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Wenn man nicht mehr vierzig ist

“Man of the Year”!

Mittwoch
Nov 28,2012

Dieses Ereignis reißt mich aus dem Blog-Schlaf: Ich bin vom American Biographical Institute als “Man of the Year 2012″ nominiert worden. Maßgebend waren mein “außerordentliches Streben und bedeutende Erfolge auf dem Gebiet der Pädagogik”.

Das ist eine schöne Anerkennung meines bisherigen Lebenswerks. Wer mag das Institut in North Carolina auf meine Verdienste hingewiesen haben? Die Schulleitung der Fachschule, an der ich unterrichte? Oder meine Tochter?

Jedenfalls steht mir ein Zertifikat zu – acht mal zehn Inches groß, mit geprägten Goldlettern und kirschholzfarbener Appretur. Ich kann endlich das vergilbte Jackson Pollock-Ausstellungplakat in meinem Büro abnehmen.

Dafür muss ich 295 US-Dollar an eine Kalifornische Bank überweisen. Tja, die “Man of The Year”-Auszeichnung ist eben nicht der Nobelpreis.

Freitag
Apr 27,2012

Wir hatten lange nichts von T. gehört, und jetzt erzählt er meiner Frau am Telefon, dass er in den “einstweiligen Ruhestand” versetzt worden sei. Mit
49 Jahren. Nein, er hat sich nichts zu Schulden kommen lassen. Mit der Neuorganisation und Verlegung seiner Dienststelle soll seine Position eingespart werden.

Wir diskutieren: Schock oder Chance? “Er könnte jetzt machen, wozu er Lust hat!” Aber wie lange würde der Dienstherr sich das ansehen, bevor er ihn für die Zeit bis zur Altersgrenze wieder in den “einstweiligen Erwerbsstand” versetzt?

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  • Scheitern lernen!

    Dienstag
    Feb 14,2012

    Bei der Vorbereitung einer Lehrveranstaltung fällt mir im Inhaltsverzeichnis einer Fachzeitschrift diese Überschrift auf: “Die Kunst des Scheiterns”. Das klingt genial. Meine Neugier wird belohnt: Wer nicht gescheitert ist, hat es gar nicht erst versucht. Und wer es erfolglos versucht, kann wertvolle Erfahrungen machen, sagt sinngemäß der Unternehmensberater Martin Gössler.

    Steve Jobs habe gerade solche Mitarbeiter mit wichtigen Zukunftsprojekten beauftragt, die im großen Stil gescheitert seien (vorausgesetzt, dass er von der Lernfähigkeit der Erfolglosen überzeugt war). Biographisches Scheitern sei ohnehin zum Normalfall geworden. Erfolg stelle sich immer häufiger über den Umweg des Misslingens ein. Produktives Scheitern sei somit heute eine “Schlüsselkompetenz”.

    Übrigens hat Konstantin Wecker seine Biografie unter dem Titel “Die Kunst des Scheiterns” veröffentlicht. Und Samuel Becket sagte: “Gescheitert? Macht nichts. Versuch’s nochmal. Und scheitere besser.”

    Keine Frage: Da ist was dran.

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  • Kürzer treten

    Mittwoch
    Feb 1,2012

    ...

    Was bedeutet eine angemessene Lebensführung jenseits der Vierziger? Den Aktionismus aufgeben und die Langeweile riskieren? “Falsch”, sagt der Gerontologe Eckart Hammer: Nicht zwischen zwei Übeln sei zu wählen, sondern Orientierung an befriedigenden Werten zu finden. Anstatt die Karikaturen von Überarbeitung und Nichtstun (oder Klinikaufenthalt) zu zeichnen, sollten positive Perspektiven gesucht werden. Nicht “Aktionismus oder Langeweile” sondern “Aktivität und Muße” können die Pole einer Orientierungsskala darstellen, auf der wir zu einer neuen work life balance finden.

    In seinem Buch “Männer altern anders” nennt Hammer fünf sog. Säulen der Identität, über die man sich mit zunehmendem Alter Klarheit verschaffen solle. Neben der Arbeit (bzw. Tätigkeit) ist von Sozialbeziehungen, Gesundheit, materieller Sicherheit und Lebenssinn die Rede. Wie können diese Ressourcen gesichert und entwickelt werden? Mit Hinweisen zur Selbstbefragung und Informationen über Forschungsergebnisse der Alternswissenschaften regt der Autor seine Leser zu einer persönlichen Positionsbestimmung an.

    “Eine Gebrauchsanweisung” nennt Eckart Hammer im Untertitel seinen Ratgeber für den älter werdenden Mann. Der Autor macht es seinen Lesern leicht, sich zentralen Lebensfragen jenseits der Vierziger zu stellen. Humorvolle Einlassungen entkrampfen schwierige Themen, gut gewählte und geschriebene Fallbeispiele entfalten Einzelaspekte und laden zu eigenen Phantasien ein.

    Eckart Hammer:
    Männer altern anders – eine Gebrauchsanweisung.
    Herder, 14,95 EUR

     

    “Hart Arbeiten”?

    Dienstag
    Jun 21,2011

    Letztens haben M. und ich einen ganzen Abend lang Rolling Stones-Konzertvideos gesehen. Mick Jagger könnte mein um dreizehn Jahre älterer Bruder sein …

    Mit siebenundsechzig tanzt er auf der Bühne wie ein Vierzigjähriger. Freilich wird zur Absicherung Backstage ein Sauerstoffzelt vorgehalten. In einem Fernsehinterview fragt Moderator Larry King nach den Gründen für den anhaltenden Erfolg. Sir Mick: “Du musst natürlich Gück haben, zur rechten Zeit am richtigen Platz sein. Und wir arbeiten sehr hart!” … Naja …

    Aber dann gibt er doch noch eines der Geheimnisse erfolgreichen Alterns preis: “Es ist wie beim Fussballspielen. In der Jugend holzt du. Und wenn du älter wirst, dann spielst du clever…”

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