Endbericht Netzwerk Elektromobiliät Schorfheide Chorin 2014

8. Dezember 2014 · Keine Kommentare

Ideenwettbewerb
Verantwortung für die Welt von morgen -
innovative Vorhaben im Bereich des Klimaschutzes
Endbericht
Aufbau eines
Null-Emissions-Mobilitäts-Netzwerks (0-EMN)
für das
UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin
20. März 2014
www.google.de
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Vorgelegt von
Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, Landesverband Berlin Brandenburg
Dr. Uwe Hartmann, GF
Wrangelstraße 100
10997 Berlin
Tel. 030 / 29 38 12 60, Fax -61
Email:  uh at dgs-berlin.de
Contracta GmbH
Steffen Branding
Choriner Bahnhofstraße 2
16230 Chorin
Email:  branding at chorona.de
Landesamt für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz (LUGV)
UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin
Uwe Graumann
Hoher Steinweg 5-6
16278 Angermünde
Tel. 03331 / 3654 21
Email:  uwe.graumann at LUGV.Brandenburg.de
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ………………………………………………………………………………… 1
2. Grundlagen ……………………………………………………………………………… 2
2.1. Fachliche Rahmenbedingung ……………………………………………….. 2
2.2. Durchgeführte Beispielvorhaben……………………………………………. 2
3. Rahmenbedingungen und infrastrukturelle Voraussetzungen………….. 4
3.1. Grundannahmen ………………………………………………………………… 4
3.2. Gesellschaftspolitische Voraussetzungen……………………………….. 4
3.3. Touristische Grundlagen………………………………………………………. 5
3.4. ÖPNV………………………………………………………………………………… 7
3.5. Radwegenetz……………………………………………………………………… 8
3.6. Technische Voraussetzungen……………………………………………… 10
3.6.1. Einleitung ………………………………………………………………… 10
3.6.2. E-Bike: Verbrauch und Kosten……………………………………. 11
3.6.3. E-Bike: Ladestationen in Kombination mit Photovoltaik ….. 13
3.6.4. Ausleih-/Ladestationen………………………………………………. 14
3.6.4.1. Bestand……………………………………………………………. 14
3.6.4.2. E-Bike ……………………………………………………………… 15
3.6.4.3. E-PKW…………………………………………………………….. 16
4. Aufbauprozess des Netzwerks………………………………………………….. 17
5. Stand der Netzwerkentwicklung ………………………………………………… 22
5.1. E-Fahrzeuge …………………………………………………………………….. 22
5.2. Finanzierung und Marketing ……………………………………………….. 26
5.3. Ausweitungspotentiale……………………………………………………….. 27
5.4. Einbeziehung von Pendlern………………………………………………… 27
6. Weitere Schritte………………………………………………………………………. 28
6.1. E-Bike-Netzwerk ……………………………………………………………….. 28
6.2. E-Fahrzeug-Netzwerk………………………………………………………… 28
7. Ausblick…………………………………………………………………………………. 30
7.1. Einschätzung der Entwicklung ……………………………………………. 30
7.2. Fördermöglichkeiten ………………………………………………………….. 30
8. Literaturauswahl ……………………………………………………………………… 32
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Anhänge
Anhang 1 – Konzeptentwicklung ……………………………………………………. 33
Anhang 2 – Stufenmodell ……………………………………………………………… 34
Anhang 3 – Anlagen zum Workshop ……………………………………………… 35
Anhang 4 – Hinweisblatt E-Bike ……………………………………………………. 39
Anhang 5 – Internetapplikation……………………………………………………… 40
Anhang 6 – Vortrag Biosphärenreservat………………………………….siehe 43
Anhang 7 – Vortrag „Sonne auf Rädern“ …………………………………siehe 43
Anhang 8 – Vortrag DGS………………………………………………………siehe 43
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Endbericht
1 Einleitung
Im Oktober 2013 wurde von EUROPARC Deutschland und HONDA die Ideenskizze
des Biosphärenreservates Schorfheide Chorin (BRSC) zum „Aufbau eines Null-
Emissions-Mobilitäts-Netzwerkes“ neben zwei anderen Einreichungen zur Förderung
ausgewählt.
Die Bemühungen zur Etablierung dieses anspruchsvollen Netzwerks stehen in einer
Reihe der Initiativen und Projekte, die seit Bestehen des Biosphärenreservats zur
Begrenzung klimaschädlicher Gase und zur Anpassung and den sich abzeichnenden
Klimawandel. Während in der Vergangenheit der Fokus mehr auf die natürlichen
Ressourcen wie den Schutz der Niedermoore aber auch die Steigerung
Energieeffizienz von Gebäuden gerichtet war, bieten erst in jüngerer Zeit die
technische Entwicklungen die Möglichkeit, Konzepte für eine nachhaltige Mobilität im
Sinne des Einsatzes emissionsfreier Fahrzeuge zu entwickeln.
Die Entwicklung eines Null-Emissionen-Mobilitäts-Netzwerks stellt ein innovatives
und sehr anspruchsvolles Ziel dar. Dabei ist mit dem Begriff der Mobilität der
Individualverkehr mit Zweirädern (E-Bikes und E-Roller) aber auch mit E-PKW und EBussen
oder E-Lieferfahrzeugen in Ergänzung zu dem öffentlichen
Personennahverkehr als Zukunftsszenario gemeint. Da die technische
Weichenstellung in der Fahrzeugbranche bezüglich der Nutzung der
Wasserstofftechnologie noch nicht abgeschlossen ist, soll dennoch ausdrücklich
auch diese als mögliche emissionsfreie Antriebsalternative mit in die Entwicklung
eines emissionsfreien Mobilitätsnetzwerks einbezogen werden.
Im Folgenden werden die bisher erfolgten Arbeitsschritte beschrieben, die zur
Einreichung des Wettbewerbsbeitrags für die Endausscheidung ergriffen wurden und
gleichzeitig zum Beginn einer Umsetzung des Konzeptes in Teilen schon im Jahre
2014 geführt haben.
Direkte Partner der Verwaltung des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin bei der
Realisierung des Projektes sind die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie,
Landesverband Berlin Brandenburg e. V., Berlin sowie die Contracta GmbH, Herr
Steffen Branding, Chorin.
Das Projekt wird von der Tourismus Marketing Uckermark GmbH (TMU), der
Wirtschafts- und Tourismusentwicklungsgesellschaft des Landkreises Barnim
(WITO), dem Bundesverband für solare Mobilität, dem Kulturlandschaft Uckermark
e.V., dem Systemhaus für Solarsysteme mp-Tec Eberswalde sowie von der
Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde unterstützt.
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2 Grundlagen
2.1 Fachliche Rahmenbedingungen
Entsprechend der Kriterien des MaB-Programms sollen in Biosphärenreservaten
Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs und Maßnahmen zum
Klimaschutz ergriffen werden (vgl. Kriterium 23-25; Dt. Nationalkomitee für das
UNESCO-Programm MAB, 2007). Darüber hinaus sollen Biosphärenreservate
gemäß der Resolution der Deutschen UNESCO-Kommission von 2007 an der
Entwicklung von übertragbaren Strategien zur Bewältigung des Klimawandels
mitwirken.
Auch weltweit kommt den Biosphärenreservaten entsprechend den Festlegungen
des Madrider Aktionsplans von 2008 eine wesentliche Bedeutung zu, damit
Lösungen für die Probleme des Klimawandels rasch gesucht und erprobt werden und
die Veränderungen im Rahmen eines globalen Netzwerkes überwacht werden.
Insbesondere werden von den Biosphärenreservaten übertragbare Beispiele zur
Emissionsreduzierung, zur Energieeffizienz und zur nachhaltigen Bereitstellung und
Nutzung von erneuerbaren Energien in Kombination mit einer klimafreundlicheren
Lebensweise gefordert (BfN 2008).
Bereits seit 2004 ist gemäß Landschaftsrahmenplan die Zielsetzung für das
Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin festgelegt, dass Möglichkeiten zur Nutzung
regenerativer Energien genutzt werden sollen, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu
leisten und den Charakter als Modellgebiet für nachhaltige Nutzungsweisen zu
stärken (MLUV 2004). Vor dem Eindruck der sich abzeichnenden
Klimaveränderungen und -prognosen sowie der eingeleiteten Energiewende
bestimmt die nachhaltige Bereitstellung und Nutzung von Energie viele
Handlungsfelder des Biosphärenreservats. In einer Fortschreibung des
Rahmenkonzepts wird eine dezentrale Versorgung und Nutzung regenerativer
Energiequellen als Ziel definiert (LUGV 2012).
In der aktuellen Pflege- und Entwicklungsplanung (PEP) für das Biosphärenreservat
Schorfheide-Chorin (LUGV in Vorb.) sollen u.a. Modellprojekte zum Klimaschutz, zur
Energieeinsparung sowie zur Energie- und Ressourceneffizienz unter anderem in
touristischen Einrichtungen gefördert werden. Darüber hinaus sind Initiativen für eine
nachhaltige Mobilität vor Ort zu unterstützen und mit Anreisemöglichkeiten mit dem
öffentlichen Nahverkehr zu verknüpfen. Das vorliegende Konzept für ein Null-
Emissionen-Mobilitäts-Netzwerk wird in die Pflege- und Entwicklungsplanung, die
2016 abgeschlossen sein wird, aktiv integriert und damit zu einer für die Verwaltung
verbindlichen Leitlinie entwickelt.
2.2 Durchgeführte Beispielvorhaben
Auf den in Kap. 2.1. dargestellten Grundlagen werden im Biosphärenreservat seit
vielen Jahren verschiedene Maßnahmen und Beispielvorhaben mit Bezug zur
Begrenzung des Klimawandels und zur Klimaanpassung durchgeführt. Eine Auswahl
von Maßnahmen wird im Folgenden aufgeführt:
3
· Maßnahmen zur Stabilisierung des Landschaftswasserhaushaltes und dem
Rückhalt von Wasser in der Landschaft. Dazu gehören Renaturierungen von
Fließgewässern (permanent seit 1990).
· Wiedervernässungsmaßnahmen in Niedermooren zur Reaktivierung von
Kühlräumen und Verringerung der Freisetzung klimaschädlicher Gase
(permanent seit 1990, insbesondere im Rahmen von EU-Life-Projekten zur
Verbesserung des Lebensraums der Rohrdommel (1999-2003) und zur
Entwicklung der Lebensräume des Schreiadlers (seit 2012)).
· Waldumbaumaßnahmen als Anpassungsmaßnahme an den Klimawandel
durch Verringerung der Evapotranspiration (permanent seit 1990).
· Förderung energieeffizienter Maßnahmen in verschiedenen Branchen im
Rahmen der Verleihung des Prüfzeichens des Biosphärenreservats
Schorfheide-Chorin (seit 1998, z. Zt. für ca. 85 Betriebe unterschiedlicher
Branchen).
· Initiierung einer touristischen Buslinie mit Fahrradanhänger am Werbellinsee
in Verbindung mit den Bahn-ÖPNV (2007)
· Initiierung eines Modellvorhabens zur Röhricht-/Erlennutzung unter Erhöhung
der Wasserstände auf Niedermoorböden (2010).
· Initiierung von nachhaltigen Bioenergiedörfern (Entwicklung von
Energiekonzepten) (2009) im Rahmen des FuE-Vorhabens
Biosphärenreservate als Modellregionen für Klimaschutz und Klimaanpassung
(BfN 2009-2012).
· Analyse regionaltypischer Häuser im Hinblick auf ihre Energieeffizienz und
Klimaverträglichkeit (2009).
· Durchführung eines Workshops zum Thema Biosphärenreservate als
Modellregion für Klimawandel und Klimaanpassung (2010) mit Herausgabe
einer Publikation in der Skriptenreihe des BfN (2011).
· Indienststellung des solaren Forschungsschiffes „Solar Explorer“ durch den
Förderverein des Biosphärenreservats, Kulturlandschaft Uckermark e.V.
(2012).
· Herausgabe einer Broschüre zum regionaltypischen Bauen und
energieeffizienten Sanieren im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (2013).
· Durchführung des Wettbewerbs: „Regionaltypisches Bauen und
energieffizientes Sanieren im Biosphärenreservat Schofheide-Chorin und
Umgebung – klimafreundlich!“ (2013/14).
· Start der Entwicklung des Null-Emissionen-Mobilitäts-Netzwerks im Rahmen
des Wettbewerbs von Europarc Deutschland und HONDA Deutschland
(2013/14)
Als wichtiger Leuchtturm und Keimzelle der Projektentwicklung diente das solare
Forschungsschiff „Solar Explorer“, das seit August 2012 Forschungs- und
Weiterbildungsfahrten auf dem Werbellinsee innerhalb des Biosphärenreservats
durchführt und die Machbarkeit der emissionsfreien Mobilität öffentlichkeitswirksam in
der Saison Tag für Tag unter Beweis stellt (Abb.1).
4
Abb. 1: Das solare Forschungsschiff „Solar Explorer“
im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin
3 Rahmenbedingungen und infrastrukturelle
Voraussetzungen
3.1 Grundannahmen
Bei der Entwicklung eines Null-Emissionen-Mobilitätskonzepts wurde von der
Grundannahme ausgegangen, dass es sich aufgrund des Stands der technischen
Entwicklung der sich anbietenden E-Fahrzeuge um Angebote handeln müsse, so
dass Fahrzeuge mit einer vergleichweise geringen Reichweite ohne Probleme jeden
Winkel des Biosphärenreservats erschließen können. Um eine unbeschwerte
Nutzung von solchen Fahrzeugen zu gewährleisten, ist es essentiell, ein ausreichend
dichtes Netz an Ladestationen vorzuhalten. Diese Ladestationen sollten möglichst
deutlich sichtbar mit regenerativen Energien versorgt werden (hier bieten sich
natürlich Photovoltaikanlagen an, die von den Ladestationenbetreibern gleichzeitig
auch für die Stromversorgung der Gebäude genutzt werden können).
Als Zielgruppe wurden in erster Linie Gäste des Schutzgebiets identifiziert, die heute
bereits in Größenordnung mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)
anreisen, ein hohes Maß an Umweltbewusstsein mitbringen und oft über ein
ausreichendes Budget zur Nutzung eines qualitativ hochwertigen und nachhaltigen
Angebots verfügen. Dem touristischen Sektor soll daher bei der Netzwerkentwicklung
eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, ohne das Ziel der langfristig
alltäglichen Nutzung emissionsfreier Fahrzeuge aus den Augen zu verlieren (vgl.
Kap. 3.3).
3.2 Gesellschaftspolitische Voraussetzungen
Als besonders positiv sind die gesellschaftspolitischen Voraussetzungen zu
bewerten. Während der Landkreis Uckermark 2013 als Bundessieger im Wettbewerb
nachhaltiger Tourismusregionen gekürt wurde, hat sich der Landkreis Barnim bereits
2008 eine Null-Emissionen-Strategie gegeben und seine Entwicklung wahrnehmbar
an diesem Konzept ausgerichtet. Auch die Stadt Eberswalde hat sich einer
5
nachhaltigen Stadtentwicklung verschrieben und beherbergt darüber hinaus die
Hochschule für nachhaltige Entwicklung.
Diese Strategien der benachbarten Landkreise entsprechen den Zielsetzungen des
Biosphärenreservats und bilden insgesamt eine hervorragende
gesellschaftspolitische Gebietskulisse zur Weiterentwicklung eines besonderen
Images für einen nachhaltige Region und den Anspruch des Null-Emissionen-
Mobilitäts-Netzwerks (vgl. Abb. 2).
Abb. 2: Gesellschaftspolitische Voraussetzungen
3.3 Touristische Grundlagen
Das UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (BRSC) ist mit einer Größe
von fast 1300 km² eines der größten Schutzgebiete Deutschlands. Durch die
günstige Lage ca. 50 km nordöstlich Berlins werden die attraktiven Landschaften und
Sehenswürdigkeiten des Schutzgebiets häufig von Erholungssuchenden aus dem
Ballungszentrum genutzt. Vorsichtig geschätzt ist von über 1 Million Besuchern im
Biosphärenreservat pro Jahr auszugehen.
Die Bettenverteilung von Betrieben mit einer Anzahl von mehr als 10 Betten zeigt die
Schwerpunkte der Standorte mit hohen Übernachtungskapazitäten, die den
Mobilitätsbedarf widerspiegelt (vgl. Abb. 3). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die
touristische Qualität gerade in dieser dünn besiedelten Erholungslandschaft nicht so
sehr in den Zentren mit hoher Bettenkapazität, sondern in den dezentralen kleineren
6
Hotels, Pensionen und privaten Ferienwohnungen liegt. Dies führt zu einem weiteren
individuellen Mobilitätsbedarf.
Abb. 3: Bettenverteilung im Biosphärenreservat (LUGV in Vorber.)
Auch die Verteilung der Besucherschwerpunkte lassen erkennen, dass touristische
Anziehungspunkte eher dezentral vorzufinden sind und zu deren Erschließung einer
Mobilitätsmöglichkeit bedürfen (vgl. Abb. 4). Ferner zeigen die Charakteristika der
Besucherschwerpunkte, dass es sich insbesondere um kulturell-, natur- und
umweltschutzinteressierte Besucher und Familien handelt. Auch hier ist zu
berücksichtigen, dass die Erholungsqualität des Biosphärenreservats von der
