CyanogenMod-Flashing macht nicht immer Sinn

Oktober 22nd, 2014 · Keine Kommentare

CyanogenMod ist ein sogenanntes Aftermarket-Firmware für Smartphones und Tablets, das unter dem Google-Betriebssystem Android laufen. Gegenüber der Firmware des Geräteherstellers verspricht CyanogenMod Verbesserungen an Leistung und Stabilität. Es hat aber auch noch einen weiteren, weit darüber hinaus gehenden Vorteil: aktualisiert der Gerätehersteller seine Firmware nicht mehr, damit die jeweils aktuelle Android-Version auf seinem Gerät läuft, lässt sich dieses Problem mit Hilfe von CyanogenMod lösen. Trotzdem sollte man sich genau überlegen, ob man die Firmware auf sein Gerät aufspielen bzw. flashen möchte.

Beachten Sie daher diesen Warnhinweis und Disclaimer: Die folgenden Beschreibungen sind nach besten Wissen und Gewissen entstanden. Dennoch übernehme ich keine Haftung, falls aufgrund meines Artikels ein Gerät nur noch fehlerhaft oder gar nicht funktioniert. Die nachfolgende Beschreibung bezieht sich ausschließlich auf das Sony Xperia P. Sollte sich jemand aufgrund und mit Hilfe dieses Artikels entschließen sein Gerät zu flashen, geschieht dies auf eigene(s) Verantwortung und Risiko. Außerdem sollte man etwas Zeit, Ruhe und Zutrauen mitbringen, falls was schief geht und man von vorne beginnen muss. Darüber hinaus schließe ich mich dem Disclaimer auf dieser Website an.

Warum überhaupt Flashen?

Ich bin Besitzer eines Sony Xperia P und damit auch sehr zufrieden. Es gibt für mich keinen zwingenden Grund ein neues Smartphone zu kaufen. Allerdings hat Sony die Weiterentwicklung seiner Firmware für das SXP eingestellt. Die letzte Android-Version ist 4.1.2, auch Jelly-Bean genannt. Ein Update auf weitere Android-Versionen – gerade wurde Android 5 mit dem Namen Lollipop veröffentlicht – ist nicht möglich. Man kann natürlich darüber debattieren, ob man immer das aktuellste Betriebssystem haben muss, aber in diesem Fall gab es für mich einen sehr guten Grund dafür. Ich nutze das Telefon, um meine Lauf-Aktivitäten aufzuzeichnen und als ich einen Herzfrequenzmonitor geschenkt bekam, wollte ich ihn auch gleich ausprobieren. Der Monitor wird via Bluetooth Smart mit dem Telefon verbunden. Mindestvoraussetzung Android 4.4 (Kit-Kat).

Voraussetzungen fürs Flashen

Als ich zufällig eine Anleitung fand, wie man auf dem SXP in den Genuss von Kit-Kat kommt, habe ich mich gleich daran gemacht sie umzusetzen. Der erste Versuch ging gründlich schief und ich konnte mein Telefon danach nicht mehr benutzen. Es schimmerte gerade noch ein wenig wie ein Geist im Schlosskeller.

Ich betrachte mich jedoch als engagierten Laien, wenn es um digitale Techniken geht. Ich kann sie selber einrichten, konfigurieren und ich hole alles aus ihr heraus, was sie mir anbietet. Wenn sie zusammen bricht, schaffe ich es immer sie wieder zum Laufen zu bekommen. So war es mit Windows 8 und 8.1 und so würde es mit dem Handy sein.

Nach einiger Recherche fand ich tatsächlich die Möglichkeit (s. Punkt 2 auf der Website) den Ursprungszustand des Telefons wieder herzustellen. Wie sich heraus stellte, gibt es bei der Anleitung von Flashtools jedoch einen kleinen Fehler, der mich einige Nerven gekostet hat. Wenn man das Telefon zum flashen anschließt, drückt man nicht die ‘zurück’-Taste, sondern die ‘leiser’-Taste. Dies ist übrigens eine wichtige Lehre im Umgang mit digitalen Geräten: funktioniert der eine Weg nicht, ruhig ein wenig herumprobieren, anstatt stoisch die gleiche Anweisung 20 Mal zu wiederholen.

Flashen

Wissend wie ich alles rückgängig machen konnte, habe ich mich erneut daran gemacht CyanogenMod aufzuspielen. Zuerst muss man den Bootloader von Sony entsperren. Das geht ganz offiziell. Wie das funktioniert wird hier beschrieben. Wie es dann weiter geht, steht in der oben verlinkten englisch-sprachigen Anleitung oder in dieser deutschsprachigen. Sie sind nicht deckungsgleich. Im Grunde ist die englisch-sprachige sogar besser. Letztendlich habe ich sie parallel genutzt wobei ich nicht sicher bin, ob der Kernel tatsächlich nötig ist. Auch hat es mit dem Recovering Tool (englische Anleitung) nicht geklappt, war aber auch nicht schlimm. Hier ist eine weitere – englisch-sprachige – Seite, die zu Anleitungen und der benötigten Software führt.

Es gibt zwei zip-Dateien, die auch als zips auf die SD-Karte des Telefons kopiert werden müssen bevor es los geht. Das ist zum einen das Google Apps-Paket und CyanogenMod selbst. Die CM-Datei hat die Kennung Nypon oder Nypon-Nightly. Am besten, die mit der höchsten Zahl nehmen, aber nach der Installation sollte man ohnehin ein Update durchführen. Beim Flashen werden alle Daten im Telefon gelöscht. Nur die Daten auf der SD-Karte bleiben unberührt. Das „Command Window“ ist übrigens die „Eingabeaufforderung“. Bei Windows 8 müssen die Befehle anders als im Chip Praxistipp beschrieben nicht in Anführungszeichen gesetzt werden.

Ergebnis und Fazit

Nachdem ich es tatsächlich geschafft hatte, liefen CM 11 und Kit-Kat einwandfrei und mit praktischen Funktionen, die ich vorher nicht hatte. Rasch stellte sich aber heraus, dass CM 11 einen erheblichen Nachteil hat: die A2DP-Fähigkeit von Bluetooth funktioniert nicht. Dadurch lässt sich weder Musik via Bluetooth übertragen noch der Herzfrequenzmonitor anschließen. Also habe ich alles wieder rückgängig gemacht, denn die Bluetooth-Audio-Funktion ist für mich ein absolutes K.O.-Kriterium.

Zum Schluss noch ein nützlicher Hinweis: um das Telefon bei Problemen komplett auszuschalten, muss man die ‘lauter’- und Aus-Taste gemeinsam gedrückt halten bis das Telefon mehrmals vibriert hat.

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