september-blog

Wenn man nicht mehr vierzig ist

Archiv für Januar, 2012

Wenn’s brennt …

Sonntag
Jan 22,2012

Was würde ich einpacken, wenn’s im Haus brennt?
Der Fotograf Foster Harrington sammelt Antworten auf diese Frage.

Die meisten Teilnehmer der Umfrage sind in ihren Zwanzigern. Sie entscheiden sich kaum anders als die wenigen Älteren. Wichtigste Erinnerungsstücke sind Fotografien und das Lieblingsbuch; weil das Leben weiter gehen wird, werden das beste Paar Schuhe und die alte Kamera gegriffen. Wichtiger als Reisepass oder Bargeld sind das MacBook oder iPhone.

Die kürzeste Antwort gibt, wer den größten Schatz hat: “Ich würde mir meine Tochter schnappen. Und vielleicht mein Telefon.” (Claire aus Louisiana).

...

  • Kommentare deaktiviert
  • Hörgeräte

    Mittwoch
    Jan 18,2012

    Kleine Internetrecherche: Wann eigentlich übertrug der NDR aus dem Ohnsorgtheater das Lustspiel “Das Hörrohr” mit Henry Vahl in der Hauptrolle? Angeblich nie (denn die Rolle des Opa Meiners sei immer mit anderen Schauspielern des Ensembles besetzt gewesen). Ich kann mich aber trotzdem daran erinnern, wie unsere ganze Familie auf dem Sofa meiner Großmutter gesessen und eben über Henry Vahl gelacht hat.

    Schwerhörigkeit war bis dahin ein Altersgebrechen, das die Betroffenen unweigerlich an den sozialen Rand drängte. “Opa ist tüddelich”, wie wir in Hamburg sagten. Da halfen auch keine technischen Hilfsmittel. In dem wunderbaren Schwank allerdings rehabilitierte ein, wie es heute heißt, technischer Quantensprung den Geächteten: Opa Meiners kann mit dem neuen Hörrohr (das genauso aussieht wie sein altes) wieder alles verstehen. Er hält das geheim und erfährt so von den Intrigen um ihn herum …

    Aber auch mit leistungsfähiger Hörhilfe blieb ein Makel, so dass die Techniker Jahrzehnte an einer Miniaturisierung arbeiteten. Und mittlerweile ist die Entwicklung so weit fortgeschritten, dass es den Trägern ein Vergnügen bereitet, die technischen Wunderwerke im Bekannten- und Kollegenkreis vorzuführen. “Fällt Dir etwas an mir auf? … ich habe ein Hörgerät!” Damit kann man heute, zumindest unter Gleichaltrigen, zum Mittelpunkt einer Feier werden.

    Ermutigt von solcherart Beobachtungen zur Kultur- und Technikgeschichte eines Altersleidens werde ich demnächst einen Spezialisten aufsuchen und ihm die Überweisung meines Hausarztes vorlegen, in der als Konsultationsgrund angegeben ist: “Verdacht auf Schwerhörigkeit”.

  • Kommentare deaktiviert
  • Dienstag
    Jan 17,2012

    Austin Lynch reiste im letzten Jahr mit seinem Filmteam durch Deutschland und befragte Menschen nach ihrem Woher und Wohin. Er traf seine Interviewpartner an Flussufern, in Parks, auf der Straße – Müssiggänger.

    ...In ihren spontanen Lebenserzählungen vor der aufgebauten Kamera neigen Sie nicht zu Dramatisierungen, aber jede/r weiß von einer Wende in seinem oder ihrem Leben zu berichten.

    Ich habe mich durch viele dieser Portraits anrühren lassen, wie z.B. dem von Falilj aus Warstein.

  • Kommentare deaktiviert
  • Alterskrankheiten

    Sonntag
    Jan 15,2012

    “Das Alter ist gewiss keine Krankheit und braucht nicht als solche behandelt zu werden. Im Gegenteil, manche Spötter bezeichnen die Jugend als Krankheit, die im Laufe der Jahre langsam ausheilt. Doch werden mit den Jahren bestimmte Krankheiten gefördert und begünstigt. Es kommt entscheidend darauf an, völlig normale Alterserscheinungen, wie graue Haare und etwas eingeschränkte Spielfreudigkeit, von den ersten Zeichen für eine ernste Krankheit zu unterscheiden. Das ist deswegen besonders wichtig, weil sich im Frühstadium eigentlich immer noch etwas unternehmen lässt, um eine Heilung zu erreichen oder zumindest ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.”

    Zitat aus: “Der ältere Hund – glücklich und gesund” von Tierarzt Dr. Rolf Spangenberg. Wie der Herr, so’s Gescherr, hat meine Großmutter immer gesagt.

  • Kommentare deaktiviert
  • Rente mit 67

    Donnerstag
    Jan 12,2012

    Den Jahreswechsel habe ich mit meiner Familie in Israel verbracht. Mit der Zeitungslektüre beim Rückflug goutiere ich, dass der Bundespräsident sich dem Chefredakteur immer noch nicht geschlagen gegeben hat. Im Wirtschaftsteil finde ich einen Artikel über die “Rente mit 67″. Dazu eine Tabelle, wie die Anpassung Jahrgangweise verlaufen wird.

    Zwar habe ich die Diskussion interessiert verfolgt und mir eine Meinung dazu gebildet. Auch ist mir klar, dass ich selber betroffen sein werde. Aber nun sehe ich das erste Mal, dass ich erst zehn Monate nach meinem Fünfundsechzigsten den vollen Rentenanspruch haben werde. Soll ich mich darüber ärgern? Zuhause auf dem Schreibtisch liegt seit zwei Monaten ein ungeöffnetes Schreiben der  Deutschen Rentenversicherung. In zehn Jahren ist es soweit. Ich mag mich nicht damit befassen.

    Noch eine Stunde Flugzeit bis Frankfurt.
    Ich blättere weiter und lese lieber das Feuilleton.