Erschließung der ruhigen attraktiven Landschaften geprägt ist, die ebenfalls eine
Mobilität erfordern.
Abb. 4: Besucherschwerpunkte im Biosphärenreservat > 4.000 Besucher (LUGV in Vorber.)
7
In Abhängigkeit von den Besucherschwerpunkten lassen sich auch verschiedene
Schwerpunkte der Besucherströme identifizieren, in denen vermehrter (Individual-)
Verkehr zu verzeichnen ist, der einer angemessenen Mobilität bedarf (vgl. Abb. 5).
Abb. 5: Besucherströme im Biosphärenreservat (LUGV in Vorber.)
3.4 ÖPNV
Die bedeutendste Form des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) stellen die
Bahnlinien der Deutschen Bahn (DB) sowie der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH
(ODEG) dar, die das Biosphärenreservat durchkreuzen oder tangieren. Dabei
handelt es sich insbesondere um regionale Verbindungszüge in die Metropolregion
Berlin bzw. in Richtung Ostsee. Ferner werden die Bahnhöfe Eberswalde und
Angermünde auch vom IC bedient. Die Fahrtzeiten von Berlin Hauptbahnhof nach
Eberswalde beträgt ca. 30 Minuten und nach Angermünde ca. 45 Minuten (vgl.
Abb. 6).
Insgesamt ist die Anbindung an die Metropolregion als sehr komfortabel zu
bezeichnen, was sich sowohl an den touristischen Frequentierungen als auch an der
täglichen Nutzung durch Berufspendler zeigt. Die Taktzeiten sind meist stündlich und
werden zu den beruflichen Stoßzeiten morgens und nachmittags durch zusätzliche
Züge ergänzt.
Mit den Verbindungen nach Templin, Groß Schönebeck und Joachimsthal stehen
insbesondere touristische Linien zur Verfügung.
Die Bahnhöfe korrespondieren im Wesentlichen mit den in Kap. 3.3 dargstellten
Besucherschwerpunkten, den Schwerpunkten der Bettenkapazitäten sowie den
wichtigen touristischen Verkehrsknotenpunkten.
8
Abb. 6: Verteilung der Bahnlinien (schwarze Linien) und Bahnhöfe und Haltepunkte im und am
Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (grüne Linie) (LUGV eigene Darstellung)
Im Gegensatz zu den Bahnlinien ist das Angebot des sich an die Bahnhöfe
anschließenden Busverkehrs mit Ausnahme der Städte wie Eberswalde,
Angermünde und Templin als sehr heterogen zu bezeichnen. Während im Landkreis
Uckermark auch touristische Angebote wie der BiberBus sowie ein Rufbussystem
existieren, orientiert sich das Busangebot im Landkreis Barnim insbesondere am
Schülerverkehr. Gerade in den Ferienmonaten ist dieses Angebot sehr
eingeschränkt.
Das Angebot emissionsfreier Fahrzeuge von den Bahnhöfen der Region des
Biosphärenreservats ist somit eine gute Ergänzung der bestehenden
Mobilitätsinfrastruktur und ein zukunftsweisendes Modell für den ländlichen Raum.
3.5 Radwegenetz
Wie in Kap. 3.4 dargestellt bilden die Bahnlinien und das Netz an Bahnhöfen eine
hervorragende Infrastruktur, um in das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin mit
dem ÖPNV in kurzer Zeit zu gelangen. Um Gästen eine Erlebbarkeit der weitläufigen
Landschaft und das Erreichen touristischer Zielorte mit emissionsfreien Fahrzeugen
zu ermöglichen, bieten sich im ersten Schritt des Projekts die Etablierung von EBikes
von diesen Standorten an.
Eine Überlagerung der Bahnhöfe mit den bestehenden Radwegen zeigt, dass die
Bahnhöfe sowohl an die überregionalen als auch an die regionalen Radwege gut
angebunden sind (vgl. Abb. 7). Insbesondere die überregionalen und über weite
Strecken sehr attraktiven Radwege wie der Radweg „Berlin – Usedom“ oder die
„Tour Brandenburg“ haben sich zu wichtigen touristischen Leitlinien entwickelt, an
Templin
Angermünde
Eberswalde
Joachimsthal
Groß Schönebeck
9
denen sich sekundär auch weitere Versorgungsbetriebe wie Gastronomie,
Beherbergung und Serviceeinrichtungen ansiedeln. Bahnhöfe stellen dabei eine
geeignete Einstiegsmöglichkeit für Nutzer dieser Wege dar. Gerade für die ältere
Generation (60+) können E-Bike-Angebote eine gute Ergänzung darstellen.
Abb. 7: Darstellung der Bahnlinien (schwarze Linie), überregionalen Radwege (rote Linien) und
regionalen bzw. lokalen Radwege (organgene Linien) im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (grüne
Linie) (LUGV eigene Darstellung)
Eine schematische Überlagerung der Reichweiten von den Bahnhöfen/Haltepunkten
zeigt, dass E-Bikes mit Reichweiten von im Mittel 80 km geeignetes Fahrzeuge für
die Erschließung sowohl für die Nutzung von Rundwegen als auch für One-Way-
Touren sind (vgl. Abb. 8).
Abb. 8: Darstellung möglicher Aktionsräume um die Bahnhöfe bzw. Haltepunkte mit einem Radius von
3, 6 und 9 km Entfernung im Biosphärenreservat (grüne Linie) (LUGV eigene Darstellung)
10
Die Qualität der Straßen und Wege innerhalb des Biosphärenreservats ist wie im
ländlichen Raum oft anzutreffen nicht selten von unbefestigten Wegen und
Pflasterstraßen geprägt. Die historischen Pflasterstraßen, die auf ca. 360 km der
Wege anzutreffen sind, stellen dabei ein wertvolles Kulturgut dar, das durch die
Verordnung zum Biosphärenreservat unter Schutz gestellt wurde.
Um eine touristische Erlebbarkeit dieser Straßen dennoch zu ermöglichen, wurde ein
Konzept erarbeitet, in dem wichtige Straßenverbindungen baulich so umgestaltet
werden, dass eine Befahrbarkeit gegeben ist. Beispielsweise können Asphalt- oder
Betonsteinbänder eine gute Befahrbarkeit ermöglichen (vgl. Abb. 9 und 10).
Abb. 9 und 10: Für Radfahrer erlebbare Pflasterstraßen durch Anbau von Asphalt- oder Betonpflaster
(Fotos: Graumann, Weiss)
3.6 Technische Voraussetzungen
3.6.1 Einleitung
Um Partner zum Aufbau des E-Netzwerks gewinnen zu können, ist die
Verständigung auf einheitliche technische Standards, die Praktikabilität (Stichwort
Invest- und Betriebskosten) sowie die Zuverlässigkeit der angebotenen technischen
Komponenten von entscheidender Bedeutung. Für den ersten Schritt „Nutzung von
E-Bikes“ stellen diese Anforderungen heute kein Problem mehr dar, da die
Ladeinfrastruktur im Prinzip vorhanden ist und keine Zusatzkosten verursacht
(normale Schukosteckdosen, siehe unten). Auch sind die Fahrräder selbst technisch
ausgereift und keine Prototypen mehr.
Geht man einen Schritt weiter in Richtung „Elektroautomobile“, sind allerdings noch
einige Fragen zu klären: Welche Ladestationen sollen genutzt werden? Wie hoch
sind die Invest-Kosten? Gibt es schon einen einheitlichen Steckerstandard sowohl für
AC- als auch für DC-Ladung?
Die Beantwortung dieser Fragen bleibt der weiteren Projektentwicklung vorbehalten,
wobei gewisse Standards in Deutschland und Europa schon eingeführt sind (vgl.
Leitfaden Ladeinfrastruktur DKE, Literaturliste, siehe auch Kap. 3.6.4.3).
11
Der derzeitige Stand der technischen Komponenten wird im Folgenden erläutert. Es
ist ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass insbesondere die empfohlenen
technischen Komponenten bei den Ladestationen noch nicht abschließend
abgestimmt sind.
3.6.2 E-Bike: Verbrauch und Kosten
Die bei dem Netzwerkpartner „Sonne auf Rädern“ (SAR) genutzten E-Bikes Hercules
Tourer 8 Pro nutzen Li Ion Akkus mit einer gespeicherten Energie von 400 Wh bei 12
Ah und 36 Volt (100%) (vgl. Abb. 11). Die Reichweite beträgt nach
Herstellerangaben bei durchschnittlichen Bedingungen (Landstraßen, 24 km/h,
Sommer) bei voller Akkunutzung ca. 56 km. Die Ladezeit von 5% auf 100% beträgt
ca. 3 Stunden an einer normalen Schukosteckdose. Mehrere Fahrräder (bis zu
sechs) können gleichzeitig an einer Steckdose aufgeladen werden, ohne eine
besondere Absicherung des Stromkreises treffen zu müssen.
Abb. 11: E-Bikes Hercules Tourer 8 Pro
(Quelle: http://sonne-auf-raedern.de/)
Um die Praxisrelevanz der Herstellerangaben zu verifizieren, wurden von der DGS
die technischen Randbedingungen zur Nutzung der E-Bikes und Akkus (Ladezeiten,
Kosten, Lagerbedingungen etc.) für die Partner untersucht. Dazu gehörte auch einen
Messung der Ladekennlinie eines zufällig ausgewählten Hercules Bikes, d.h. es wird
an einem zufällig ausgewählten E-Bike der bestehenden Flotte gemessen, wann sind
20% / 40% / 60% / 80% der Ladekapazität erreicht sind. Von besonderer Bedeutung
für die Netzwerkpartner sind die daraus abzuleitenden Kosten für eine Ladung des
Akkus.
Messergebnisse der DGS, gemessen am Hercules Roberta 2014
Um die Angaben des Herstellers (Hercules, Bosch) zu verifizieren und zusätzliche
Informationen z.B. zu den Aufladekosten zu erhalten wurden an einem E Bike
Hercules Roberta Modell 2014 Messungen vorgenommen. Dieses Modell wird ab
2014 von SAR eingesetzt.
Die technischen Daten lauten:
 Motor: Bosch, 250 W
 Akku: Li Ion, 400 Wh, 36 V, 11 Ah, Gewicht 2,6 kg
12
 Reichweiten: Turbo – 61 km, Sport – 73 km
 Reichweiten: Tour – 95 km, Eco – 157 km
Die Restkapazität reicht für 2 Stunden Licht (Sicherheit).
Bei Beginn der Messung war der Akku leer gefahren. Dann wurde er über eine
normale Schukosteckdose aufgeladen (Abb. 12).
Abb. 12: Messergebnisse zur Ladezeit und Ladeleistung an einem Hercules Roberta 2014
(DGS 2014 eigene Darstellung)
Die Kapazität des Akkus beträgt 400 Wh, geladen wurden in 3 Stunden und 20
Minuten 472 Wh. Damit beträgt der Ladewirkungsgrad 85% (72 Wh werden in
Wärme umgestzt).
Nach einer Ladezeit von 30 Minuten werden folgende Zusatzreichweiten erreicht:
· Turbo – 13 km,
· Sport – 15 km,
· Tour – 20 km,
· Eco – 33 km.
Nach einer Ladezeit von 1 Stunde sind die Zusatzreichweiten:
· Turbo – 26 km,
· Sport – 31 km,
· Tour – 40 km,
· Eco – 66 km.
Damit können bei Pausen, die als Ladezeiten genutzt werden, ausreichende
Zusatzreichweiten erzielt werden, was für die Nutzer entspannend ist und eine
größere Sicherheit vermittelt. Die Stromkosten pro 100 km Fahrleistung betragen ca.
14 Cent bei Strompreisen von 28 Cent/kWh inkl. MWSt., was zum Beispiel für
gastronomische Anbieter annähernd zu vernachlässigen ist.
13
Sofern der Fahrer eines E-Bikes ausdrücklich wegen der Auflademöglichkeit eine
Pause z.B. in einem gastronomischen Betrieb macht und z.B. einen Kaffee oder
anderes zu sich nimmt, kann mit dem Laden des E-Bikes sogar ein Mehrwert für den
Anbieter erzielt werden.
Die oben genannten Kosten haben sich für potentielle Netzwerkpartner als eine
wichtige Information herausgestellt.
3.6.3 E-Bike: Ladestation in Kombination mit Photovoltaik
Interessant ist die Frage, wie hoch die Stromkosten bei der Nutzung von
Photovoltaikstrom sind bzw. wie viel Vollladungen mit einer bestimmten Fläche an
PV Modulen möglich sind.
Geht man von einer PV Fläche von 1 m2 aus, so liefert diese Fläche im Mittel im
BRSC etwa 141 kWh Strom pro Jahr. Das entspricht ca. 300 Vollladungen des
Akkus. Damit lassen sich theoretisch bei Tour Modus 28.000 km zurücklegen, eine
beeindruckende Zahl. Die Stromkosten liegen aufgrund der niedrigen Preise für PV
Anlagen nur noch bei ca. 7 Cent pro 100 km Fahrleistung (vgl. Abb. 13).
Abb. 13: Kombination von Ladestation und Photovoltaik
(DGS 2014 eigene Darstellung)
Unter der Annahme, dass 200 Besucher mit E Bikes pro Jahr an der Ladestation den
Akku bei 50 % Restkapazität bei Ankunft laden, ergeben sich folgende Kosten für
den Hotelier / Wirt:
13,20 Euro bei 28 Cent/kWh, konventioneller Strom.
Ca. 7 Euro bei Nutzung von PV-Modulen.
Die Nutzung von Photovoltaikanlagen macht also durchaus Sinn. Dieses Verhältnis
wird umso besser, je mehr Strom aus der PV-Anlage im Gebäude durch
Eigenverbrauch genutzt wird.
14
3.6.4 Ausleih-/Ladestationen
3.6.4.1 Bestand
Der Bestand an Ausleihstationen für E-Bikes beschränkt sich auf sechs Anbieter, die
in fünf Fällen einen E-Bike-Bestand von je 2 E-Bikes und in einem Fall von 10 EBikes
aufweisen. Bisher sind keine ausgewiesenen Ladestationen für die E-Bike-
Nutzer vorhanden (vgl. Abb. 14).
In der Stadt Eberswalde wird ferner eine Stromtankstelle für E-Pkw betrieben, die
von der auf einem Parkhaus installierten Photovoltaikanlage gespeist wird.
Abb. 14: Ausleih- und Ladestationen für E-Bikes (grüne Punkte) und Ladestation für PKW (blauer
Punkt) im/am Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (Stand 02/2014; LUGV eigene Darstellung)
Am Bahnhof in Chorin werden darüber hinaus mehrere E-Bikes und auch
verschiedene E-Pkw angeboten (Abb. 15).
Abbildung 15: Bestehendes Angebot des Projektpartners von E-Bikes und
E-Pkws am Bahnhof Chorin (Quelle: http://www.safari-chorin.de/)
15
Mit Ausnahme des Standortes in Chorin ist das Angebot als überschaubar zu
betrachten. Es bestehen bisher keinerlei Vernetzungen und keine Kooperationen.
3.6.4.2 E-Bike
Über die Ausgestaltung der Ladestationen wurde in den Arbeitsgruppen vielfach
diskutiert. Den meisten Interessierten war unbekannt, dass ein E-Bike-Nutzer zum
Aufladen seines Akkus diesen am E-Bike mit wenigen Handgriffen ausbauen und
mitnehmen kann. Ferner führt der E-Bike-Nutzer ein Ladegerät mit sich, das
zunehmend eine Schnellladefunktion aufweist und in Bezug auf Gewicht und Größe
von Jahr zu Jahr optimiert wird. Der E-Bike-Nutzer benötigt zum Aufladen seines EBike-
Akkus lediglich eine einfache Schukosteckdose, die keiner besonderen
Absicherung bedarf. Das Laden eines E-Bike-Akkus ist somit ein leichter Vorgang,
der z.B. beim Besuch eines Cafès nebenbei bewerkstelligt werden kann.
Während für Verleihstationen, touristische Informationsstellen oder andere Anbieter
das Angebot einer einfachen Steckerleiste innerhalb der eigenen Räumlichkeiten
völlig ausreicht, wurde der Bedarf an öffentlichen Zugängen diskutiert.
Für den öffentlichen oder halböffentlichen Raum wurde die Nutzung des sog. Beta-
Energy-Safe vorgeschlagen. Bei diesem für den Außen- und Innenbereich
geeigneten und vielfach kombinierbaren System sind Steckdosen in Schließfächern
integriert, die mit (Pfand-)schlössern gesichert sind. Durch die optionale Kombination
mit Fahrradständern kann ein lukratives E-Bike-Parkangebot geschaffen werden.
Abb. 16: Vorgeschlagene Ladestation „Beta-Energie-Safe“
(Quelle: http://www.orion-bausysteme.de)
Als weitere essentielle Entwicklung ist das Design und der Bau eines E-Bike-Ports
ergänzend anzustreben (Abb. 16). Zu dieser Thematik finden in Kürze Gespräche mit
MP-Tec statt, um mit einer kleinen Photovoltaikanlage vandalismussicher das Laden
von Bikes zu ermöglichen. Bilanziell ist damit wie in Kap. 3.6.3. dargestellt die
Stromversorgung zu 100% aus Sonnenstrom ohne Weiteres möglich. Dies wird von
Nutzern oft nachgefragt (Ökostrom) und ist Ziel der BR-Verwaltung. Die konkrete
Planung wird 2014 erfolgen, wenn der erste Aufbau des Netzwerks realisiert wird.
16
3.6.4.3 E-PKW
Beim Aufbau des Netzwerks muss auf die Einführung einheitlicher Standards großer
Wert gelegt werden, um eine Kompatibilität der aufzubauenden Systeme sicher zu
stellen.
Der Technische Leitfaden Ladeinfrastruktur der Deutschen Kommission
Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik vom August 2013 (siehe Literaturliste)
gibt einen Überblick über verschiedene Ladeinfrastrukturanwendungsfälle für die
Zielgruppen Eigenheim- und Immobilienbesitzer, Immobilienverwalter und
Parkhausbetreiber, Architekten und Städteplaner, Mitarbeiter der öffentlichen
Verwaltung, Netzbetreiber und Energielieferanten sowie Elektroinstallateure. Er stellt
damit den Stand der Technik und Normung in Deutschland vor. Zum Beispiel
(Abb. 17) werden die in Europa verwendeten Steckervarianten für AC- oder DCLaden
