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Wenn man nicht mehr vierzig ist

Archiv für März, 2012

Vorbilder

  • Abgelegt in: Väter
Donnerstag
Mrz 29,2012

Im Deutschlandradio läuft eine Sendung über Vorbilder. Es kommen Experten zu Wort, und Passanten wird das Mikrofon unter die Nase gehalten: “Meine Mama ist mein Vorbild …”, “in gewisser Weise ist es für mich mein Vater …”

Seltsam, die jungen Leute. Für mich und viele meiner Freunde ist der Vater keine Leitfigur gewesen. Ich wollte anders sein, ein anderes Leben führen, habe mir Ideale fernab der Welt meiner Familie gesucht.

Aber wenn ich heute im Vorübergehen mein Spiegelbild sehe, dann stutze ich mitunter. Denn er hat mich eingeholt, der Mann, von dem ich mich unterscheiden wollte. Und es hat mich auch schon gefreut, wenn jemandem diese Ähnlichkeit aufgefallen ist.

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  • A little prayer …

    • Abgelegt in: Musik
    Sonntag
    Mrz 25,2012

    … für Aretha Franklin heute zum 70. Geburtstag.
     http://www.youtube.com/watch?v=KSoXJl2AL…

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  • Fürsorge

    • Abgelegt in: Väter
    Freitag
    Mrz 23,2012

    Sonnabends ist Vatertag in der Schwimmhalle. Unter der Dusche gegenüber kümmert sich ein Vater liebevoll um seine Vierjährige. “Schön die Augen zumachen. Gleich hast du wieder ganz saubere Haare. Fein machst du das.” Wann hat es eigentlich angefangen, dass Männer derart fürsorglich ihre Kinder ansprechen? Mein Vater jedenfalls hielt es noch männlich-forsch: “Stell’ Dich nicht so zimperlich an!”

    Ich bin noch mit diesem Gedanken beschäftigt, da betritt ein Endvierziger die Szene. In seiner Begleitung ein alter, bereits recht unbeholfener Mann. “Papa, willst Du vielleicht dorthin gehen? Da kannst du dich auch hinsetzen. Warte, ich stelle dir das warme Wasser ein.” Er führt den alten Herrn vorsichtig am Arm in die Duschkabine.

    Derzeit ist oft vom Festhalten an überkommenen Männer-Geschlechterrollen die Rede. Die Statistik registriert Veränderungen tatsächlich nur im Promille-Bereich: kaum jeMannd bleibt länger in der Familienzeit als gesetzlich vorgesehen; die Pflege von alten Familienangehörigen wird i.d.R. von Frauen übernommen. Aber in vielen Situationen zeigt er sich längst ein neues Rollenverständnis. Ob das wohl der Neue Mann ist, auf den die Feuilletons seit den achtziger Jahren warten.

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  • Dienstag
    Mrz 20,2012

    Eine kurze Bemerkung, dann eine Erwiderung, und alle lachen. Ich habe allerdings nicht verstanden und frage nach. Aber ich bekomme keine Antwort – denn der Witz ist schon weg! Es gibt spaßige Situationen, die sich nicht wiederholen lassen, es sei denn, man würde sie erklären. Und was ist schon ein erklärter Witz?

    Und wieder erinnere ich mich an die Überweisung zum einschlägigen Facharzt, die ich seit Wochen in der Brieftasche habe …

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  • Lebens-Beichten

    Mittwoch
    Mrz 14,2012

    Das letzte Wochenende habe ich mit einer Gruppe von Diakoninnen und Diakonen verbracht. Bei den Gesprächen am Abend ging es auch um Ost und West und um Erlebnisse während der Zeit um die 89er Wende.

    Eine aus unserer Runde erzählte von ihren damals regelmäßigen Zugfahrten zwischen Berlin und Magdeburg. In jenen Tagen kamen sich fremde Menschen umstandslos näher, fagten sich nach dem woher und wohin. “Und was machen Sie beruflich?” Auf ihre Antwort reagierten viele Mitreisende mit einer spontanen Lebensbilanz: Worauf hatte ich mich eingelassen, was erschien mir unausweichlich, wie stehe ich heute dazu? Es waren hauptsächlich Menschen, die sich in der DDR “systemnahe” bewegt hatten, denen das Herz aufging.

    Als ein Pfarrer sich zu uns gesellte, erzählte dieser, dass NVA-Offiziere ihn nachts heimlich in seiner Wohnung aufgesucht hatten, um von ihren Gewissensqualen zu reden.

    Was braucht es eigentlich, damit wir uns unseren Lebensfragen stellen können – Verunsicherung, Abbrüche, Scheitern? Jedenfalls war es eine gute Zeit, damals, als wir nicht um jeden Preis Recht behalten mussten und einander zuhören konnten.

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