Herr Fücks, Herr Wissmann und die “Zukunft der Autoindustrie”.

Januar 31st, 2013 · Keine Kommentare

 

Unter dem Titel  “Die Zukunft der Autoindustrie”  begann am 31.01.2013 bei der Heinrich Böll Stiftung eine zweitägige Konferenz. Als Einführung musste sich die interessierte Fachwelt anhören, was Herr Fücks und Herr Wissmann immer reden. Natürlich muss die Autoindustrie eine Zukunft haben.  Aber, wenn diese Zukunft mit Argumenten von 1995 präsentiert wird, sollte man als sachkundiger Zuhörer schnellsten den Ort verlassen.  Seit 18 Jahren keine neuen Argumente?  Immerhin hatte jemand bereits 1992 die Idee in den Motorenwerken in Kassel Blockheizkraftwerke zu produzieren. Was ihm damals einiges Kopfschütteln bescherte. Allerdings dauerte dieses Kopfschütteln nur 10 Jahre.  Dann kam die Firma Lichtblick auf die Idee mit Volkswagen zusammen ein Blockheizkraftwerk zu bauen und dieses an die Kunden von Lichtblick zu vermieten. Lediglich 5000 Euro kostet es .  Dannach kann der Kunde den Strom zu einem langfristig festgeschriebenen Tarif kaufen.
Nun kann nicht die gesamte Autoindustrie BHKW`s produzieren.  Aber warum sollte man nicht andere Produkte herstellen.

Wohnungsmodule (auch teilmobil)  in Grossserie, die modular auf Stahlrahmen mit allen Installationen versehen, Stapelbar zu einem Festpreis in der Größenordnung eines Klein bzw. Mittelklassewagens verkauft oder langfristig geleast werden können.  Kommt die Mercedes Stadt ?
Natürlich kann die Autoindustrie auch Windkrafträder und Solarschiffe bauen. Immerhin steht der “gute Stern” für Land Wasser und Luftfahrzeuge.

Wie wäre es,   Autos zu bauen die man  nicht kaufen kann, weil sie zu gut sind .  Weil die Ressourcen die in dem Produkt stecken, zu wertvoll sind um sie nach 20 Jahren einfach einzuschmelzen?

Und tatsächlich fiel in der Schumannstrasse auch der Begriff  Mobilitätsdienstleistung. Mobil ohne eigenes Auto.  Während einer Konferenz des Verein zur Förderung der Solarenergie in Verkehr und Sport e.V. in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest am 28.02.1995 mit dem Titel: “Ökomobil was ist das”?     wurden genau diese Thesen von mir erstmals vorgestellt und thematisiert.  Frederic Vester schrieb sein wegweisendes Buch “Ausfahrt Zukunft” schon 1990.  Auch als Ford Studie bekannt. Daniel Goedevert (später VW) war einer der Auftraggeber.

Bei der Konferenz 1995 im Haus der Kulturen der Welt war übrigens auch ein Geschäftsführer der AVIS Autovermietung Europa. Vor wenigen Wochen kaufte AVIS (18 Jahre später) in den USA das größte Carsharing Unternehmen am Markt für 500 Mio. Dollar.

Ich will kein Auto kaufen, es wäre mir lästig. Es ist Ballast für den bewußt mobilen Menschen der die Verkehrsmittel ständig wechselt, dem das Autoimage zu gewöhnlich ist. Optimale Nutzung, kein Stau, keine Parkplatzsuche, keine Reparaturen, keine hohe Investition in ein Stehzeug.

Die “Zukunft der Autoindustrie”  findet nicht in der Schumannstrasse  statt. Eher in  China wird der Leidensdruck an  einem Tag wie heute, nach 25 Tagen Dauersmog, drastische Richtungswechsel hervorbringen.

Am 20 Februar erhielt ich folgende Meldung über twitter von stephan leacey China is preparing to set a carbon tax: http://bit.ly/1345mgN

In: Abwrackprämie · Mobilität von Morgen · Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität · Schaufenster Elektromobilität · SolarMobil

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