vorgestellt.
Abb. 17: Diskutierte Steckervarianten für E-Mobile
Abb. 18: Ladeübersicht
17
In Abbildung 18 sind die verschiedenen elektrischen Parameter beim Laden von
unterschiedlichen Fahrzeugen aufgeführt.
Für den künftigen Ausbau des Netzwerks kann auf die im Leitfaden enthaltenen
Informationen und Standards zurückgegriffen werden.
Um eine Entscheidung herbei zu führen, welche einheitlichen Komponenten in der
Region eingesetzt werden sollen, wird eine Konferenz mit den wichtigen
Leistungsträgern der Region einschließlich der Landkreise sowie Experten wie
Mitarbeiter der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB), die die
Entwicklungen in Berlin und in Brandenburg überblicken, angestrebt.
4 Aufbauprozess des Netzwerks
Das erste Treffen der Partner fand am 1.10.2013 im Bahnhof Chorin statt. Bei dem
Bahnhof, der den zweiten Leuchtturm der Region im Rahmen des Wettbewerbs
darstellt, handelt es sich um ein energieeffizient und mit regenerativen Energien
beheiztes historisches Gebäude. Herr Branding (Projektpartner) betreibt an diesem
Standort bereits eine Ausleihstation für Elektrofahrräder und Elektromobile (vgl.
Abb. 19).
Abbildung 19: Lage der Bahnhöfe (rote Punkte) im Bereich des
Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin (Grenze = grüne Linie)
Herr Branding (Bahnhof Chorin) berichtete über seine Erfahrungen der letzten Jahre
beim Ausleihen der E-Bikes und der E-Mobile (unter anderem ein Renault Twizzy).
Ein Beispiel: als problematisch für E-Bikes haben sich Strassen im Reservat
herausgestellt, die noch ein Kopfsteinpflaster besitzen und so zu Schwierigkeiten mit
Akkus geführt haben.
Bahnhof Chorin
Liegeplatz
Solar Explorer
18
Zum Aufbau des Null-Emissionen-Netzwerks wurden folgende Hauptschritte
erarbeitet:
1. Diskussion des Projektansatzes mit den Gebietskörperschaften,
Tourismusverantwortlichen und Fördermittelstellen
2. Technische Analyse und Erarbeitung eines weitergehenden Konzepts zur
Entwicklung technischer Konsensstrategien,
3. Analyse und Kontaktaufnahme mit bestehenden Initiativen
4. Diskussion des Projektsansatzes mit ausgewählten Leistungsträgern der
Region mit dem Ziel des Aufbaus eines Kernnetzwerks.
Folgende wichtige Partner wurden identifiziert:
· Tourismus Marketing Brandenburg GmbH (TMB)
· Landkreis Barnim
· Barnimer Energieagentur
· Landkreis Märkisch Oderland
· Landkreis Oberhavel
· Landkreis Uckermark
· Tourismusgesellschaften der Landkreise Barnim (WITO) und Uckermark
(TMU),
· Leader-Arbeitsgemeinschaften (LAG)
· Amtsverwaltungen innerhalb des Biosphärenreservats
· Ansässiges Solarsystemhaus „MP-Tec“ in Eberswalde.
Auf dieser Grundlage fanden in den darauf folgenden Wochen weitere Treffen statt.
Zur Verbesserung der konzeptionellen Grundlage wird zwischen der DGS und dem
BRSC die Erarbeitung eines Konzepts mit den Mitteln der Preisgelder der ersten
Wettbewerbsrunde vereinbart und das Leistungsverzeichnis erarbeitet (siehe
Anhang 1).
15.10.2013: Gespräch mit Herrn Preissel, dem Geschäftsführer des solaren
Systemhauses MP-Tec. Herr Preissel sicherte für das Projekt seine Unterstützung
zu, wobei besonders auf die Erfahrung des Unternehmens bei der Entwicklung von
Car-Ports für E-Mobile zurückgegriffen werden kann.
23.10.2013: Gespräch mit Herrn Sittig, Wirtschaftentwicklung des Landkreises
Barnim: Herr Sittig hält das Projekt für sehr sinnvoll und stellt weitere Kontakte her.
Weiterhin wird berichtet, dass die Deutsche Bundesbahn besonders an
Wochenenden Probleme bei der Mitnahme von Fahrrädern von Berlin in die Region
hat, da die Kapazitäten nicht ausreichen. Die Bereitstellung von E-Bikes an
Bahnhöfen stelle daher eine gute Ergänzung des öffentlichen Personennahverkehrs
dar.
04.11.2013: Workshop „Schorfheide mobil“ in Templin (Landkreis Uckermark), Herr
Graumann (Biosphärenreservat) stellt das Projekt vor. Es wurden potentielle Partner
gewonnen und erstes Interesse bei Vertretern der Gebietskörperschaften geweckt. .
28.11.2013: Bahnhof Chorin: Entsprechend des 1. Schritts der o.g. Strategie wurde
die Projektidee wichtigen Partnern in einem Workshop vorgestellt und sehr
19
konstruktiv diskutiert. Teilnehmer waren neben den Projektpartnern u.a. die
Landkreise Barnim und Uckermark mit ihren Vertretern für Tourismus, die Tourismus-
Marketing Brandenburg GmbH und das Amt Joachimsthal (vgl. Abb. 20).
Abb. 20: Teilnehmer des ersten Workshops in Chorin
Alle Anwesenden sprachen sich für die Unterstützung des Projektes des
Biosphärenreservats aus. Ausgehend von den Bahnhöfen soll ein Angebotsnetz von
Ladestationen und E-Mobilen entwickelt werden, das über eine App oder einen
Internetauftritt gebucht werden kann.
Auch Kurzstreckenpendler sollten in die Planung einbezogen werden, da sich eine
gute Ergänzung zwischen der Nutzung in der Woche durch Nahpendler und am
Wochenende durch Touristen ergibt.
Die Akquisition von potentiellen Multiplikatoren und zukünftigen Standorten wurde als
notwendig angesehen und auf die Bedeutung des Marketings hingewiesen.
Folgende Zielgruppen wurden identifiziert:
1. Touristen (mit dem Anspruch alternativer Anreise)
2. Gäste, die mit eigenen E-Mobilen anreisen (Nachladeinfrastruktur)
3. Nahpendlerverkehr
Des Weiteren wurde über die derzeitigen Entwicklungen von Steckverbindungen für
E-Mobile diskutiert. Der Stand der Technik wurde von der DGS vorgestellt.
Hinsichtlich der E-Bikes wurde auf das System „Sonne auf Rädern“ (SAR)
aufmerksam gemacht, das im Landkreis Uckermark bereits 2013 eingeführt wurde.
Das System sieht das Angebot von E-Bikes vor, die ein Anbieter bei „Sonne auf
Rädern“ für eine bestimmte Zeit bestellen kann. Die Initiative arbeitet mit Herkules
Rädern die allgemein zuverlässig sind. Die Räder werden von „Sonne auf Rädern“
geliefert und wieder abgeholt sowie im Winter gepflegt. Die Anbieter sollten die
Aufladung der Akkus mit Ökostrom aus dem Stromnetz absichern.
Die Arbeitsgruppe einigt sich darauf, dass die Verwaltung des Biosphärenreservats
und die DGS Kontakt mit „Sonne auf Rädern“ aufnimmt und die
Kooperationsmöglichkeiten prüft.
20
Seitens der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB) werden die
Zusammenarbeit mit City Car in Berlin und der Aufbau von Car-Sharing-Projekten
angestrebt. Ziel ist es, Berliner Gästen die Fahrt zu Destinationen in Brandenburg mit
E-Cars zu ermöglichen. Dazu ist der Aufbau von Ladestationen notwendig. Die TMB
ist daher an dem Projekt im Biosphärenreservat sehr interessiert.
Von den Anwesenden wurde die Notwendigkeit zur Entwicklung eines
Stufenmodells herausgearbeitet (siehe Anhang 2). Dieses erscheint notwendig, um
zunächst mit sehr geringem Finanzeinsatz ein Akteursnetz aufzubauen, das im
weiteren Verlauf in Bezug auf die Angebote / die zur Verfügung gestellte Infrastruktur
ausgeweitet wird.
Die Teilnehmer wünschen eine kontinuierliche Information zu dem Fortgang des
Projekts.
11.12.2014: Gespräch Herr Graumann (BRSC) mit Herrn Prof. Peters (Hochschule
für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, HNEE). Da die HNEE derzeit am Marketing
für E-Bikes arbeitet, wird eine grundsätzliche Kooperation vereinbart.
18.12.2013, Eberswalde: Treffen von Herr Graumann (BRSC), Herr Dr. Hartmann
(DGS) und Herrn Krause zu dem in Entwicklung befindlichen Projekt „Sonne auf
Rädern“ (SAR) (vgl. Abb. 21).
Herr Krause stellt das Projekt in den Einzelheiten vor (www.sonne-auf-raedern.de).
SAR arbeitet unter anderem auch mit 6 Stationen in der Uckermark. Bezüglich der
Fahrzeugpalette hat sich die SAR auf Herkulesräder für die Jahre 2013 und 2014
festgelegt. Ferner wurden die Kooperationsbedingungen erläutert, die den Beteiligten
als lukrativ erscheinen.
Abb. 21: Logo von „Sonne auf Rädern“ als gewonnener Partner zum Aufbau eines E-Bike-Netzwerks
Diskutiert wurde, ob die Möglichkeit besteht, innerhalb des Biosphärenreservats
bereits 2014 mit dem Aufbau des Netzwerks zu beginnen. Herr Krause konnte dazu
keine Aussage machen, möglicherweise könnten zwei zusätzliche Stationen
ausgerüstet werden.
Ferner wurde die Entwicklung und der Aufbau von öffentlichkeitswirksamen
Photovoltaik-Ports für die Ladestationen vereinbart.
06.-10.01.2014: Nach telefonischer Abstimmung entscheidet sich die Arbeitsgruppe,
das System von Sonne-auf-Rädern innerhalb des Biosphärenreservats weiter zu
etablieren und als Keimzelle des Null-Emissionen-Netzwerks aufzubauen.
21
07.01.2014: Herr Graumann (BRSC) und Herr Krause (SAR) stellen das Projekt bei
einer Koordinationsveranstaltung beim Landkreis Barnim auf Einladung des Vize-
Landrats vor.
20.01.2014: Die Arbeitsgruppe der Initiatoren stimmt eine Liste möglicher wichtiger
Partner ab, die in den kommenden Wochen einbezogen und für das Projekt
gewonnen werden sollen. Neben der Betriebsgröße ist auch die strategische Lage
und mögliche Netzwerkrelevanz von Bedeutung (vgl. Abb. 8).
Sonne-auf-Rädern teilt mit, dass aufgrund der positiven Gespräche bis zu 10
Ausleihstationen innerhalb des Biosphärenreservats aufgebaut werden könnten.
21.01.2014: Gespräch von Herrn Graumann (BRSC) mit dem Leiter einer großen
Ferieneinrichtung (40.000 Übernachtungen/Jahr). Der Leiter des Feriendorfs ist an
dem Projekt sehr interessiert und will sich der Initiative Sonne-auf-Rädern als
Verleih- und Ladestation anschließen. Er schlägt darüber hinaus mittelfristig den
Aufbau eines emissionsfreien Busdienstes für sein und andere Ferienlager vor.
28.01.2014: Mit einem anderen großen Ferienlager (120.000 Übernachtungen) wird
ein Termin zur Konkretisierung des Aufbaus einer Leihstation vereinbart (vgl.
Abb. 22).
Die ansässige Busgesellschaft wurde ebenfalls versucht als Partner zu gewinnen.
Sie verfügt bereits über E-Busse, allerdings nur mit Oberleitung, die nur im
Stadtgebiet von Eberswalde realisiert werden kann. Die Gesellschaft sieht derzeit
noch keine konkreten Kooperations-Möglichkeiten, zeigt sich aber grundsätzlich für
neue Technologien und eine Kooperation aufgeschlossen.
Abb. 22: Bestehende Angebote für E-Bikes (grüne Symbole); anzufragende bzw. angefragte erste
Partner zum Aufbau eines E-Bike-Netzwerks (orange Symbole)
27.02.2014: Einspeisung der Idee des Null-Emissionen-Monilitäts-Netzwerks in die
touristische Leitbildentwicklung im Rahmen eines Workshops der Tourismus
Marketing Uckermark.
22
07.03.2014: Workshop zum Tag der erneuerbaren Energien im Beratungszentrum für
erneuerbare Energie Hermann Scheer
14.03.2014: Durchführung eines Workshops mit touristischen Leistungsträgern der
Region (Gastronomie und Beherbergung, Fahrradverleih, touristische Verbände) zur
Information und Gewinnung von Netzwerkpartnern (vgl. Abb. 23 und Anhang 3).
Abb. 23: Workshop am 14.03.2014 zum Aufbau eines E-Bike-Netzwerks im Hotel Haus Chorin
5 Stand der Netzwerkplanung
Während in Kap. 4 die Entwicklung des Netzwerks bis zum 14.03.2014 chronologisch
aufgelistet wurde und damit auch zur Vorbereitung von allgemeingültigen
Anleitungen zu vergleichbaren Netzwerkerrichtungen in anderen Gebieten
nachvollziehbar ist, soll im Folgenden der erreichte Stand und die im Weiteren
geplanten Schritte dargestellt werden.
Aufgrund des in einem früheren Workshop bereits erarbeiteten Stufenmodells (vgl.
Anhang 2) ist zwischen E-Bikes, E-Pkw und weiteren Fahrzeugen zu unterscheiden.
Es ist davon auszugehen, dass die Entwicklung dieser Stufennetzwerke sich in
Abhängigkeit von den notwendigen Investitionen deutlich vom Anspruchsgrad
steigert und daher voraussichtlich nacheinander entwickelt werden muss. Dabei
sollten alle Ziele gleichzeitig im Auge behalten werden, um bei entsprechenden
Entwicklungen unmittelbar reagieren zu können. Im Folgenden wird deshalb
zwischen dem E-Bike-Netzwerk und anderen Netzwerkinitiativen unterschieden, da
dieses als am Leichtesten zu errichtende Netzwerk eingeschätzt wird und prioritär
entwickelt wurde.
Bei allen Aktivitäten ist zu berücksichtigen, dass die Unternehmen der Region sich in
einem überwiegend strukturschwachen Umfeld befinden und von wenigen
Ausnahmen abgesehen als wenig investitionsfähig einzuschätzen sind.
5.1 E-Fahrzeuge
Die Darstellung des E-Bike-Netzwerks beruht im Wesentlichen auf den Ergebnissen
des Workshops mit touristischen Leistungsträgern, der am 14.03.2014 im Hotel Haus
Chorin durchgeführt wurde.
23
Die bestehenden E-Bike-Stationen wurden in Kap. 3.6.4.2 dargestellt. Derzeit
befinden sich sechs Ausleihstationen im oder am Rand des Biosphärenreservats,
wobei eine dieser Stationen im Kern des Gebiets erst 2014 entstanden ist
(Joachimsthal). Diese geringe Anzahl hat u.a. folgende Nachteile:
· Der Gast muss sich entweder gezielt nach E-Bikes erkundigen oder bekommt
zufällig E-Bikes angeboten. Es besteht kein Image der Region und keine
übergreifende Werbe- und Infokampagne für E-Bikes.
· Die vergleichsweise geringe Präsenz in der Öffentlichkeit führt zu einer
geringen Wahrnehmung von E-Bikes und damit zu einer geringen
Eigenwerbung durch Mund zu Mund-Propaganda.
· Der geringe Bekanntheitsgrad und die unzureichende Information z.B. bei
Gastronomiebetrieben führt zu geringer Serviceneigung der Betriebe, um EBike-
Fahrer zu unterstützen und z.B. ein Aufladen der Akkus zu ermöglichen.
· Im Umkehrschluss werden E-Bikes ihren Aktionsradius aus
Sicherheitsgründen eher einschränken, um ihre Rückkehr zur Ausleihstation
nicht zu gefährden.
· Die geringe Anzahl der Ausleihstationen und die kaum ausgeprägte
Kooperation ermöglicht keine „One-Way-Touren“, so dass ein E-Bike an
einem Bahnhof ausgeliehen und nach einer Tour an einem anderen Bahnhof
wieder abgegeben werden kann (vgl. Abb. 24).
Abb. 24: Beispiele für „One-Way-Touren“ für Bahnhof A – Bahnhof B -Touren bei Ansteuerung
touristischer Ziele (LUGV eigene Darstellung)
24
Auf der anderen Seite haben E-Bikes viele Vorteile gegenüber „normalen“ Bikes:
· Mit den E-Bikes ist eine höhere Reichweite gegeben, die eine deutliche
Verbesserung der Erlebnismöglichkeit des Biosphärenreservats mit
emissionsfreien1 Fahrzeugen ermöglicht.
· Das Angebot von Touren mit dem Besuch touristischer Höhepunkte kann
deutlich verbessert werden.
· Das E-Bike kann dadurch eine Alternative zur Nutzung von PKW
insbesondere für Gäste der Region darstellen.
· Durch die Nutzung des ÖPNV in Kombination mit einem E-Bike-Angebot
können klimaschädliche Gasemissionen in einem Maße vermieden werden.
· Das E-Bike-Angebot kann die Nutzung des ÖPNV, also die Anreise mit der
Bahn, deutlich attraktiver erscheinen lassen.
· Die vermehrte Nutzung von E-Bikes und ein gestiegenes E-Bike-Angebot
können wichtige Bausteine des Nachhaltigkeitsimages für die Region werden.
Während des Workshops fand bei den Akteuren das bestehende Netzwerk von
„Sonne-auf-Rädern“ sowohl für Anbieter von Lade- als auch für Ausleihstationen
besondere Aufmerksamkeit. Dieses in der Aufbauphase bereits im Osten
Brandenburgs bestehende Netzwerk, das auf dem Workshop ausführlich vorgestellt
wurde, kommt für Ausleihstationen ohne hohe Investitions- und mit moderaten
Betriebskosten bei hervorragender Servicequalität aus. Die angebotenen E-Bikes
haben eine gute Qualität, sind für die Region geeignet und werden gewartet. Dabei
ist das System flexibel, kann auf individuelle Ansprüche eingehen und weist ein
