Archive for September, 2009

Stellungnahme zum Schriftsatz

Samstag, September 19th, 2009

Nachdem nun also die Güteverhandlung am 27.08.2009 gescheitert ist, wurde ich aufgefordert, zum Schriftsatz der Beklagten vom 16.08.2009 bis zum 25.09.2009 abschließend weiter vorzutragen. Das habe ich nun am 13.09.2009, dem Arbeitsgericht zugestellt am 18.09.2009, getan.

Rechtsstreit gegen Firma Reisen & Service Agentur GmbH, vertr. d. d. Geschäftsführerin Susanne Pollentzke

Sehr geehrte Damen und Herren,

in dem o. g. Rechtsstreit nehme ich Bezug auf die Stellungnahme der Beklagten vom 16.08.2009, mir zugegangen am 26.08.2009, und beantrage eine weitere Verbesserung des vorgelegen Entwurfs, da immer noch nicht zu erkennen ist, dass sich die Beklagte an eine objektive Beurteilung gehalten und das Prinzip der wohlwollenden Formulierung stets berücksichtigt hat.

Es ist mir auch keine gesetzliche Grundlage bekannt, die den Umfang eines qualifizierten Arbeitszeugnisses aufgrund der Dauer der Zugehörigkeit zu einem Unternehmen einschränkt. Ganz im Gegenteil kann das bewusste Weglassen von Inhalten sogar eine Geringschätzung der Arbeitsleistung bedeuten, wie es bisher z. B. mit der Verhaltensbeurteilung gegenüber Kunden getan wurde. Sofern die Beklagte erneut die Behauptung vorbringt, dass es Kundenbeschwerden gab, die zu einer negativen Beureilung führten, möchte sie diese doch bitte näher erläutern.

Ich möchte auch noch einmal betonen, dass es nicht an mir lag, dass die Integration in das bestehende Mitarbeiterteam nicht gelungen ist. Ich habe mich gegenüber meinen Kolleginnen und Kollegen stets ehrlich, offen und aufgeschlossen verhalten. Spannungen sind nur durch den von der Beklagten dauernd geschürten internen Wettbewerb aufgetreten, der zu einem übernatürlich ausgeprägten Konkurrenzverhalten im Team führte.

Dass meine fachliche Kompetenz angeblich nicht den Erwartungen der Beklagten entsprach lag einzig an einem extrem hohen und strengen Beurteilungsmaßstab, der deutlich über den zu meinem Eintritt vorhandenen beruflichen Voraussetzungen lag. Auch habe ich der Bekagten stets in perönlichen Gesprächen mitgeteilt, dass ich ein sehr großes Interesse an berufsspezifischen Weiterbildungen habe. Tatsächlich aber hat sich die Beklagte nie ernsthaft mit meinem beruflichen Fortkommen beschäftigt und entgegen der in der Stellungnahme getätigten Aussage wurde die erfolgreiche Teilnahme an den beiden einzigen Weiterbildungen bisher nicht im vorgelegten Entwurf erwähnt.

Der Aussage, dass die Beklagte meine Kenntnisse in englischer Sprache nicht beurteilen kann, weil ich diese nicht eingesetzt haben soll, halte ich entgegen, dass meine speziellen englischsprachigen Kenntnisse z. B. beim Lesen der Tarifbestimmungen für Linienflüge und bei der Kommunikation mit ausländischen Leistungsträgern erforderlich waren. Auch war ich gerne bereit, für die neu ins Unternhemen eingetretene Kollegin Anschreiben an ausländische Kunden in englischer Sprache zu verfassen, wenn dies erforderlich war.

Bei dem durch meinen Rechtsanwalt, mit Schreiben vom 24.04.2009 vorgelegten Entwurf handelt es sich nicht um ein “Wunschzeugnis”, sondern lediglich um die aktive Mithilfe das schlechte Arbeitszeugnis positiv umzugestalten. In diesem Entwurf ist bereits ausführlich konkretisiert worden, welche Tätigkeitsbeschreibungen gefehlt haben, bzw. immer noch fehlen. Es ist auch kein nachvollziehbarer Grund erkennbar, weshalb Tätigkeiten, die von mir während der Beschäftigungsdauer durchgeführt wurden, weggelassen werden sollten. Auch war mit der unzureichenden Aufgabenbeschreibung stets der Inhalt und nicht die Form gemeint, weshalb ich auch eine Umwandlung der Tätigkeitsbeschreibungen in einen Fließtext ablehne.

Des Weiteren ist die Beklagte weder in ihrer Stellungnahme, noch in den bisher vorgelegten Entwürfen auf meine enorme Flexibilität und Belastsbarkeit bezüglich der Arbeitszeiten, besonders der Schichten am Samstag und Sonntag, eingegangen. Und letztendlich kann ich auch der Behauptung mit den schlechten Ergebnissen nicht folgen. Diese Aussage soll die Beklagte, sollte sie den Vorwurf erneut vorbringen, doch genauer definieren.

Um die Sache zu vereinfachen, erlaube ich mir, erneut einen Entwurf vorzulegen, welcher die bereits vereinbarten Ergängzungen aus der Güteverhandlung vom 27.08.2009 und die meines Erachtens noch fehlenden Inhalte berücksichtigt.

Hochachtungsvoll

Lars Peters

Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht

Freitag, September 18th, 2009

Kurz ein Wort zur Güteverhandlung am 27.08.2009 (offizieller Text): Die Sach- und Rechtslage wurde erörtert. Der Güteversuch scheiterte. Dem Kläger wird aufgegeben, zum Schriftsatz der Beklagten vom 16.08.2009 abschließend weiter vorzutragen.

So viel dazu. Zum Schriftsatz der Beklagten *lach*: Der Gerichtstermin stand nun seit ca. 3 Monaten fest und meine ehemalige Arbeitgeberin hatte ausreichend Zeit sich zu meiner Klage zu äußern. Allerdings hat sie ihre Stellungnahme erst am 20.08.2009 beim Arbeitsgericht abgegeben, so dass mir der Schriftsatz am 26.08.2009 – also einen Tag vor dem Termin zur Güteverhandlung(!) – zugestellt wurde. Der vorsitzende RiAG Stein, der 15 Minuten für die Güteverhandlung anberaumt hat, gestatte mir auch nur auf den dieser Stellungnahme angefügten Zeugnisentwurf einzugehen. So sind wir dann einzelne Punkte aus dem erneut unzureichendem Zeugnisentwurf, der dieser Stellungnahme angehängt wurde, durchgegangen. Die ehemalige Arbeitgeberin war zwar bereit einige Punkte zu ändern, aber ich konnte nicht erreichen, dass alle vorgeschlagenen Änderungen aufgenommen werden. Deshalb lehnte ich eine Einigung ab und es wurde ein weiterer Termin, diesmal zur mündlichen Verhandlung vor der Kammer, auf den 08.12.2009 anberaumt.