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Wenn man nicht mehr vierzig ist

Archiv für November, 2011

Dress Code

Montag
Nov 28,2011

Der Fotograf Ari Seth Cohen portraitiert für seinen Blog ADVANCED STYLE ältere Passanten in NYC. Im April kam Tom Wolfe mit seinen Ratschlägen für den Mann ab Fünfzig zu Wort: “Versuchen Sie nicht, sich jünger zu kleiden – Sie würden im Ergebnis nämlich tatsächlich älter aussehen … ab fünfzig sollten Sie um Himmels Willen den Hals bedecken und Sakkos tragen, also: keine T-Shirts und Sweater …”

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  • Donnerstag
    Nov 24,2011

    Wenn “früher alles besser gewesen ist”, dann kommst du in die Jahre.
    Folglich ist das überhaupt nicht meine Sicht der Dinge.

    Aber seinerzeit sind wir noch selbst für unsere Anliegen auf die Straße gegangen, haben demonstriert und Infotische aufgebaut – gegen Atomkaft, für eine Strassenumbenennung und was nicht alles. Heute dagegen werden solche Anliegen “professionalisiert”: Greenpeace schickt Drückerkolonnen auf die Straße.

    Eben ist mir am Bahnhofsvorplatz aufgefallen, dass ich von denen gar nicht angesprochen werde. Auch das war früher anders. Sehe ich nicht mehr so aus, als ob mich die Zukunft unseres Planeten interessierte? Bin ich kein kommunikativer Typ, dem man auf der Straße eine Frage stellen könnte?

    Bei nächster Gelegenheit werde ich mich bei den jungen Leute mal erkundigen, nach welchen Merkmalen sie sich ihre Gesprächspartner aussuchen …

    Ewigkeitssonntag

    Sonntag
    Nov 20,2011

    Gestern abend mit Freunden in Mannheim Gespräche über vorletzte Gelegenheiten zum Aufbruch. Heute Ewigkeitssonntag.

    In der Konkordienkirche wurde an 68 Gemeindeglieder namentlich erinnert. Die allermeisten Frauen wurden älter als achtzig. Die Männer haben ihre Sechziger und Siebziger erreicht. 68 Namen, dazu läuten die Glocken. Dann kommst du ins Rechnen. Zehn oder zwanzig Jahre – wieviel ist das eigentlich, was ist noch drin?

    Wer will, kann zur Erinnerung vor dem Altar eine Kerze anzünden.
    Ich sehe mir die Frauen mit ihren erwachsenen Kindern genau an.

    Auf dem Rückweg schreit mich in der Bahnhofsbuchhandlung ein Werbeplakat an: “Verändere Dein Leben, sonst verändert es Dich!” Ach, Herrje. Auch wer glaubt, dass er sich selbst erfinden kann, wird irgendwann mit den Resultaten zurecht kommen müssen. Heute versuche ich lieber, meine Grenzen zu begreifen, um daraus klug zu werden.

    Im Zug fällt mir dann noch ein Song von James Brown ein: “Shake hands with Your best friends. It may be the last time.”

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  • Sinnig

    Freitag
    Nov 18,2011

    “Dein ganzes Leben ist umsunst,
    fehlt Freundschaft Dir, Humor und Kunst.”

    Heute gesehen in Bad Orb. 

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  • Dienstag
    Nov 15,2011

    Franz Josef Degenhardt ist gestern gestorben. Jahrgang 1931, wie mein Vater, was ist mir bisher gar nicht aufgefallen war.

    Jetzt würde ich mich gern an den Namen des Deutschlehrers erinnern, mit dem wir um 1970 in der achten oder neunten Klasse Liedermacher-Lyrik behandelt haben. Irgendwas mit G…, glaube ich. Wir hatten unsere eigenen Schallplatten mitgebracht bzw. die der älteren Geschwister: Hannes Wader, Reinhard Mey, Bob Dylan und eben FJD.

    Mir fällt aber nur der Name des Deutschlehrers zuvor ein, der uns zu einem Bild von Karl Schmidt-Rottluff erklärt hat: “Kunst kommt von Können. Aber dieser Mann kann überhaupt nichts. Das ist Entartete Kunst.” Das war Herr Kopperschmidt, die arme Sau.

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  • Montag
    Nov 14,2011

     http://www.youtube.com/watch?v=hYA061KR0…

    Wie schön, dass er noch auf den Bühnen unterwegs ist: Eric Burdon (Jahrgang 1941). Das ungestüme “Verdammt, wir müssen ‘raus aus dem Dreck” (so die Übersetzung dieses Titels von Udo Lidenberg) kommt ihm mit passender Altersironie über die Lippen. Die Stimme ist freilich nicht mehr dieselbe. Und deshalb schnell noch ein Link zurück in die fantastic years. (Die Ansage macht übrigens Otis Redding.)