges Gehalt zu rechtfertigen.

Seit Anfang März verlief dann das Arbeitsverhältnis zwischen der Arbeitgeberin und mir in sehr angespannter Atmosphäre und ich hatte das Gefühl dass meine Arbeitgeberin sich von mir trennen wollte. Von diesem Zeitpunkt an fühlte ich mich enorm unter Druck gesetzt und durfte nicht mehr im Haupttätigkeitsbereich des Reisebüros arbeiten.

Um mich unter Druck zu setzen wurden negative Aussagen von Kollegen, Fehler (Natürlich passieren mir Fehler und ich übernehme die Verantwortung dafür. Denn Fehler machen ist für mich kein Versagen.) und unzureichender Umsatz als Argumente gesammelt. Wenn nicht genügend Argumente vorgelegen haben, wurden mir auch Fehler untergeschoben, die ich gar nicht zu verantworten hatte. Immer dreister wurde mir, mit der Zeit von Seiten der Arbeitgeberin erklärt, wie unfähig und geschäftsschädigend ich doch in meiner Arbeit bin. In diesem Zusammenhang sei auch der respektlose Umgangston der Arbeitgeberin erwähnt, der in keiner Weise zu einem loyalisierendem Arbeitsverhältnis beigetragen hat, sondern eher an den Umgangston in einer Bundeswehrkaserne erinnert hat.

Nach der Kündigung verlangte ich ein qualifiziertes Arbeitszeugnis von meiner Arbeitgeberin. Doch das Arbeitszeugnis was ich erhielt, machte den Eindruck, als ob ein kleines, zickiges Schulmädchen ihr Gedicht aufsagen muss und war knapp, lieblos und oberflächlich. Ich kann nicht ernsthaft davon ausgehen, dass meine Arbeitgeberin das, was sie in meinem Arbeitszeugnis schreibt, auch wirklich meint. Mit dem Prinzip der wohlwollenden Beurteilung hat dieses Arbeitszeugnis, besonders die mangelhafte Leistungsbeschreibung und die Leistungs- und Verhaltensbeurteilung, bedauerlicherweise nichts zu tun. Es macht eher den Eindruck, dass die Arbeitgeberin damit versucht, mein berufliches Fortkommen zu erschweren. Deshalb versuche ich gerade, mit Hilfe eines Rechtsanwalts, eine Verbesserung meines Arbeitszeugnisses zu erreichen.