gutes Marketing auf. Die Internetseite ist professionell, Werbemedien werden
entwickelt und ein Vertriebssystem über die Tourismusverbände der Landkreise
gewährleistet. Ferner kann von dem bestehenden Netzwerk und seinen Akteuren
profitiert werden (vgl. Abb. 25).
Abb. 25: Netzwerk von Sonne-auf-Rädern im Nordosten Brandenburg, hervorgehoben ist die Lage des
Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin (Stand Januar 2013, www.sonne-auf-raedern.de)
1 Im Folgenden wird davon ausgegangen, dass die E-Bike-Ladestationen durch regenerativ erzeugten
Strom gespeist werden und die damit eine emissionsfreie Fahrt ermöglicht wird.
25
Während des Workshops konnte sehr schnell ein Konsens erzielt werden, dass die
Region sich als E-Bike-freundlich darstellen sollte. Dazu sollten möglichst schnell
viele Ladestationen angeboten werden sollten. Die Ladestationen haben wie in
Kap. 3.6.4.2 dargestellt den Vorteil, dass sie fast ohne zusätzliche Investitionen
angeboten und unterhalten werden können. Der Anbieter würde durch seine
Aufnahme in die internetverfügbare Datenbank als servicefreundlicher Anbieter
ausgezeichnet. Als öffentlichkeitswirksames Ziel wurde sich auf den Titel der „1000-
Ladestationen-Region“ geeinigt.
Um Ladestationen zu kennzeichnen, wurde von SAR bereis ein Logo entwickelt, mit
dem die Ladestationen ihren Service für E-Bike-Fahrer am Betrieb mit einem Schild
oder Aufkleber etc. kenntlich machen können (vgl. Abb. 26). Dieses Schild, das mit
dem Logo der jeweiligen Tourismusregion bzw. des Biosphärenreservats versehen
wird, soll den angebotenen zusätzlichen Service verdeutlichen. Ferner erhält die
Ladestation ein Informationsblatt (siehe Anhang 4).
Abb. 26: Kennzeichnung von Ladestationen
Derzeit wird diskutiert ob dieses Schild oder ein System des Verkehrsclubs
Deutschland (VCD) genutzt werden soll, um einen bundesweiten Wiedererkennungseffekt
zu erhalten.
Im Ergebnis des Workshops am 14.03.2014 im Hotel Haus Chorin wurden die
Anwesenden nach den Informationsvorträgen2 und der offenen Diskussion zu ihrem
Interesse befragt (vgl. Abb. 27). 18 Teilnehmer konnten sich das Anbieten einer
Ladestation für E-Bikes und 11 Teilnehmer den Aufbau einer Ausleihstation mit
Sonne auf Rädern vorstellen.
Ferner wurde deutlich, dass einige Teilnehmer auch ihre eigenen Netzwerke nutzen
werden, um das System noch breiter einzuführen. Im Nachgang des Workshops
wurde darüber diskutiert, ob es sinnvoll ist, regional jeweils einen Pool von E-Bikes
aufzubauen, um auch Gruppen adäquate Angebote machen zu können.
Insgesamt wird in Bezug auf die E-Bikes die weitere Entwicklung von den bilateralen
Verhandlungen zwischen den Anbietern und Sonne-auf-Rädern abhängen, die
abgewartet werden muss.
Ein ansässiger Fahrradladen aus Eberswalde hat sein Interesse als Service-Station
für das E-Bike-Netzwerk bekundet. Dies ist für die Nutzerfreundlichkeit und den
Netzwerkaufbau sehr wichtig.
2 Die Informationsvorträge wind in Anhang 6 – 8 enthalten.
26
In Bezug auf E-PKWs haben 7 Teilnehmer Interesse an der Lademöglichkeit für EPKW
bekundet. Im Workshop wurde in diesem Zusammenhang von Nachfragen aus
Berlin berichtet. Fehlende Lademöglichkeiten verhindern bisher offenbar, dass
Berliner Gäste mit E-PKW Ziele im Umland aufsuchen. Mit Blick auf den
bestehenden Kundenstamm wurde deutlich, dass Nachfragen dieser Art ständig zu
nehmen.
Abb. 27: Ergebniskarte des Workshops am 14.03.2014 zum Aufbau eines E-Bike-Netzwerks im Hotel
Haus Chorin (Pins geben Interessenten an für: gelb=E-Bike-Ladestationen, rot=E-Bike-
Ausleihstationen, blau=E-PKW-Ladestationen, schwarz=mögliche E-Bike-Servicestellen)
Insgesamt zeichnete sich auf dem Workshop die Bildung eines Kernteams ab, das
koordiniert von der DGS und der Biosphärenreservatsverwaltung die weiteren
Schritte der Netzwerkentwicklung führen und begleiten wird:
· Vertreter größerer Hotels und touristische Anbieter
· Landkreise und deren Tourismusverbände (Wito und tmu)
· Energieagentur Barnim und Zentrum für erneuerbare Energien Eberswalde
· Tourismus Marketing Brandenburg
· LAG – Leader AG der Regionen
· Bahnhof Chorin
· Sonne-auf-Rädern
5.2 Finanzierung und Marketing
Mit einem ausgereiften Marketingkonzept steht oder fällt das Projekt. Dieses konnte
in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit nicht komplett entwickelt werden. Klar
27
ist, dass auf bestehende Konzepte zurückgegriffen wird und die Einbeziehung der
TMB Potsdam und der Berliner Tourismus Marketing Gesellschaft (Berlin Partner)
wichtig und notwendig ist.
Ein erster Schritt ist mit der Strukturentwicklung einer Internetapplikation (App) bzw.
mobilen Website getan (siehe Anhang 5).
Wenn das Projekt auf Automobile ausgeweitet wird, stellt sich die Frage nach den
Kosten für die dann notwendigen Ladestationen. Da die Eigenkapitalausstattung der
Tourismusbetriebe in der Region in der Regel gering ist, müssen Wege zur Lösung
des Problems gefunden werden. Bürgschaften des Landes Brandenburg,
Investitionskostenzuschüsse durch Förderprogramme und die Bildung von
Genossenschaften können dazu beitragen. Diese Ansätze werden weiter verfolgt.
5.3 Ausweitungspotentiale
Mit dem Nationalpark Unteres Odertal, dem Naturpark Uckermärkische Seen sowie
dem Naturpark Barnim sind drei der 15 Gebiete des Brandenburger
Großschutzgebietssystems direkt mit dem Biosphärenreservat benachbart. Diese
Gebiete bieten sich für eine Ausweitung des Projektes an (Abb. 28).
Abb. 28: Ausweitungspotentiale auf benachbarte Großschutzgebiete (Quelle: LUGV)
5.4 Einbeziehung von Pendlern
Wie schon eingangs erwähnt, soll sich das Projekt mittelfristig nicht nur auf Touristen
in der Region beschränken. Arbeitnehmer in der Region, die heute noch „normale“
Automobile oder Fahrräder nutzen, werden über die Vorteile der Mitwirkung im
Projekt informiert.
28
Beispielsweise könnten die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
HNEE, das Behördenzentrum Eberswalde oder die Krankenhäuser in Eberswalde
mögliche Interessenten darstellen. In der Hochschule arbeiten ca. 250 Professoren,
wissenschaftliche Mitarbeiter und nicht wissenschaftliches Personal, die zum großen
Teil täglich mehrere Kilometer pendeln. Hier können E-Bikes und Elektromobile sehr
attraktiv sein. Zudem ist die Hochschule (Nachhaltige Entwicklung) bestens geeignet,
das Konzept mit umzusetzen. Erste informelle Gespräche dazu haben stattgefunden.
6 Weitere Schritte
Folgende Schritte sollen in den kommenden Wochen und Monaten (kurz- bis
mittelfristig) eingeleitet werden, um das Null-Emissions-Mobilitäts-Netzwerk weiter zu
entwickeln.
6.1 E-Bike-Netzwerk
Ladestationen
· Das E-Bike-Netzwerk soll mithilfe der touristischen Institutionen weiter
ausgearbeitet werden. Eine Liste potentieller Partner von Hotels, Pensionen,
Ferienwohnungen, Gaststätten, Fahrradwerkstätten und schon bestehenden
Ausleihstationen wird weiter ergänzt (kurz- bis mittelfristig).
· Öffentlicher Aufruf oder einer Kampagne zur Einrichtung von E-Bike-
Ladestationen (z.B. unter dem Titel „1000. Ladestation gesucht“). Zu diesem
Schritt ist die Einigung unter den Netzwerkpartnern notwendig, welches Schild
/ Symbol für die ganze Region Verwendung finden soll (vgl. Abb. 27)
(kurzfristig).
· Aufbau der Datenbank und Darstellung der Ladestationen im Internet bei SAR
und Biosphärenreservat; Öffentlichkeitsarbeit (kurz- bis mittelfristig).
· Entwicklung und Bau von solaren E-Bike-Ports für öffentliche Plätze im
Außenbereich in Zusammenarbeit mit der DGS, mp-Tec, SAR, Kommunen
und Biosphärenreservat (mittelfristig); Akquise von Sponsoring/Fördermitteln
(s.u.).
Ausleihstationen
· Vergrößerung des Netzes an Ausleihstationen durch Führung bilateraler
Gespräche mit Anbietern der Region (mit SAR und ggf. Biosphärenreservat)
(kurz- bis mittelfristig).
· Intensivierung der Zusammenarbeit durch gemeinsame öffentlichkeitswirksame
Veranstaltungen und Angebote, Kooperationen (Entwicklung von
One-Way-Touren).
· Ausbau zu E-PKW-Lade- oder Ausleihstationen (mittel- bis langfristig).
6.2 E-Fahrzeug-Netzwerk
Ladestationen
· Festlegung der Steckernormung: Um eine Entscheidung herbei zu führen,
welche einheitlichen Komponenten in der Region eingesetzt werden sollen, ist
29
ein Workshop / eine Konferenz mit den wichtigen Leistungsträgern der Region
einschließlich der Landkreise sowie Experten, die die Entwicklungen in Berlin
und in Brandenburg überblicken, vorzusehen (kurz- / mittelfristig). Zu der
Konferenz werden verschiedene Techniken von Ladesäulen vorgestellt und
diskutiert. Die Integration von Photovoltaik bzw. Bereitstellung von Energie
aus erneuerbaren Quellen ist dabei Voraussetzung.
· Anschließend ist ein Netz von Schnellladestationen im Außenbereich in
Zusammenarbeit mit den Akteuren und Kommunen zu konzipieren und
aufzubauen. Nach bisherigen Recherchen ist pro Ladestation, die eine
signifikante Aufladeleistung in etwa einer Stunde gewährleistet, mit Kosten
von 2.000 € bis 3.000 € zu rechnen. Die Stationen sind in Ortschaften an
strategisch wichtigen Punkten wie zur Ergänzung des ÖPNV (Bahnhöfen,
touristische Destinationen) vorzusehen. Zur Realisierung sind Sponsoring-
/Fördermittel zu akquirieren (kurz- bis mittelfristig).
Ausleihstationen
· Hinsichtlich der Ausleihstationen soll ein Konzept mit den aktiven Akteuren der
Region und ggf. Berlin auf der Grundlage des zu entwickelnden
Ladestationen-Netzes erarbeitet werden (kurz- bis mittelfristig).
Die Entwicklung des Null-Emissionen-Netzwerks in Bezug auf E-Vans und E-Busse
wird als mittelfristige Maßnahme derzeit noch zurück gestellt, da die Kosten hier sehr
hoch sind. Es ist davon auszugehen, dass eine Etablierung von E-Bikes und E-Cars
die Motivation bei den Betrieben steigern könnte, sich auch in diesem Bereich zu
engagieren. Erste Gespräche bei den Anbietern von Gruppenreisen deuten darauf
hin, dass hier ein Bedarf besteht. Vieles wird davon abhängen, ob es gelingt, für die
Region ein Null-Emissionen-Mobilitäts-Image aufzubauen. Die Maßnahme wird
voraussichtlich ohne Sponsoring bzw. Fördermittelakquise nicht realisierbar sein
(mittelfristig).
Ebenso wird die Entwicklung eines Netzwerks von Wasserstoff-Fahrzeugen aufgrund
des bisherigen Kenntnisstandes noch nicht weiter betrieben. Es ist zu prüfen, ob eine
zentral gelegene Wasserstoff-Tankstelle als notwendig einzuschätzen ist. Diese
Maßnahme lässt sich ohne die Akquise von Sponsoring- / Fördermitteln nicht
realisieren (mittel- bis langfristig). Hier werden Gespräche mit dem Unternehmen
Enertrag angestrebt, das wenige Kilometer nördlich des Biosphärenreservats
Schorfheide-Chorin 2011 ein Hybridkraftwerk zur Wasserstofferzeugung aus
Windenergie betreibt und als Pionier dieser Technik gilt.
30
7 Ausblick
7.1 Einschätzung der Entwicklung
Die bisherige Resonanz auf den Projektansatz ist durchweg deutlich positiv. Einige
Partner überlegen bereits seit längerem Ähnliches für ihr eigenes Geschäftsumfeld,
konnten jedoch den Netzwerkgedanken noch nicht fassen. Insofern wird die Initiative
des Biosphärenreservats begrüßt, das damit seiner Rolle gerecht wird und sich in
einige Projekte der letzten Jahre gut einpasst.
Aus Sicht des Biosphärenreservats wird sich die Initiative dynamisch entwickeln.
Offenbar ist der Zeitpunkt gut gewählt, da die Partner sich teilweise mit dem Thema
bereits beschäftigt haben oder den Bedarf sehen. Insbesondere die Entwicklung
einer einheitlichen Struktur, in der sich alle Netzwerkpartner wieder finden und die sie
nutzen können (Netwerkapplikation oder eine mobile Website), wird als wesentliche
Bereicherung angesehen.
Unsicherheiten bestehen teilweise in Bezug auf die zu verwendende Technologie. So
ist im PKW-Bereich die Frage der zu verwendenden Ladesteckdosen noch nicht
ausreichend geklärt. Ferner bestehen Unsicherheiten in Bezug auf die
Brennstoffzellentechnik bei PKS. Das Projekt hält sich ausdrücklich diese Technik
offen, sofern sich hier ein Technologiesprung ergeben sollte.
Insgesamt wird die Projektinitiative seitens aller Partner sehr begrüßt und als
Grundlage für eine nachhaltige emissionsfreie Mobilitätsentwicklung im
Biosphärenreservat gesehen.
7.2 Fördermöglichkeiten
Strukturgebende Maßnahmen für den Fortbestand und die Ausweitung des
Projektes
Alle Partner im Projekt (Biosphärenreservat Schorfheide Chorin, DGS Berlin,
Contracta GmbH Chorin) sind sich einig, die bisher erreichten Ergebnisse
(Implementierung von „Sonne auf Rädern“, Netzwerk von Partnern in der Region
(Ladestationen, Ausleihstationen), Unterstützung durch die Tourismus Marketing
GmbH Brandenburg, die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, die
Landkreise Barnim und Uckermark, das Unternehmen MP-Tec Eberswalde und
andere Institutionen, Grundstruktur einer App) zu nutzen und darauf aufbauend
weitere Schritte umzusetzen.
Im operationellen Programm des Landes Brandenburg für den Europäischen Fonds
für regionale Entwicklung (EFRE) in der Förderperiode 2014 bis 2020 Stand
11.2.2014 werden unter der Prioritätsachse 3: Förderung der Bestrebungen zur
Verringerung der CO2 Emissionen in allen Bereichen der Wirtschaft folgende
Investitionsprioritäten beschrieben.
31
4a: Förderung der Produktion und Verteilung von Energie aus erneuerbaren
Quellen
4c: Förderung der Energieeffizienz, des intelligenten Energiemanagements
und der Nutzung erneuerbarer Energien in der öffentlichen Infrastruktur
einschließlich öffentlicher Gebäude und im Wohnungsbau
4e: Förderung von Strategien zur Senkung des CO2-Ausstoßes für sämtliche
Gebiete insbes. Städtische Gebiete einschließlich der Förderung einer
nachhaltigen multimodalen städtischen Mobilität und
klimaschutzrelevanten Anpassungsmaßnahmen.
(siehe www.efre.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.356310.de)
Für 4a stehen 46 Mill. Euro, für 4c 34,8 Mill. Euro und für 4e 30,42 Mill. Euro in dem
Zeitraum bis 2020 zur Verfügung.
Alle drei oben genannten Förderschwerpunkte lassen sich sehr gut für eine
Ausweitung des Projektes nutzen. Die Projektpartner werden deshalb mit
Unterstützung der zuständigen Stellen der Landesregierung bzw. der kommunalen
Institutionen EFRE Förderanträge zunächst für den Zeitraum 2014 / 2015 stellen.
Schwerpunkte werden / können sein:
 Entwicklung eines Finanzierungskonzeptes für Ladestationen und für den
Fahrzeugpark
 Entwicklung und Distribution eines e bike ports, versorgt mit einer
Photovoltaikanlage
 Unterstützung der Partner (Netzwerk) beim Bau von Photovoltaikanlagen zur
Versorgung der Gebäude: Eigenverbrauch, Rentabilität
 Durchführung von Marketingmaßnahmen, besonders für Touristen aus Berlin
 Aufbau erster Ladestationen für e cars
 Aufbau eines elektronischen Buchungssystems (e bikes , e cars)
 Ausweitung der Struktur auf benachbarte Großschutzgebiete
 Einbeziehung von Pendlern in das Projekt
Durch die Nutzung der oben beschriebenen Fördermittelkonzepte könnten der
Fortbestand und die Ausweitung des Projektes gesichert werden.
32
8 Literaturauswahl
BFN – BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ (2008): Madrider Aktionsplan des 3.
Weltkongresses der Biosphärenreservate von 2008 Quelle:
 http://www.unesco.de/madrid_aktionsplan….

