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Wenn man nicht mehr vierzig ist

Sonntag
Feb 19,2012

...Der Karneval kann vermutlich nur von Katholiken so richtig gefeiert werden. Aber das anschließende Fasten ist auch evangelischerseits sehr beliebt. Und was man nicht alles fasten kann: Computerspielen, Weintrinken, Autofahren, Videosgucken …

Mir geht es nicht nur um die geistige Übung sondern auch um Schräglagen bei meiner Ernährung. Dabei will ich mich nicht überfordern und wäge ab. Sieben Wochen ohne Schokolade dafür aber Nüsse und Rosinen? Bis Ostern kein Kuchen dafür aber süße Joghurts?

Und während ich mich auf eine Zeit des Verzichtens einstimme, frage ich mich, ob es die Katholischen nicht besser machen: erst einmal so richtig über die Stränge schlagen, bevor man zur Besinnung kommt. Vielleicht ist es leichter, wochenlang kein Marzipan zu essen, wenn ich mich vorher daran überfressen habe?

Dann wären auch die Vorräte aufgebraucht, die mich in Versuchung führen könnten.

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  • Donnerstag
    Feb 2,2012

    Zugegeben, Mick Jaggers Selbstauskünfte zu unserem Thema sind nicht besonders tiefgründig, aber der Mann ist ja auch kein Philosoph. Interessant aber allemal, wie in Interviews hinter dem Berufs-Provokateur mit zunehmendem Alter wieder der wohlerzogene Junge aus besserem Hause hervortritt.

    “Früher hielt ich es für eine Zeitverschwendung, wenn ich etwas anderes außer Musik mache. Ganz genauso dachte ich vom Sex. Aber wenn du älter wirst, begreifst du, dass alles seinen Platz im Leben hat. Ein Dinner mit Freunden gibt mir auch Befriedigung. Ich brauche nicht jeden Abend auf der Bühne zu stehen. Und am Tisch hat der Performer Mick Jagger nichts verloren ( mehr …)”

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  • Sinnig

    Freitag
    Nov 18,2011

    “Dein ganzes Leben ist umsunst,
    fehlt Freundschaft Dir, Humor und Kunst.”

    Heute gesehen in Bad Orb. 

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  • Rauchen

    Freitag
    Sep 16,2011

    Wer mit dem Zigarettenrauchen aufhört, kann sich für verschiedene Rollenmodelle entscheiden: Zufriedener Ex (“Ich fühle mich jetzt viel unabhängiger”), Leistungssportler (“Nächstes Jahr laufe ich beim Halbmarathon mit”), Gesundheitspolizist (“Ihre Zigarette werden Sie doch wohl auf der Terrasse rauchen?!”) uam.

    Bei ehemaligen Pfeiferauchern ist das anders. Sie haben ihre Petersons, Savinellys und Dunnhills sorgfältig in Seidenpapier eingewickelt und in schmucken Kartons verwahrt. Wenn ihnen ein jüngerer Aktiver begegnet, dann bekennen sie mit strahlenden Augen, “ich habe früher immer Orlik Golden Sliced, Three Nuns (oder was auch immer) gestopft!” Und sofern man sich gut leiden kann, fragen sie irgendwann tastend an, ob man vielleicht Interesse an den Schätzen habe, die sie mit Hingabe gesammelt, gepflegt und schließlich verwahrt haben?

    Mein Onkel C. hat hat vor drei Jahren seine Angelegenheiten geordnet und mir seine Dunnies überreicht. Ich habe das Erbe gerührt angenommen. Erinnerungen an die Stunden, die ich ihm als Junge beim Hantieren mit dem Rauchwerkzeug zugeschaut habe.

    Gestern schießlich haben wir ihm das letzte Geleit gegeben.
    Nachmittags auf der Terrasse war ich der einzige Pfeiferaucher.

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