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Wenn man nicht mehr vierzig ist

Ostersonnabend

Samstag
7. Apr 2012

Die Karfreitage meiner Kindheit waren grässlich.

Befreiend damals wie heute der Ostersonnabend. Zwar ist die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt, aber es ist gewiss, dass sie gut ausgehen wird. In den Straßen und Geschäften frohe Gesichter. Es werden Besorgungen für das Festessen gemacht und kleine Geschenke gekauft. Jetzt zählt, was bleibt, und es kann wieder gelacht werden.

Die deutsche Version ist im Vortrag und mit den eingespielten Lachern nicht ganz so lustig.

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  • Gründonnerstag

    Donnerstag
    5. Apr 2012

    Oscar Peterson spielt Bach

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  • Jubiläumsliste

    Mittwoch
    4. Apr 2012

    “In unserer Firmenzeitung wird nicht nur an Zugehörigkeits-Jubiläen erinnert, was ich ja noch verstehen könnte. Nein, auch zum fünfzigsten und sechzigsten Geburtstag wird öffentlich gratuliert. Wen geht das etwas an, wie alt ich bin? Ich will das nicht!”, schimpft S. in unserer Partyrunde. Ich vermute sie so eifrig, weil sie selbst bald unter den Jubilaren genannt werden soll. Das überrascht mich dann doch, weil sie in der Tat wesentlich jünger sein könnte.

    Hat sie etwas zu verlieren – und was wäre das?

    Vielleicht in diesem Sinne: Heute kann jede/r selbst in einem gewissen Rahmen bestimmen, wie alt er oder sie sein will. Durch den Lebensstil, mit Mode und Anstrengungen im Fitnessstudio kann man ein paar Jahre herausholen. Laut Umfragen fühlen sich die meisten Menschen ohnehin zehn Jahre jünger als die anderen ihrer Alterskohorte. Wer von Erfolg oder Glück begünstigt abermals ein paar Jahre abziehen kann, will sich das durch ein outing nicht verderben lassen.

    Übrigens gilt das auch und sowieso für Männer. Einer aus unserer Runde bekennt lachend: “Ich habe mich aus der Jubiläumsliste streichen lassen!”

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  • Zeitreise

    Montag
    2. Apr 2012

    Immer wieder ging ich in den letzten Jahren bei meinen Hamburg-Besuchen an Wochenenden an der S-Apotheke vorbei. Durch die Fenster sah ich, dass die mir vertraute Einrichtung seit vierzig Jahren unverändert geblieben ist: an der rückwärtigen Wand der vergrößerte Stich von einer alten Stadtansicht, flankiert durch raumhohe Schubregale aus dunklem Holz, die seinerzeit erstmals in Verkaufsräume eingebaut wurden. Auf dem Türschild steht immer noch der Name des mir bekannten Inhabers. Kann das denn sein?

    Letztens passierte ich das Geschäft während der Öffnungszeiten und trat ein. Auch die Sitzecke im Wartebereich ist unverändert, verchromtes Stahlrohr mit Lederpolstern und Glastischfläche. Jetzt gerät mir auch die Wanduhr in den Blick, auf die ich unzählige Male während des Wartens auf meine Einsätze geschaut habe. Denn als Schüler bin ich hier für zwei Jahre der Apothekenbote gewesen. Mit meinem Fahrrad hatte ich Bestellungen ausgeliefert, hatte mit Medikamenten und Heilwasserflaschen Villen und Altenheime angesteuert. Die zumeist älteren Kundinnen zeigten sich durch Trinkgelder erkenntlich. Meine olfaktorische Erinnerung: „Uringeruch“.

    Hinter dem Thresen steht ein Greis mit lichtem, grauen Haar. Ich erkenne ihn nur deshalb, weil auch seines Vaters Gesicht durch solche buschigen Augenbrauen geprägt war. Ich bringe mich in Erinnerung, und wir führen ein kurzes Gespräch. Er erzählt mit Genugtuung, wie er in den letzten Jahrzehnten seiner Bestimmung gemäß Familienleben und Geschäft geführt habe. Sein Sohn sei ebenfalls Apotheker geworden und habe, wie er selbst, wiederum eine Apothekerin geheiratet. Wie seinerzeit der eigene Vater unterstütze er heute die Kinder als Großvater, indem er regelmäßig im Geschäft arbeite.

    Nach dem Verlassen der Zeitkapsel fällt mir ein, dass ich mich auf meinen alten Warteplatz hätte setzen sollen. Aus den Polstern wäre puffend die Luft entwichen, ich hätte auf die Uhr schauen und Erinnerungen nachspüren können.

     

     

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  • Vorbilder

    • Abgelegt in: Väter
    Donnerstag
    29. Mrz 2012

    Im Deutschlandradio läuft eine Sendung über Vorbilder. Es kommen Experten zu Wort, und Passanten wird das Mikrofon unter die Nase gehalten: “Meine Mama ist mein Vorbild …”, “in gewisser Weise ist es für mich mein Vater …”

    Seltsam, die jungen Leute. Für mich und viele meiner Freunde ist der Vater keine Leitfigur gewesen. Ich wollte anders sein, ein anderes Leben führen, habe mir Ideale fernab der Welt meiner Familie gesucht.

    Aber wenn ich heute im Vorübergehen mein Spiegelbild sehe, dann stutze ich mitunter. Denn er hat mich eingeholt, der Mann, von dem ich mich unterscheiden wollte. Und es hat mich auch schon gefreut, wenn jemandem diese Ähnlichkeit aufgefallen ist.

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  • A little prayer …

    • Abgelegt in: Musik
    Sonntag
    25. Mrz 2012

    … für Aretha Franklin heute zum 70. Geburtstag.
     http://www.youtube.com/watch?v=KSoXJl2AL…

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