BFN – BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ (2009-2012): Durchführung des WEttbewerbs
„Biosphärenrervate als Modellregion für Klimaanpassung und
Klimaschutz“. Bonn, Angermünde.
DKE – Technischer Leitfaden Ladeinfrastruktur, Deutsche Kommission
Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik, August 2013,
Arbeitsgruppe 4: Normung, Standardisierung und Zertifizierung der
„Nationalen Plattform Elektromobilität“, www.dke.de.
LUGV – LANDESAMT FÜR UMWELT, GESUNDHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ,
BIOSPHÄRENRESERVAT SCHORFHEIDE-CHORIN (2012): Rahmenkonzept für
das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Angermünde. Internes
unveröff. Konzept.
LUGV – LANDESAMT FÜR UMWELT, GESUNDHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ,
BIOSPHÄRENRESERVAT SCHORFHEIDE-CHORIN (in Vorb.): Pflege- und
Entwicklungsplanung für das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.
Angermünde.
MLUR – MINISTERIUM FÜR LANDWIRTSCHAFT , UMWELT UND RAUMORDNUNG (2008):
Landschaftsrahmenplan Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.
Potsdam.
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Anhang 1
Leistungsverzeichnis des geplanten Konzepts zur Entwicklung des Null-
Emissionen-Netzwerks
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Anhang 2
Das Stufenmodell
1. Ladestationen E-Bikes: Im ersten Schritt sollen Akteure zum Angebot von Ladestationen für E-Bikes
gewonnen werden. Dazu ist keine besondere Infrastruktur und finanzielle Investition, sondern nur
die Bereitstellung einer Steckdose notwendig. Technische Voraussetzungen (Sicherung des
Stromkreises zur Ladung) werden von der DGS recherchiert. Dieses erste Angebot kann von jedem
Anbieter in der Gastronomie, Ferienwohnungsanbieter, Geschäft, Läden, Tankstellen etc. leicht
bereitgestellt werden. Es besteht daher die Hoffnung in kürzester Zeit eine hohe Anzahl von
Ladestationen auf der Grundlage einer Datenbank entwickeln zu können.
Ziel ist es 100 Ladestationen in der Region zu akquirieren. Mit dieser Meldung soll die Presse
informiert werden, womit ein entsprechendes kostenloses und wirkungsvolles Marketing erreicht
werden kann
2. Stufe E-Bikes: In der 2. Stufe sollen Anbieter von E-Bikes gewonnen werden.
2.1. Dazu soll das oben genannte System „Sonne auf Rädern“ genutzt und angeboten werden.
Dies ermöglicht den Aufbau eines einheitlichen technischen Systems und vor allem auch den
Austausch der E-Bikes im Rahmen von Touren z.B. von Bahnhof zu Bahnhof.
2.2. Weiter gehendes Ziel ist es, dass Anbieter von E-Bikes, die sich auch auf dieses Angebot
beschränken wollen, den notwendigen Ladestrom durch dezentral erzeugten regenerativen
Strom anbieten. Im Idealfall könnte dies z.B. eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach
darstellen. Die DGS wird die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage berechnen und spätestens
zu einem Termin mit möglichen Akteuren vorstellen. Diskutiert wurde auch die Bereitstellung
von Lademöglichkeiten an Straßenlaternen oder Buswartehäuschen [Abrechnung?].
3. Stufe E-Cars: In dieser Stufe zur Entwicklung von Angeboten von E-Cars werden wesentlich höhere
Anforderungen an die Ladestation und die Fahrzeuge gestellt. Als Akteure kommen Gastronomie,
Hotellerie, Tankstellen, Bahnhöfe und größere touristische Einrichtungen in Betracht.
3.1. Bereitstellung von Ladestationen, die die Schnellladung möglichst vieler Steckersysteme und
damit vieler im Aufbau begriffener Fahrzeugtypen ermöglichen. Die Ladestationen müssen
entsprechend starke Stromflüsse zulassen und ein Abrechnungssystem beinhalten.
3.2. Im 2. Schritt dieser Stufe soll auch eine Energieversorgung aus regenerativen Energiequellen
realisiert werden. Welche Energiequelle für eine solche Station effektiv ist, muss eine
Einzelfallbetrachtung ergeben. In Abweichung zu den E-Bikes muss die Energieversorgung in
diesem Fall ein Ganzjahresangebot ermöglichen.
4. Stufe E-Busse und E-Lieferfahrzeuge: Der Aufbau dieser Stufe wird angestrebt, Bedarf und
technischer Stand ist aber noch nicht absehbar. Angebote von Fahrzeugen bestehen bereits. Beim
Aufbau der E-Car-Ladestationen sollte auch ein solches Angebot perspektivisch berücksichtigt
werden. Mögliche Akteure sind die Busgesellschaften oder größere Hotellerie.
5. Brennstoffzellen-PKW: Durch die Umwandlung von regenerativ erzeugtem Strom in Wasserstoff
können Brennstoffzellen-PKW betrieben werden. Vorteil dieser Technik ist, dass diese Fahrzeuge
heute eine wesentlich höhere Reichweite als E-Cars aufweisen. Es ist noch nicht absehbar, ob sich
diese Technik durchsetzen wird. Es wird daher angestrebt, ein bis zwei Ladestationen anzubieten.
Aufgrund des kurzen Tankvorgangs und der notwendigen Sicherheitsvorkehrungen wären z.B.
bestehende Tankstellen als Ladestationen prädestiniert.
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Anhang 3
Anlagen zum Workshop am 14.03.2014 im Hotel Haus Chorin
Plakat zum Workshop
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Teilnehmerliste des Workshops am 14.03.2014
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Anhang 4
Informationsblatt für Lade- und Ausleihstationen für E-Bikes
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Anhang 5
Struktur einer Internetapplikation als Informations- und Buchungssystem
Ausgangsszenario
Eine eigene Webseite sowie Anwendungen (Apps) für Mobilgeräte eröffnen einer breiten
Interessengruppe den einfachen Zugang zum Leihangebot. Über ein benutzerfreundliches Online-
Buchungssystem können bspw. Kurzurlauber bequem im Voraus E-Bikes an einer Verleihstation
reservieren oder auch gleich verbindlich buchen.
Besonderheiten
Aufgrund der geplanten organisatorischen Struktur und der zurzeit verfügbaren technischen
Infrastruktur ergeben sich einige spezielle Anforderungen an die Entwicklung des Onlineangebots.
· dezentraler Verleih der E-Fahrzeuge – jeder Verleiher arbeitet eigenständig und unabhängig, ist
aber Partner eines Netzwerkverbunds
· ein zentraler Distributor (hier: „Sonne auf Rädern“) vermietet die E-Fahrzeuge, zunächst E-Bikes,
an die Netzwerkpartner und stellt einen zentralen Wartungsservice für z. B. aufwändige
Reparaturen zur Verfügung
· schmalbandige Internetzugänge im Biosphärenreservat – Festnetz-DSL-Anschlüsse sind nur an
wenigen Standorten verfügbar, eine komplette mobile Netzabdeckung existiert derzeit nur im
2G-Standard
Zielgruppen der Online-Applikation
· Urlauber und Kurzzeitgäste (Kunden)
· zurzeit insgesamt ca. 500.000 Gäste pro Jahr, mit saisonalen Hauptzeiten
· großer Anteil Berliner Gäste: Tagesausflügler bzw. Kurzaufenthalte (2 – 5 Tage)
· grundsätzlich alle Altersgruppen
· Familien, Paare mittleren bis älteren Alters, Ausflugsgruppen
· Verleihstationen
· klassischer Fahrradverleih
· Pensionen und Hotels
· Partner (z. B. für Akkuladung, Pausen und kleine Reparaturen)
· Restaurants und Cafés
· Pensionen und Hotels
· Betreiber unabhängiger Ladestationen (z. B. Solarladestation)
· Partner für Fahrzeug-Rückgaben außerhalb der Schorfheide?!
· Distributor (s. Ausgangsszenario)
· Anwohner / Pendler (z. B. für Umstieg vom eigenem Auto)
Funktionen der Online-Applikation
Die Entwicklung des Onlineangebots kann in mehreren Ausbaustufen erfolgen. So lässt sich im ersten
Schritt schnell eine Art Informationsportal schaffen, das eine einfache Anfragemöglichkeit bei den
einzelnen Verleihstationen bietet. Anschließend kann das Portal zu einer komplexen Verwaltungs- und
Buchungsapplikation entwickelt werden.
Entwicklungsstufen
1) einfache Webseite und ggf. einfache App
· Standorte der Verleiher- und Partnerstationen
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· als Markierungen auf einer Landkarte des Biosphärenreservats
· in Listenform
· jeweils inkl. aufrufbarer Detailinformationen zu jeder Station
· Übersicht der verfügbaren Fahrzeuge inkl. Detailinformationen
· allgemeine Ausstattung, Reichweite Akkuladung, Ladezeit, Stromanschlussart,
Geschwindigkeit usw.
· zumietbares Zubehör – z. B. Kindersitze, Anhänger, ggf. Helme
· Kontaktformular für eine unverbindliche Leihanfrage bei einer Station (keine direkte Buchung!)
· allgemeine Kontaktinformationen
2) zentrales Buchungssystem mit einfachem Bezahlsystem – für „Rundfahrten“ (d. h. Ausgabe und
Rückgabe eines Fahrzeugs erfolgt an derselben Leihstation)
· wie 1)
· Fahrzeuge sind für Kunden über Webseite und App reservierbar und buchbar
· Fahrzeuge werden vom System zentral verwaltet, inkl. Fahrzeugzubehör
· Verfügbarkeitsanzeige für einen Termin/Zeitraum pro Standort
· Buchung mit Vor-Ort-Bezahlung oder elektronischer Vorauszahlung (z. B. PayPal, Telefonrechnung
o. ä., zunächst keine Bezahlung via Vorkasse, Rechnung, Lastschrift, bei denen der
Zahlungseingang zu einem späteren Zeitpunkt überprüft werden muss)
· Buchungsbestätigung für Kunden und Verleiherbenachrichtigung, per Mail oder/und SMS
· Erinnerungsfunktion für Reservierung
· Kundenverwaltung
· Verwaltung Verleihstationen
· Onlineformulare für die Verleiher, um die Ausgabe und Rückgabe eines Rads zu bestätigen sowie
Fahrzeuge manuell zu sperren/freizugeben (z. B. während Ladezeiten oder Reparaturarbeiten)
3) zentrales Buchungssystem mit erweitertem Bezahlsystem – „One-Way“-Buchung (d. h. Ausgabe und
Rückgabe an verschiedenen Leihstationen)
· wie 2)
· „One-Way“-Buchungsfunktion für Kunden und interne Verwaltungsfunktionen
· Finanzausgleich zw. Verleihern bei One-Way (z. B. Kautionsrückzahlung, Mietentgelterhöhung,
Rabatte, Sonderpreise usw.)
· Finanzausgleich bei Umlagerungen (s. u.)
· Schadensregistrierung mit Kautionsausgleich
· Versicherungsmeldung bei Fahrzeugschäden
· Umlagerungsfunktion für Fahrzeuge inkl. Kommunikation zwischen Verleihstationen (d. h. Kunden
können mehr Fahrzeuge buchen als am ausgewählten Standort verfügbar, z. B. für Gruppen)
· Distributor-Kommunikation
· Meldung von Reparaturfällen
· Beantragung neuer bzw. Austausch alter Fahrzeuge
· Bezahlsystem mit automatischer Geldeingangsprüfung (z. B. für Vorkasse, Lastschrift usw.)
· Verwaltung Schließzeiten einzelner Standorte (wg. Urlaub usw.)
· Partnerverwaltung
Hinweis One-Way: tritt in der Praxis relativ häufig auf, da Touren vorzeitig abgebrochen werden oder
das Ziel in der geplanten Zeit nicht erreicht werden konnte
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4) Zusätzliche denkbare Erweiterungen
· „One-Way“-Buchung mit Rückgabe außerhalb des Biosphärenreservats
· Meldungsfunktionen für Kunden, für Schäden und Touränderungen
· Trouble-Shooting / Hilfeinformationen für Kunden (z. B. bei Ausfall des Motors, einer Reifenpanne)
· Einrichtung eines Notdienstes
· Tourenplaner inkl. bspw. Planung des Wegs bis zur nächsten Station, Reichweite bei aktuellem
Akkuladestand
· Gebraucht-Fahrzeug-Shop
· Anbindung Unterkunftsreservierung bei Partnern
· Anbindung ÖPNV-Fahrplanauskunft und Markierung der Haltestellen (inkl. Informationen z. B.
E-Bike-Mitnahme möglich)
· Reservierung von Ladestationen
Allgemeines
· Datenverkehr/-volumen zw. Verleihstationen und zentralem System muss derzeit so gering wie
möglich gehalten werden (z. B. stark funktional-orientierte Formulare ohne grafischen Overhead)
· mobile Apps müssen eine Grundfunktionalität im Offline-Modus bieten (z. B. Anzeige der
Verleihstationen)
· der voranschreitende Ausbau der Mobilfunknetze z. B. mit LTE-Technik relativiert mittelfristig die
zurzeit gegebenen Einschränkungen und fördert Erweiterungen des Onlineangebots
Abgrenzung
Bewusst wurde hier der Fokus auf die benötigten technischen Funktionalitäten gelegt. Die im Zuge der
Zusammenarbeit der Netzwerkpartner (z. B. bei One-way-Buchungen und der Umlagerung von
Fahrzeugen) entstehenden Anforderungen an Vertragswerke und interne Organisationsstrukturen
müssen separat betrachtet werden.
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Folgende Anhänge werden in eigenen pdf-Dokumenten beigefügt:
Anhang 6
Vortrag gehalten am 14.03.2014 in Chorin:
U. Graumann (Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin): Aufbau eines Null-
Emissionen-Mobilitäts-Netzwerks für das UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-
Chorin – Kurzvorstellung des Projekts.
Anhang 7
Vortrag gehalten am 14.03.2014 in Chorin:
H. Krause (Sonne-auf-Rädern): Das Netzwerk „Sonne auf Rädern, Die E-Bike
freundliche Region“.
Anhang 8
Vortrag gehalten am 14.03.2014 in Chorin:
Dr. U. Hartmann (Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie): Null-Emissionen-
Mobilitäts-Netzwerks für das UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin – Der
Status quo“.

Recherchen : Arno Paulus

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Dong Solarboat Challenge in Leeuwarden NL

22. Juli 2014 · Keine Kommentare

Die schöne Kleinstadt Leeuwarden in Friesland war vom 28.06. – 5.07.2014 zum letzten mal  Ziel der  http://www.dongenergysolarchallenge.com/. 2016  wird das Ziel der Solarboote Amsterdam sein. In diesem Jahr war leider kein einziges Team aus Deutschland am Start.  Dafür schickte die Königliche Marine der Niederlande ein Team, welches leider wegen eines Kabelbrandes  frühzeitig auschied.  Teams aus der Volksrepublik China, Bahrain, Türkei, Polen, Finnland  und USA waren am Start.

Siegerteam im Regen

Der Motor des Siegerteams mit Doppelschraube Clavis

Gleich hebt er ab..:-)

Team VR China

 

Die ausgespochen Fahradfreundliche Stadt Leeuwarden bietet besondere Abstellplätze für Elektroautos

Elektrisch durch die Grachten mit einer Sloep aus Edelstahl für 6 Passagiere und einem E Motor von Kräutler (A) 2,8 kW , kostet 10 euro pro Stunde

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Mit dem Pedelec Solar-elektrisch unterwegs im Biosphärenreservat Schorfheide Chorin

15. Juni 2014 · Keine Kommentare

Nachdem ich 2012 mit einem Solarboot Suncat21 nach Altenhof am Werbellinsee über den Wasserweg gefahren bin, hatte ich nun vor, die Strecke mit Bahn und gemietetem E-Bike (Pedelec) zurückzulegen.

Für 8,20 Euro löste ich ein einfaches Bahnticket von Berlin nach Chorin. Nach einer Pressekonferenz des Biosphärenreservats zum Thema:  http://www.moz.de/lokales/artikel-ansicht/dg/0/1/1288997/l   im Bahnhof Chorin, miete ich bei www. fahradverleih-chorin.de ( www.sonne-auf -rädern.de) ein nagelneues Ebike von Winora  mit Boschmotor und  400 Wh Akkukapazität. Mit 29 Euro pro Tag, nicht eben die preiswerteste Art des Radfahrens.  Mit der Akkuleistung könnte ich bei langsamer Fahrweise bis 150 km weit fahren.  Meine durchschnittliche Geschwindigkeit von 20 km/h,  mit grösstmöglicher Motorunterstützung,  ergab insgesamt eine ermüdungsfreie  Fahrleistung von insgesamt 60 km.  Über Golzow erreichte ich Joachimsthal nach 60 Minuten. Ganz sicher wäre ich bei trockenem Wetter langsamer durch die Landschaft geradelt. In Joachimsthal besichtigte ich den Kaiserbahnhof und nach einem kleinen Imbiss, die “Schinkelkirche” mit ihrem charakteristischen Zierturm. Von dort radelte ich in Richtung Werbellinsee. Der Weg nach Süden, Richtung Hubertusstock, ist eine  Art Höhenweg,  entlang an dem wunderschönen Werbellinsee mitten durch den Wald.  Hier gibt es 23 km lange Wanderwege durch den Wald rund um den See.

Man sollte hier besser nicht so schnell fahren, wie die Motorradfahrer, die diese Strecke wohl als Wochenendrennstrecke zum Teil mit überhöhter Geschwindigkeit befahren. Deren Fahrgeräusche stören den Frieden der Landschaft massiv und es sollte eine Lösung für dieses Problem gefunden werden. Eine Geschwindigkeits-begrenzung gibt es zwar, aber an diese hält sich kaum einer der Motorradfahrer.

Besser ist es, die Schönheit der Uferlandschaft zu geniessen oder eine der lauschigen Buchten zum erfrischenden Bad im türkisfarbenen Wasser des Sees  zu nutzen.  Mein Entschluss in dem Ringhotel Schorfheide anzuhalten und dort (Reservierung empfohlen, EZ59 Dz 79Euro) zu übernachten, wird mir durch die Gewährung eines Radlerrabats – immerhin liegt das Hotel an der Fernradstrecke zur Ostee – erleichtert.  Auch ein Stromanschluss ist unter einem Dach vorhanden,  so das ich nach 30 km Fahrtstrecke den Akku in 2:00 Std. wieder auf 100% auffüllen kann. Nach 2 Stunden könnte ich also erneut 60 km in der schnellsten Fahrstufe zurücklegen. Den sogen. Memoryeffekt, wie bei der Bleibatterie, soll es ja bei Lithium Ionenakkus nicht geben.

Am nächsten Morgen, nach einer wunderbar ruhigen Nacht mitten im Wald, radle ich weiter Richtung Süden.  In Wildau findet an diesem 14 Juni 2014  – nicht ganz zufällig – die www. solarbootregatta.de statt. 20 Universitäts und Schulteams aus Brandenburg, Holland und Polen zeigen hier ihre neuesten Entwicklungen. Bastelboote, Hightechboote und einige Gebrauchsboote sind am Start. Die Mitgleider der teilnehmenden Teams  sitzen entspannt am Ufer  und schauen zu wie ihre Boote Runde um Runde auf dem See drehen.

Als engagierter Solarmobilist übernehme ich gerne für einige Stunden die Gästebetreuung des Veranstalters auf dem solaren Forschungschiff Solarexplorer www.dgs-berlin.de .  Der 18 m lange Solarkatamaran liegt in Altenhof  ca. 5 km nördlich von Wildau.   Dort hin fahre ich mit dem E-Bike über  einen wunderschönen Uferwaldweg, gesäumt von kleinen  Buchten.

Das Forschungsschiff für Schulen, Universitäten (ich berichtete über die Taufe 2012) fährt ab sofort auch für Jedermann zu festgelegten Zeiten.

 

Nämlich am:

Sa.21.06.14  – um  14:00 Uhr, So. 29.06. 14 – um 10:30 Uhr, Sa.05.07.14 um – 14:00 Uhr , So.13.07.14 um – 10:30 Uhr,  Sa. 19.07.14 um 14:00 Uhr  So.27.07.14 um 10:30 Uhr.  Buchungen unter 0151 54228044 oder  Info at solarpolis.de.

In Altenhof kann man ebenfalls jederzeit kleine (4 Pers.) führerscheinfreie Elektroboote für 20 Euro pro Std. mieten. 4 Stunden 60 Euro.

Nach Beendigung der Solarboottouren auf dem See fahre ich von Altenhof über Golzow zum historischen Bahnhof Chorin zurück. Im Zug nach Berlin begegne ich einigen Besuchern  des Hoffestes in www.brodowin.de,  welches an diesem Tag stattfand.

Während der Bahnfahrt erinnere ich mich an einen Text aus der Süddeutschen Zeitung von 2002.

“Ein Römer kritisiert seine Zeitgenosse”n

“Wir pflegen Reisen zu unternehmen,
das Meer zu überqueren, um Dinge kennen zu lernen, die uns wenn wir sie immer vor Augen haben, nicht interessieren, weil es uns von Natur eigen ist , gleichgültig gegen die nächste Umgebung in die Ferne zu schweifen, weil das Verlangen nach allem, was bequem zu erreichen ist, erkaltet, oder weil wir es aufschieben, als könnten wir jederzeit in Augenschein nehmen, was sich in den Augen darbietet, sooft man es sehen will.
Mag dem sein, wie ihm will, jedenfalls haben wir von vielem in unserer Stadt und ihrer Umgebung weder je etwas gesehen noch auch nur gehört, was wir, befände es sich in Achaia, Ägypten, Asien oder einem beliebigem Lande, das reich ist an Natur und Reklame zu machen weiß, längst gehört gelesen und besichtigt hätten”.

C.Plini Caecilii Secundi Epistularium Libri Decem ,ed. Helmut Kasten,München 1968

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TESLA BMWi3 und andere schnelle Irrtümer zur #Mobilitätswende

7. Februar 2014 · Keine Kommentare

Anlässlich der neuen Erkenntnisse über den Allgemeinen Deutschen Verein der Autosüchtigen  – ADAC -, regte der Sprecher des VCD  Gerd Lottsiepen in einem Rundfunkinterview an, endlich Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuführen. Dies ist auch unsere Forderung. Was sollen highspeed Batterietransporter bringen? Energieeffizient sind sie allein wegen des hohen Gewichts kaum mehr als herkömmliche Fahrzeuge. Nur, sie benötigen eine komplett neue Infrastruktur. Hinzu kommt die ulkige Diskusion über Schnellladeverfahren. Diese Art des Strom- tankens ist sehr Energieaufwendig. Ein grosser Teil des Ladestroms wird dabei in Wärme umgewandelt. Hinzu kommt, dass durch Rekuperation bei hohen Geschwindigkeiten auch deutlich stärkere Komponenten in den Fahrzeugen notwendig sind . Beginnt bei der Kabeldicke und hört bei der sogen. passiven Sicherheit (Kinetik) auf . Alles in allem hat die Aufregung um z.B. Schaufenster Elektromobilität etc. bis heute keine erkennbare Strategie hervorgebracht die endlich andere Verhältnisse im Strassenverkehr ermöglicht.
Die Propagandisten der Elektromobilität sind im Rausch der Beschleunigung gefangen. TESLA in 4 Sek auf 100 km usw. Die Mobilitätswende kommt derweil eher über die Veränderung des Nutzerverhaltens. In Berlin wollen immer mehr junge Menschen lieber Car Sharing Angebote nutzen, als sich selbst mit einem Fahrzeug zu belasten.
Zunehmend sind auch Pedelec´s eine Alternative. Dieses Thema bearbeiten wir derzeit in Form einer Studie.

Im übrigen distanzieren wir uns von der thematisch völlig losgelösten Werbung auf dieser Seite .

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Solarfähren für Berlin aus Stralsund http://t.co/2WCPqAcrc9

9. Dezember 2013 · Keine Kommentare

Ab Sommerfahrplan 2014 setzt die BVG Solarfähren ein.

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Autowahn nun Elektrisch!

1. August 2013 · Keine Kommentare

2015 wird es eine Formel E auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof geben. Grosse Sorge bereitet den Berliner Motorsport Fans allerdings nur, die relative Geräuschlosigkeit der “Rennwagen”, die nach einem Reglement der FIA starten. Der Tagesspiegel brachte die Nachricht in übergroßer Aufmachung, als sei es ein Sieg für Berlin. Derweil wächst der Gigantismus im Bereich elektrischer Antriebe wie ein Krebsgeschwür. Der engagierte CleanTech newsletter brachte soeben die Meldung, dass eine australische Firma einen Misubishi mit 600kW (peak) Leistung gebaut hat. Mit Radnabenmotor natürlich.
Unser Unwille betrifft die Selbstverständlichkeit mit der Konzepte wie TESLA 170 kW und der BMWi3 120 kW selbst bei Pionieren aus der Welt der erneuerbaren Energien hingenommen, ja sogar propagiert werden. Mit nachhaltiger Mobilität hat das wenig zu tun. Bis heute fehlt uns hingegen in den meisten Medien ein Fahrbericht über das TWIKE (“Mädchenmobil”) welches – nach stetiger Weiterentwicklung – seit 24 Jahren auf dem Markt ist. Wahrscheinlich ist es nicht machomässig Motorisiert. “Endlich, elektrisch fahren, macht Spaß”.  Mit Anschaffungskosten ab 40.000 Euro nicht eben billige Fahrzeuge, die Beschleunigungswerte aufweisen ( 5 sek. 100km), die in der Stadt extrem gefährlich werden können. Man hört nicht, wenn er beschleunigt. Auch in der sonst lobenswerten Filmproduktion aus dem Hause Fechner, die 4Revolution, wird TESLA am Ende ziemlich unkritisch vorgeführt. Dort fährt der JUWI Gründer Willenbacher (“unmoralisches Angebot an diese Kanzlerin”) – mit dem leider mitlerweile verstorbenen Eurosolar Präsidenten Herrmann Scheer – im TESLA vor der untergehenden Sonne in die weite Welt . Endlich ein Fahrzeug welches auch in Autoaffinen Wahlkreisen ankommt?
Niemand ist offenbar bereit zu akzeptieren, dass die Mobilität von Morgen ohne Geschwindigkeit auskommen muss. Nicht nur damit sie effizient sein kann, sondern weil eine breit angelegte Entschleunigung im Verkehr notwendig ist. TWIKE benötigte für den Transport von 2 Personen 0,4 Ltr Benzinäquivalent 100/km bei 80 km/h Höchstgeschwindigkeit. Die Fahrenergie kann man mit einer 1 kW Solaranlage umwandeln und mit der Ernte bis zu 4000 km p.A. zurücklegen . Genaue Messungen hat der Verein zur Förderung der Solarenergie e.V. zuletzt allerdings 1993 für die Stiftung Warentest durchgeführt.  Derweil haben wir begriffen, dass mit dem Klima etwas passiert, an dem wir Menschen mit unserem Geschwindigkeitswahn stark beteiligt sind.
Selbst die nun seit 1985 stattfindende WorldSolar Challenge in Australien im Oktober 2013, wechselt nun in das Geschwindigkeitslager der weltweit gut vernetzten Automobilrennclubs. Allerdings dürfen die nunmehr vierrädrigen Solarmobile mit 6 qm PV auf dem Stuart Highway – von Darwin nach Adelaide – laut dortiger Strassenverkehrsordnung – auch nur max 100km/h fahren. Weshalb also die Aufrüstung? Wahrscheinlich ist, dass dies alles nur für den Prolog auf einem Rennkurs in Darwin veranstaltet wurde. Dort ist Höchstgechwindigkeit gefordert, um auf einen der ersten Startplätze am 13.10.2013 auf der Strandpromende in Darwin dabei zu sein. Die Chance als Hauptkriterium für denWettbewerb lediglich die Energieeffizienz allem voran zu stellen, ist wohl endgültig vertan. Denn auch die sonst so wachen Verbände wie Greenpeace, WWF,BUND  und der deutsche VCD haben die Tragweite ihrer nunmehr fast 30 Jahre andauernden Ignoranz gegenüber dieser Art Wettbewerb nicht abgelegt. Nun geht es elektrisch “mit Vollsaft (gas) gegen die Wand”, frei nach dem Buchtitel von Frederik Vester.

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Herr Fücks, Herr Wissmann und die “Zukunft der Autoindustrie”.

31. Januar 2013 · Keine Kommentare

 

Unter dem Titel  “Die Zukunft der Autoindustrie”  begann am 31.01.2013 bei der Heinrich Böll Stiftung eine zweitägige Konferenz. Als Einführung musste sich die interessierte Fachwelt anhören, was Herr Fücks und Herr Wissmann immer reden. Natürlich muss die Autoindustrie eine Zukunft haben.  Aber, wenn diese Zukunft mit Argumenten von 1995 präsentiert wird, sollte man als sachkundiger Zuhörer schnellsten den Ort verlassen.  Seit 18 Jahren keine neuen Argumente?  Immerhin hatte jemand bereits 1992 die Idee in den Motorenwerken in Kassel Blockheizkraftwerke zu produzieren. Was ihm damals einiges Kopfschütteln bescherte. Allerdings dauerte dieses Kopfschütteln nur 10 Jahre.  Dann kam die Firma Lichtblick auf die Idee mit Volkswagen zusammen ein Blockheizkraftwerk zu bauen und dieses an die Kunden von Lichtblick zu vermieten. Lediglich 5000 Euro kostet es .  Dannach kann der Kunde den Strom zu einem langfristig festgeschriebenen Tarif kaufen.
Nun kann nicht die gesamte Autoindustrie BHKW`s produzieren.  Aber warum sollte man nicht andere Produkte herstellen.

Wohnungsmodule (auch teilmobil)  in Grossserie, die modular auf Stahlrahmen mit allen Installationen versehen, Stapelbar zu einem Festpreis in der Größenordnung eines Klein bzw. Mittelklassewagens verkauft oder langfristig geleast werden können.  Kommt die Mercedes Stadt ?
Natürlich kann die Autoindustrie auch Windkrafträder und Solarschiffe bauen. Immerhin steht der “gute Stern” für Land Wasser und Luftfahrzeuge.

Wie wäre es,   Autos zu bauen die man  nicht kaufen kann, weil sie zu gut sind .  Weil die Ressourcen die in dem Produkt stecken, zu wertvoll sind um sie nach 20 Jahren einfach einzuschmelzen?

Und tatsächlich fiel in der Schumannstrasse auch der Begriff  Mobilitätsdienstleistung. Mobil ohne eigenes Auto.  Während einer Konferenz des Verein zur Förderung der Solarenergie in Verkehr und Sport e.V. in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest am 28.02.1995 mit dem Titel: “Ökomobil was ist das”?     wurden genau diese Thesen von mir erstmals vorgestellt und thematisiert.  Frederic Vester schrieb sein wegweisendes Buch “Ausfahrt Zukunft” schon 1990.  Auch als Ford Studie bekannt. Daniel Goedevert (später VW) war einer der Auftraggeber.

Bei der Konferenz 1995 im Haus der Kulturen der Welt war übrigens auch ein Geschäftsführer der AVIS Autovermietung Europa. Vor wenigen Wochen kaufte AVIS (18 Jahre später) in den USA das größte Carsharing Unternehmen am Markt für 500 Mio. Dollar.

Ich will kein Auto kaufen, es wäre mir lästig. Es ist Ballast für den bewußt mobilen Menschen der die Verkehrsmittel ständig wechselt, dem das Autoimage zu gewöhnlich ist. Optimale Nutzung, kein Stau, keine Parkplatzsuche, keine Reparaturen, keine hohe Investition in ein Stehzeug.

Die “Zukunft der Autoindustrie”  findet nicht in der Schumannstrasse  statt. Eher in  China wird der Leidensdruck an  einem Tag wie heute, nach 25 Tagen Dauersmog, drastische Richtungswechsel hervorbringen.

Am 20 Februar erhielt ich folgende Meldung über twitter von stephan leacey China is preparing to set a carbon tax: http://bit.ly/1345mgN

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Kleine Reise zur Entdeckung der Langsamkeit im Sommer 2012. Als Vorschau für SolarTour2013

5. Dezember 2012 · Keine Kommentare

Die Taufe eines Solarschiff`s ist etwas besonderes. Um dabei sein zu können könnte man sich auf das Fahrrad schwingen und die 80 km von Berlin Kreuzberg zum Werbellinsee radeln. Ein gut trainierter Radfahrer benötigt etwa 4-5 Stunden. Mit dem Auto braucht man ca. 50 Minuten. Mit Eisenbahn und Bus über Eberswalde und dann mit dem Bus (mit Fahradtransport) dauert es ca 80 Minuten.
Die Schiffstaufe des Solar Explorer begann am Sonntag gegen 14 Uhr,. Laut den Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes war mit einem sonnigen Wochenende zu rechnen, die Nachttemperaturen würden kaum unter 20 Grad sinken. Also entschloss ich mich den zeitlich längeren Weg über das Wasser zu nehmen. Dazu stellte mit die SolarWaterWorld AG ein Suncat21 der neuesten Baureihe zur Verfügung.

Bis zu 8 Personen haben Platz auf diesem Boot.

Das pinkfarbene Solarboot verursachte schon am Landwehrkanal die ersten „Cool“ Rufe von ganzen Mädchenschulklassen.

Meine Freundin entschloss sich, bei der Hinfahrt dabei zu sein. Als Proviant für den ersten Abend, unter dem Solardach, leisteten wir uns neben Brot und Käse, Obst und anderen Leckereien eine Flasche Rotwein dessen Name:”Entdeckung der Langsamkeit.com” uns auf die ca. 6 km/h Geschwindigkeit einstellen half. Immerhin hatten wir eine Fahrt von ca.24 Stunden (Hinfahrt) mit zwei Abenden auf dem Boot, allerdings unter sternenklarem Himmel, vor uns.

Vom Urbanhafen in Berlin Kreuzberg starteten wir über den Landwehrkanal, die Spree und den Hohenzollernkanal vorbei am Flughafen Tegel zum Niederneuendorfer-See im Norden Berlins. Bei einem Anglerverein konnten wir anlegen und die völlig entleerten Batterien über das Stromnetz laden. Zugegeben, nicht üppig diese Reichweite, aber das lag wohl am ursprünglichen Ladezustand der Batterien durch den Vormieter. Denn schon am Samstagabend erreichten wir nach der Fahrt über den Oder Havel Kanal – vorbei an Oranienburg – und der dort im Notbetrieb laufenden Schleuse ( Wartezeit bis zu 2 Stunden) den wunderschönen Werbellinsee. Dessen klares, türkis farbenes Wasser lud uns sofort zu einem erfrischenden Bad ein. Der See ist an bestimmten Stellen bis zu 60 Meter tief. Die Badestellen an den Ufern sind gut besucht und die Gaststätten locken zum Teil mit fangfrischem Fisch ihre Gäste.

Mit einem Suncat21 fährt man von Berlin Kreuzberg zum Werbellinsee und zurück 170 km auf dem Wasserweg mit 4 ltr. Benzinäquivalent.

Auffallend viele Solar und Elektroboote sind schon auf diesem See unterwegs. In Altenhof kann man Elektroboote mieten und in Joachimsthal stehen 12 Einrumpf Solarboote zur Vermietung. Im Juni 2013 ist dort die 4 Solarbootregatta geplant. Hochmotivierte Solarbootteams von Schulen und Universitäten aus ganz Europa kommen dann zum Werbellinsee um sich und ihre Konstruktionen zu vergleichen. Nur strömungsoptimierte Rümpfe mit energieeffizienten und leistungsfähigen Komponenten (Solarzellen/Batterien/Elektromotoren) können diese Regatta gewinnen.

Seit 3 Jahren gibt es am Werbellinsee , im schönen Brandenburg, die www.Solarboot-Regatta.de ,die als Lauf zur Europameisterschaft der Solarboote gewertet wird. Siehe auch www.dongsolarchallenge.nl
Die Taufe des Solar Explorer fand am Sonntag den 19.08.2012 um 14 Uhr in der Europäischen Jugenderholungs und Begegnungsstätte Joachimsthal statt. Mit 98.000 Übernachtungen (2012) von Schülern und meist umweltorientierten Jugendlichen aus ganz Europa, ein hervorragender Platz für ein solares Forschungsschiff . Das Biosphären Reservat Schorfheide Chorin mit dem Weltkulturerbe Gumsiner Forst ist ein Magnet für Umweltbewegte.

Der Trägerverein Kultur Landschaft Uckermark e.V. lud zur Taufe ein. Etwa 200 Gäste nahmen die Gelegenheit wahr, bei schönstem Solarwetter eine erste Probefahrt zu machen. Der Umweltstaatssekretär des Landes Brandenburg Daniel Rühmkorf betonte: “Die Finanzierung der Solar Explorer aus dem Konjunkturprogramm 2 der Bundesregierung, hat eine Investition in die Zukunft ermöglicht”. Neben den staatlichen Förderungen haben sich auch einige Firmen und Institutionen wie die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie LV. Berlin Brandenburg e.V. beteiligt. Über sechs Jahre hat das Projekt, von den ersten Skizzen, bis zur ersten Fahrt, in Anspruch genommen.

Projekte wie Solar Explorer sind neben der staatlichen Förderung nur mit der Unterstützung von Sponsoren zu verwirklichen.

Lernort Biosphärenreservat ist das ambitionierte Motto für die Nutzung des Zweirumpfbootes Solar Explorer. Mit 5,10 m Breite und 18 m Länge bietet es Platz für bis zu 48 Passagiere. Für Schulgruppen bis zu 30 Schülern ist es ausgestattet mit vollwertigen Computer- und Laborarbeitsplätzen.
Zwei wassergekühlte Synchronmotoren mit einer Leistung von je 7,5 kW werden durch den Solargenerator mit 9,02 kWp Leistung mit Strom versorgt.
Das Schiff verfügt über einen Glasboden, der es ermöglicht, das Geschehen unter der nahen Wasseroberfläche zu betrachten. Wem das nicht reicht, der kann die an Bord befindliche Unterwasserkamera bis zu 55 m in die Tiefe des glasklaren Sees tauchen lassen. Auf einem großen Bildschirm sind dann nicht nur die historischen Kaffenkähne zu bestaunen, die seit 200 Jahren dort auf Grund liegen. Auch Wasser und Bodenproben aus der Tiefe können mit dem Davit gehoben werden und sofort im Bordlabor untersucht werden.
Während der Jungfernfahrt nutzte ich das kleine Boot für die Pressefotografen. Ein bärtiger älterer Herr stieg in mein kleines Boot und schwärmte von den Möglichkeiten die solche Projekte böten, wenn es mit ähnlichen Aktivitäten in der Region vernetzt arbeiten würde . Ein Jugend „Schulschiff“ solle nach seiner Vorstellung auch von jungen Menschen aus verschiedenen Ländern betrieben werden. Man müsse jungen Menschen – selbst ohne Schulabschluss und mit anderen Muttersprachen , einen Einstieg in das Wissen um die neuen Technologien ermöglichen. Das müsse vor allem spielerisch und mit Lust und Leidenschaft in einer Art Übungsfirma geschehen.

Die Kleine Reise wird im Sommer 2013 für kleine Gruppen bis jeweils 6 Personen angeboten. Die Solarexplorer ist (wie die SOLON in Berlin) für bis zu 40 Personen ebenfalls bei  info at solarpolis.de oder 0151 54 22 80 44 zu chartern.

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Schaufenstergestalter und Plattformen aller Art

28. August 2012 · Keine Kommentare

Die Diskussion über die Elektromobilität ist überall präsent. Es gibt eine “Nationale Plattform Elektromobilität” und das – mit viel Aufmerksamkeit der Medien - von der Bundesregierung ausgeschriebene ”Schaufenster Elektromobilität”, an dem nunmehr vier Regionen in der  Bundesrepublik Deutschland teilnehmen.

 

Die Autohersteller drängeln sich am Subventionstrog der Bundesregierung. Insgesamt stehen 180 Mio. Euro für das Programm zur Verfügung.

Mittlerweile gibt es neben dem rührigen Bundesverband Solare Mobilität (seit 1990), einen Bundesverband Elektromobilität, für den offenbar  die Art der verwendeten Energie keine besondere Rolle spielt.   Sucht man bei dem für die Schifffahrt zuständigen Ministerium www.bmvbs.de  nach dem Wort Solarschifffahrt oder Solarboot findet man keinen einzigen Eintrag.

Wen wundert es, dass die Schwierigkeiten für diese Schiffskategorie  nicht auf hoher See, sondern in den zuständigen Verwaltungen beginnen. Dort wo der Konstrukteur auf überkommene Bauvorschriften aus den letzten hundert Jahren stößt, die zumeist aus der fossilen Schifffahrt stammen.

Kommerzielle Solarmobilität auf den Binnengewässern.

Seit Mitte der 1990 er Jahre gibt es einige  professionelle Angebote. Die ehemalige  Kopf AG (heute Kopf GmbH) mit ihren schön designten Edelstahlbooten, wie die Gaienhofen  von 1998, der ersten vollwertigen und gewerblichen Solarfähre der Welt mit 12 Plätzen (heute als  Spree-Shuttle in Berlin unterwegs), bis hin zur Alstersonne in Hamburg mit 125 Plätzen und weiteren Schiffen am  Bodensee, Thuner See, Hydepark Lake und am Neckar zu Ulm.

Schon 1995 errichtete der Berliner Solarbootpionier Holger Kaselow anlässlich der UN Vorbereitungskonferenz zur Klimarahmenkonvention in Berlin die erste Solarbootmietstation der Welt in Berlin Köpenick. Die dort eingesetzten Boote, Suncat21 mit 8/12 Sitzplätzen, sind Boote, die im harten Mietbetrieb (mit bis zu 4000 Betriebsstunden ) auf Spree und Dahme seit 1995 unterwegs sind.

 

Die SOLON SOLON auf der Spree ( Namenssponsor des Schiffes ist die SOLON SE) der  SolarWaterWorld AG ist ein „Sportboot” mit 50 Plätzen, und seit  August 2009 erfolgreich auf der Spree im Charterbetrieb unterwegs. Erst vor kurzem beförderte die SOLON, im Rahmen der Woche der Umwelt (Deutsche Bundesumweltstiftung)  auf Einladung des Bundespräsidenten, 600 Fahrgäste in 2 Tagen.

 

Auch auf hoher See mit der Kraft der Sonne unterwegs

Das Solarschiff Turandor PlanetSolar (gebaut in Kiel) beendete 2012 eine Weltumrundung nach 584 Tagen 23 Stunden und 31 Minuten.  Zum Vergleich: Die schnellste Segeljacht „Banque Populaire V“ beendete die Strecke um den Globus in 74 Tagen und 22 Stunden  im Januar 2012.

Siehe http://www.spiegel.de/reise/aktuell/planetsolar-solarboot-kehrt-von-weltreise-zurueck-a-831418.html

Spektakulär ist  das Budget  des  Projekts MS Turandor, es  gehört mit 12,5 Mio. Euro  in die Superklasse der Solarschiffaktivitäten.

25 Jahre ehrenamtliches Engagement

Ein weiterer, ausgesprochen stiller Pionier der Solarbootszene ist ein – mittlerweile pensionierter – Lehrer an der Max Beckmann Oberschule in Berlin, Norbert Wilms

SolarBoot des Veranstalters Hartmut Ginnow Merkert

. Die Berliner Solarboot Regatta führt er seit  1988 durch. Zum  25 Jubiläum starteten am 4.08.2012  40 Teams in Berlin am Tegeler See.  Hier der Artikel vom 24.08.2012
 http://www.tagesspiegel.de/berlin/schule…

Seit  3 Jahren gibt es am Werbellinsee , im schönen Brandenburg, die www.Solarboot-Regatta.de ,die als Lauf zur Europameisterschaft der Solarboote gewertet wird.

Es gibt Veranstaltungen wie die in  Koblenz www.solarboot-cup.de ,die den Schwerpunkt Solarboot Modellbau pflegen.

Auch die Meyer Werft in Papenburg, deren Geschäft der Bau großer Kreuzfahrschiffe ist, veranstaltet einen Solar Modellboot Wettbewerb www.meyerwerft.de/solarboot/page.asp?main=0&did=571  Ein kleiner, sonniger Streif am Horizont ist die Tatsache, dass die schwimmenden Ferienstädte – aus Gründen des Fahrkomforts – fast nur noch mit Hybridantrieben (Diesel/Elektrisch) gebaut werden. Die Art des Treibstoffs entscheidet offenbar allein der Reeder, der aus Kostengründen dann doch gerne zu Schweröl als Betriebsmittel greift.  So stiftet der NABU diesen Reedereien jährlich einen Preis für den schmutzigsten Antrieb.  Bei einer der größten Reedereien ist mittlerweile die Mitgründerin von Greenpeace Deutschland, Monika Griefahn , als Umweltberaterin tätig.

 

Holland fährt allen davon

 

Im friesischen Leeuwarden traf sich vom 8.07.bis zum 14.07.2012 die Formel Zero der Sonnenboote. Auf der Strecke des weltbekannten historischen Eislanglaufs “eleven cities”  (der im Winter über die zugefrorenen Kanäle Frieslands) mit einer Streckenlänge von 220 km führt, kämpfte die internationale Elite der Universitäten und einiger Privatteams um die schnellste Zeit  . Der Niederländische Astronaut und Solarpionier Wobbo Ockels (Universität Delft, siehe auch NUNA Solarcarteam bei der WSC in Australien) ist Botschafter dieses Events.  An 8 – leider oft verregneten Tagen – fuhren  38 Teams in 3 Klassen um den  Sieg.

TU DELFT

 

Siegerteam der A Klasse dieses Jahres ist das Team Gowing Continental BC mit der Startnummer T82  Sie legten die Strecke in 10 Stunden 40 Minuten und 28 Sekunden zurück. www.dongsolarchallenge.nl

Zum Vergleich: Der erst platzierte Eisschnellläufer von 1997 Henk Angement schaffte die Strecke in 6 Stunden 31 Minuten.

Also auch hier sollte man annehmen, dass die Geschwindigkeit  nicht das Hauptkriterium für ein solches Rennen sein kann.

Mit den bis zu 40 km/h schnellen Solarbooten darf man auf den friesischen Wasserstraßen auch nur 12 km/h fahren. Nur der Vorsitzende der Stifting Elektryks Farre Fryslan  Willco Waller http://www.seff.nu, vermerkt die mangelnde Sinnhaftigkeit  der Geschwindigkeit als Kriterium für einen Wettbewerb dieser Art. Bei den durchweg alltagstauglichen Elektrobooten  dieser Stiftung steht die Energieeffizienz im Vordergrund.

 

Von der Geschichte lernen

Vor wenigen Wochen ging ich an den Ufern der Spree entlang und entdeckte dort, am historischen Hafen, ein 40m langes Transportschiff aus Eisen.  Wolfram Appel vom Berliner Büro für solare Antriebe erzählte mir,  dass es sich dabei um einen historischen  Ziegelkahn handelt. Von diesen Elektrokähnen mit 7 PS (in Worten: Sieben) existierten um 1900 bereits 118 Stück.

Berlin ist vom Wasser her gebaut.  Mit diesen Kähnen wurden die zum Bau der Stadt benötigten ca. 1,8 Millionen Tonnen Ziegel (jährlich) von  Zehdenick nach Berlin transportiert. Dort im historischen Hafen von Berlin verrottet ein Stück Stadtgeschichte. So kann es gehen, während man einerseits ein  „Schaufenster Elektromobilität“ gestalten möchte,  ignoriert  man andererseits die Geschichte und vor allem die Zukunft der Elektroantriebe in der Schifffahrt völlig.

Der Senat von Berlin fördert Rußfilter für Dieselschiffe mit einem Zuschuss von  bis zu 20.000 Euro, bei den mehr als 1000 Fahrgastschiffen  auf den Berliner Gewässern ein teures Unterfangen.

Das Potential der  – wohlgemerkt – langsam fahrenden Solarelektroschiffe  für den Transportbereich ist leider bei denen die für die Schaffung geeigneter politischer Rahmenbedingungen zuständig sein sollten, noch nicht erkannt worden.

Am 19.08. 2012 wird am Werbellinsee in Brandenburg ein neues Solarschulschiff (nicht nur für die Jugend) auf den Namen Solar-Explorer getauft. Dieses Schiff mit bis zu 50 Plätzen, kann ab sofort wie die SOLON in Berlin, über  www.solarpolis.de  gechartert werden.

 

 

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100% Sonnenschein und immer einen Handbreit Wasser unter den Kielen

24. August 2012 · Keine Kommentare

Der Solar Explorer, das solare Forschungsschiff für Jung und Alt, ist am 19.8.2012 auf dem Werbellinsee nördlich von Berlin getauft worden.

 

Solar Explorer auf dem werbellinsee bei der Jungfernfahrt

 

Der Staatssekretär aus dem Umweltministerium Brandenburg Daniel Rühmkorf und Martin Krassuski vom Trägerverein Kultur Landschaft Uckermark sowie zweihundert Gäste nahmen die Gelegenheit wahr, bei schönstem Solarwetter eine erste Probefahrt zu machen. Umweltstaatssekretär Daniel Rühmkorf betonte: “Die Finanzierung der Solar Explorer aus dem Konjunkturprogramm 2 der Bundesregierung, im Gegensatz zu dem Konjunkturprogramm 1 mit der Abwrackprämie für Altautos, hat nunmehr eine Investition in die Zukunft ermöglicht”. Neben den staatlichen Förderungen haben sich auch einige Firmen und Institutionen beteiligt. Allen Sponsoren und Förderern des Projekts sei hiermit auch seitens der DGS Berlin nochmals herzlich gedankt.

 

Projekte wie SolarExplorer sind nur mit der Unterstützung von Sponsoren zu verwirklichen.

 

Lernort Biosphärenreservat ist das ambitionierte Motto für die Nutzung des Zweirumpfbootes Solar Explorer. Mit 5,10 m Breite und 18 m Länge bietet es Platz für bis zu 48 Passagiere. Für Schulgruppen bis zu 30 Schülern ist es ausgestattet mit vollwertigen Computer- und Laborarbeitsplätzen.

Zwei wassergekühlte Synchronmotoren mit einer Leistung von je 7,5 kW werden durch den Solargenerator mit 9,02 kWp Leistung mit Strom versorgt.

Das Schiff verfügt über einen Glasboden, der es ermöglicht, das Geschehen unter der nahen Wasseroberfläche zu betrachten. Wem das nicht reicht, der kann die an Bord befindliche Unterwasserkamera bis zu 55 m in die Tiefe des glasklaren Sees tauchen lassen. Auf einem großen Bildschirm sind dann nicht nur die historischen Kaffenkähne zu bestaunen, die seit 200 Jahren dort auf Grund liegen. Auch Wasser und Bodenproben aus der Tiefe können mit dem Davit gehoben werden und sofort im Bordlabor untersucht werden.

SolarPolis hat während der Planungs- und Bauphase verschieden Anregungen in das Projekt eingebracht und unterstützt das Projekt weiterhin mit Rat und Tat. Das Boot ist ab sofort über  info at solarpolis.de zu chartern

Mit einem Suncat21 der neuen Baureihe der SolarWaterWorld AG reiste der Autor Arno Paulus die Strecke von Berlin Kreuzberg zum Werbellinsee und zurück 170 km auf dem Wasserweg mit 4 ltr. Benzinäquivalent. Ab sofort ist das Boot auf dem Wannsee zu mieten. Info per Mail an  info at solarpolis.de

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